Zwischen Traum und Ausruf
Schuberts Welten mit Goerne und Trifonov im Festspielhaus Baden-Baden
Es ist ein merkwürdiger, zunächst fast unscheinbarer Beginn dieses Abends, den Daniil Trifonov mit Schuberts G-Dur-Sonate D 894 eröffnet. Der erste Akkord legt sich nicht wie ein Statement in den Raum, sondern wie ein Hauch, weich, warm, in jener typischen, scheinbar einfachen Spät-Schubert-Tonalität, die erst nach und nach ihre Abgründe zeigt. Trifonov formt diese Ruhe mit einer fast paradoxen Mischung aus Zartheit und trockener Klarheit: der Klang ist nie verwaschen, sondern von einer warmen...