„Wasser in die Stadt“ in Neustadt nimmt Formen an
Geheimnisse unter der Erde

Konstantin Boltenhagen, Leiter der Abteilung Tiefbau, und Frank Soirey bei der Besichtigung der Großbaustelle „Wasser in die Stadt“ in der Laustergasse.  Foto: Pacher
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  • Konstantin Boltenhagen, Leiter der Abteilung Tiefbau, und Frank Soirey bei der Besichtigung der Großbaustelle „Wasser in die Stadt“ in der Laustergasse. Foto: Pacher
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Neustadt. „Jetzt geht’s voran, das Projekt ’Wasser in die Stadt’ ist nicht mehr zu bremsen!“, freut sich Konstantin Boltenhagen, Leiter der Abteilung Tiefbau, bei einer Besichtigung der Baustelle mit dem Stadtanzeiger. Nicht zu übersehen sind die Absperrungen im Zuge der vor vier Wochen in Angriff genommen Bauarbeiten in der Laustergasse.

Von Markus Pacher

Mächtige Öltanks ausgebuddelt

So ist der Bereich zwischen dem Kriegerdenkmal und dem Elwedritschebrunnen für Fahrzeuge zwar gesperrt, die Geschäfte über Fußwege aber noch bequem erreichbar. Die Baustelle selbst präsentiert sich momentan wie nach einem Bombenangriff: Fast alles ist aufgebaggert, es wird gerade eine neue Zisterne gesetzt, Anschlüsse werden gelegt etc. - Schönes ist noch nichts erkennbar. Unter anderem wurden vor dem Eingang der Rheinpfalz zwei tief im Erdreich vergrabene mächtige Öltanks aus den 60er-Jahren ausgebuddelt. Konstantin Boltenhagen spricht von einer großen Aktion. So musste einer der Öltanks erst zerkleinert werden.
Das Konzept sieht vor, den Verlauf des Speyerbachs wieder sichtbar zu machen. Kurz vor dem Elwedritschebrunnen soll der etwa 1,70 Meter breite und 15 Zentimeter tiefe neue Bachlauf enden und sich als eine erfrischende Oase für kleine und große Stadtbummler präsentieren. Vor der Rheinpfalz entsteht eine kleine Parkanlage mit Sitzbänken. Fünf Brücken sorgen dafür, dass man beim Traversieren keine nassen Füße bekommt.

Grundwasser vom Klemmhof wird abgepumpt

Als „Haupt-Clou“ bezeichnet Frank Sobirey die Versorgung des Bachlaufs: „Das verrohrte Speyerbach-Wasser wird nicht angerührt. Wir verwenden hierfür das Grundwasser, das aus dem Klemmhof abgepumpt wird. Das Bachwasser muss also nicht aufwändig gereinigt werden, sondern verfügt quasi über Trinkwasserqualität“, informiert Frank Sobirey, der ganz optimistisch davon ausgeht, dass der erste Teil des Projekts gegen Ende diesen Jahres abgeschlossen werden kann. „Auch die Pumpen sind bis dahin schon eingebaut“, verspricht Boltenhagen. Falls es die Temperaturen ermöglichen, könnte der Befehl „Wasser marsch!“ also schon im Spätjahr erfolgen. Allerdings sei man noch nicht so vermessen, jetzt schon die Einweihungsfeier zu planen, betont Frank Sobirey.
Dieser Tage wird wie gesagt die neue Zisterne an den Überlauf angeschlossen. Sie sorgt dafür, dass nicht benötigtes Wasser direkt dem Speyerbach zugeführt werden kann. In diesem Zusammenhang verrät uns Frank Sobirey etwas über die „Kleinen Geheimnisse unter der Erde“, demnach die Menge des vom Klemmhof abgepumpten Grundwassers auch noch zur Speisung der für den Juliusplatz vorgesehenen Wasseradern reicht - womit wir uns bereits mitten im Gespräch über die Bauphase 2 befinden, die für nächstes Jahr geplant und dieser Tage von der Stadt bestätigt wurde.
Nach der Gestaltung der Bereiche Laustergasse und Juliusplatz geht das Projekt schließlich in die 3. und letzte Bauphase. Dabei handelt es sich um den zwischen dem Juliusplatz und dem Speyerbach und seinem „toten Becken“ gelegenen Bereich, wie Sobirey formuliert. Dieser „Tümpel“ soll geöffnet und das Ganze unter anderem mit einem Schöpfrad am Juliusplatz und einer Brücke verschönert werden.

Kunst am Bachlauf

Initiator des Projekts „Wasser in die Stadt“ ist die Bürgerstiftung „Lebenswerte Stadt“ und der Lions-Club, als verbindendes Element zählt der in beiden Vereinen aktive Frank Sobirey zu den Hauptdrahtziehern . „Die Wurzeln unseres Projekts sind die Sanierungsarbeiten am Elwedritsche- und Marktplatzbrunnen, über die wir uns die nötige ’Wasserkompetenz’ erworben hatten“, erinnert er sich. Ins Leben gerufen wurde das Projekt anlässlich des 60. Geburtstages des Lions-Clubs vor drei Jahren. Bauherr ist die Stadt Neustadt. Sie hat das Projekt von Anfang an unterstützt und sich darüber gefreut, dass die aus Neustadt gesendeten Signale bürgerschaftlichen Engagements bei der Stadtförderung auf offene Ohren gestoßen sind - und entsprechend großzügig bezuschusst werden. So wird ausschließlich das begleitende Vorhaben „Kunst am Bachlauf“ über Spendengelder finanziert, während die Stadt die kompletten Kosten für die bautechnische Seite übernimmt. „Es wird etwas Schönes“, verspricht Sobirey, der sich vor wenigen Tagen zu sehr konkreten Gesprächen mit der Stadtspitze traf, vor der offiziellen Genehmigung durch den städtischen Bauausschuss noch keine Details über die Künstler und deren Kunstwerke preisgeben möchte. pac

Autor:

Markus Pacher aus Neustadt/Weinstraße

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