Assistenztrainer Mike Pellegrims im Interview
„Wer schon im März Urlaub möchte, soll was anderes machen“

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Eishockey. Nach einer kurzen Pause geht es am kommenden Wochenende in der Deutschen-Eishockey-Liga in die letzte heiße Phase der Hauptrunde. 45 von 52 Spieltagen sind absolviert und bis auf wenige Ausnahmen geht es für alle Teams entweder noch um die Teilnahme an den Pre-Playoffs oder eine gute Ausgangsposition für die anstehenden Playoffs.

Klassenprimus sind bislang die Mannheimer Adler und diese Platzierung wollen die Kurpfälzer wenn möglich auch nicht mehr hergeben. Doch sowohl Trainerstab wie auch die Mannschaft wissen, dass sie auch in den letzten sieben Hauptrundenspielen wie bisher alles abrufen müssen, um den Platz an der Sonne zu behalten. Wochenblatt-Redakteur Peter Engelhardt unterhielt sich mit Co-Trainer Mike Pellegrims über die bisherige Spielzeit und die Stärken der Mannschaft.

???: War die kleine Spielpause gut für die Mannschaft oder befürchten sie „Rhythmusstörungen“?
Mike Pellegrims: Es war definitiv gut eine Pause zu haben. Wir hatten über einen längeren Zeitraum viele Spiele und so ist es für die Spieler mental und körperlich sehr wichtig, den Akku wieder aufzuladen. Die kurze Unterbrechung für einen Tapetenwechsel zu nutzen tut immer gut.
???: Haben Sie bei Amtsantritt gedacht, dass es so gut läuft wie es bislang läuft?
Pellegrims: Nein, eigentlich nicht. Wir hatten viele neue Spieler, um deren Qualität wir natürlich wussten. Pavel und ich wussten auch, dass von Seiten der Adler alles bestens vorbereitet war, aber du kannst natürlich nicht alles im Vorfeld planen. Aber es ist noch nichts passiert, wir haben noch nichts erreicht. Keine Frage, wir sind auf einem guten Weg. Das hat sich die Mannschaft erarbeitet.
???: Wie viel Luft nach oben hat diese Truppe noch?
Pellegrims: Du strebst in jedem Training danach alles zu optimieren, zu perfektionieren. Aber das ist sehr schwer und funktioniert auch nicht immer. Aber die Saison ist bekanntermaßen sehr lang und es ist manchmal wie Ebbe und Flut, es ist wie eine Welle. Oftmals ist das Momentum entscheidend über Sieg oder Niederlage. Der Wille der Mannschaft ist überragend, das ist einer unserer großen Stärke. Aber jetzt kommt eine ganz wichtige Phase: jetzt geht es in jedem Spiel für alle Mannschaften um Platzierungen. Wir gucken aber nur auf uns, nur das darf uns interessieren. Wenn wir alles gut umsetzen wird es auch gut laufen.
???: Der Teamgeist ist einer der Stärken dieser Mannschaft. Würde ein absoluter Führungsspieler dieses Team noch besser machen?
Pellegrims: Ich finde es so wie es ist sehr positiv. Dadurch, dass sich die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt, ist die Mannschaft ausbalancierter. Die Reihen fangen sich gegenseitig auf. Bist du zu abhängig von einer Reihe kann es schwierig werden.
???: Im Laufe der Saison haben eine Reihe junger Nachwuchsspieler ihre DEL-Premiere gefeiert. Ein Wort dazu?
Pellegrims: Sie alle haben eine großartige Entwicklung genommen. Sie haben einen sehr guten Job gemacht. Sie ergänzen unseren tiefen Kader mit Qualität.
???: Gibt es für Sie in Bezug auf Qualität und Mentalität Parallelen zur Meistermannschaft von 1997?
Pellegrims: Es lässt sich schwerlich vergleichen, wir haben inzwischen andere Zeiten im Eishockey. Das Spiel ist noch schneller, noch dynamischer geworden. Die Spieler sind körperlich in bester Verfassung, da bleibt nichts dem Zufall überlassen. Heute verfügen die meisten Mannschaften über einen qualifizierten Trainer-und Betreuerstab und auch die Trainingsmöglichkeiten haben sich stark verbessert. Aber vielleicht gibt es doch die ein oder andere Ähnlichkeit. Auch dieses Team damals war auf vielen Positionen neu zusammengestellt, auch da hatten wir verschiedene Schlüsselspieler, die sich die Verantwortung geteilt haben. Und einen enormen Siegeswillen hatten wir damals allemal.
???: Die Adler spielen ein sehr tempointensives Eishockey. Mit Blick auf die Playoffs: Gelingt dieser Kraftakt auch alle zwei Tage?
Pellegrims: Genau aus diesem Grund ist es das allerwichtigste, dass die Spieler auf einem hohen Fitness-Level sind. Wir werden das Training in den nächsten Tagen noch mal intensivieren. Erfreulich ist auch, dass Marcel Goc wieder ins Training einsteigen kann. Er steht vor einer möglichen Rückkehr.
???: Pavel Gross und Sie harmonieren sehr gut. Warum? Wie würden Sie Ihr Arbeitsverhältnis beschreiben?
Pellegrims: Wir haben grundsätzlich mal die gleiche Philosophie in Sachen Eishockey. Wir denken nicht immer das Gleiche, jeder hat da mitunter seinen eigenen Standpunkt aber wir haben beide immer das gleiche Ziel. Wir haben hier einen Dreijahresvertrag unterschrieben und müssen uns jeden Tag neu beweisen. Wir sind noch lange nicht fertig mit unserer Arbeit.
???: Das Wort Finale oder gar Meisterschaft wollen Sie partout nicht in den Mund nehmen?
Pellegrims: Nein, und das ist auch gut so. Wir kennen die Erwartungshaltungen im Umfeld. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Am Freitag spielen wir in Ingolstadt. Das ist unsere nächste und wichtigste Aufgabe. Aber ich sage nur: Wer im März Urlaub machen möchte, der soll sich eine andere Sportart suchen! pete

Autor:

Peter Engelhardt aus Mannheim

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