Extremismus aus Blut und Klang
Elektra an der Wiener Staatsoper als radikaler Grenzgang
Was sich an diesem Abend in der Wiener Staatsoper ereignete, ließ sich nur mit einem Begriff fassen, der sonst der politischen Sprache vorbehalten ist: Extremismus. Aber hier, im Schutzraum der Kunst, war es jener einzige Extremismus, den ein Mensch ertragen, ja annehmen darf – als Warnung, als Spiegel, als zutiefst verstörende Erkenntnis über das, wozu Erinnerung und Hass den Menschen treiben können. Schon der erste Einsatz aus dem Graben gleicht einem Überfall. Alexander Soddy lässt die...