Kreis Germersheim: Gewerkschaft zieht Bilanz für das Baujahr 2018
580 neue Wohnungen gebaut

Viel zu tun für Bauarbeiter: Die hohe Wohnungsnachfrage hat in den vergangenen Jahren zu einem Boom der Baubranche geführt. 
Doch im sozialen und bezahlbaren Segment passiert weiterhin zu wenig, kritisiert die IG BAU.
  • Viel zu tun für Bauarbeiter: Die hohe Wohnungsnachfrage hat in den vergangenen Jahren zu einem Boom der Baubranche geführt.
    Doch im sozialen und bezahlbaren Segment passiert weiterhin zu wenig, kritisiert die IG BAU.
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  • hochgeladen von Anja Kiefer

Germersheim. Baubilanz für den Landkreis Germersheim: Im vergangenen Jahr wurden kreisweit insgesamt 580 Wohnungen gebaut – darunter 216 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 83 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU Süd-West-Pfalz beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

IG BAU-Bezirksvorsitzende Marina Rimkus sieht beim Neubau jedoch „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen“. Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80.000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

„Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Bezirkschefin Marina Rimkus. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.ps

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