Umweltdezernentin informiert Gremien bei Ortstermin
Deichsicherheit in Speyer erfordert Rückschnitte und Baumentnahmen

Wegen zu dichtem Bewuchs am Deichkörper entlang der sechs Deichkilometer zwischen Neuem Rheinhafen und Römerberger Gemarkungsgrenze sind umfassende Rückschnitt- und Fällungsmaßnahmen erforderlich.
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  • Wegen zu dichtem Bewuchs am Deichkörper entlang der sechs Deichkilometer zwischen Neuem Rheinhafen und Römerberger Gemarkungsgrenze sind umfassende Rückschnitt- und Fällungsmaßnahmen erforderlich.
  • Foto: Stadt Speyer
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Speyer. Die Konsequenzen, die Stadt und Forst aus den Auflagen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) nach der Deichschau auf Speyerer Gemarkungen ziehen müssen, wurden den Mitgliedern des Umweltausschusses und des Naturschutzbeirates diese Woche bei einem gemeinsamen Ortstermin erläutert. „Da es erforderlich ist, dringende Verkehrssicherungsmaßnahmen bereits vor den Gremiensitzungen zum Monatsende umzusetzen, haben wir zur gemeinsamen Radtour entlang des Rheinhauptdeiches eingeladen,“ begründet Umweltdezernentin Stefanie Seiler das zusätzliche Informationsangebot. Wegen zu dichtem Bewuchs am Deichkörper entlang der sechs Deichkilometer zwischen Neuem Rheinhafen und Römerberger Gemarkungsgrenze sind umfassende Rückschnitt- und Fällungsmaßnahmen erforderlich. Denn wasser- wie landseitig erfordert die Deichsicherheit Baumfreiheit. Mit dem Hinweis auf die Gefahr durch Windbruch und der Durchwurzelung des Deichkörpers argumentiert die SGD-Süd, dass ohne die fünf Meter breiten Deichschutzstreifen, die Funktionsfähigkeit der Deiche und somit deren Hochwasserschutz nicht dauerhaft sichergestellt werden kann. Für den Speyerer Auwald bedeutet das, dass innerhalb von drei Jahren rund 300 Bäume sukzessive eingekürzt beziehungsweise gefällt werden müssen. Dies erfolgt auf der Grundlage eines aktuell erstellten Artenschutzgutachtens. „Noch in diesem Jahr sollen 78 Bäume –gekennzeichnet mit einem rosafarbenen Kreuz- entnommen werden“, teilt Förster Uwe Fehr mit. Alle Bäume, die zusätzlich mit einer weißen Ziffer markiert seien, sind artenschutzrechtlich relevant. Hier würden Forst und Gutachter artenschutzrechtliche Maßnahmen abstimmen, beispielsweise einen dicht bevölkerten Stamm erhalten oder Fledermäuse vor der Baumfällung umsiedeln, erläutert Fehr.
Auch landseitig wurde bei der Deichschau der Schutzstreifen unter die Lupe genommen. Mit dem Ergebnis, dass die Bermenböschung –die Ausgleichsfläche parallel zum Syncreon Gelände- von Jungbäumen, Hecken und sonstigem Wildwuchs befreit werden müssen. Erhalten bleiben Ahorn, Eichen, Nussbäume, Weiden und die großen Pappeln. Ziel ist es, die Pflegearbeiten sukzessive ebenfalls im Laufe von drei Jahren durchzuführen, sodass parallel zum Rheinhauptdeich eine geschlossene Grasnarbe von fünf Metern Breite verläuft.Mit Blick auf die Artenvielfalt sicherte Sabine Wilke als Betriebsleiterin von Stadtgrün gegenüber Hermann Steegmüller und Roland Kirsch als Vertreter des Naturschutzbeirates zu, bei der Herbstmahd einen Altgrasstreifen für die Insekten stehen zu lassen. Abschließend dankte Beigeordnete Seiler für die konstruktive Runde und warb um Akzeptanz der Maßnahme vor dem Hintergrund der Beanstandung durch die SGD-Süd und deren Auftrag, Deichunterhalt und Deichsicherheit. „Die Rheinhauptdeiche dienen dem Hochwasserschutz des tiefliegenden Binnenlandes. Städte und Dörfer sind aber nur dann vor Hochwasser sicher, wenn sich die Deiche in einem einwandfreien Zustand befinden“, so Seilers Fazit. ps

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