Fördermittel in Höhe von 8 Millionen Euro für Stadtumbauprojekte in Pirmasens
Für City und Horeb naht die Rettung

Die Herzogstraße in Pirmasens gehört nach den Worten von OB Matheis zu den Teilbereichen des Horeb, die eine alte Bausubtanz aufweisen. Foto: Kling
  • Die Herzogstraße in Pirmasens gehört nach den Worten von OB Matheis zu den Teilbereichen des Horeb, die eine alte Bausubtanz aufweisen. Foto: Kling
  • hochgeladen von Andrea Kling

Pirmasens. Auf diese Nachricht hat man im Rathaus schon seit Herbst 2017 gewartet: Bund und Land fördern von 2018 bis 2021 den Stadtumbau mit der Gesamtsumme von 8 Millionen Euro. Mit dieser Zusage im Rücken sollen zwei Projekte, bei denen erhebliche soziale und städtebauliche Defizite vorherrschen, in Angriff genommen werden, so Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis. Dabei handelt es sich um Teilbereiche des Horebs sowie die zentrale Innenstadt. Mit diesen Maßnahmen könne ein wirtschaftlicher Prozess in Gang gesetzt werden, der sowohl Bürgern als auch Handwerkern und Investoren Auftrieb gebe, freut sich Matheis. Der „Werkzeugkasten der Möglichkeiten“ steht schon seit Monaten offen, denn die Fördergelder müssen sinnvoll angelegt werden. Im Vorfeld, so der OB, habe die Stadtspitze beim Land „Überzeugungsarbeit“ geleistet – mit Erfolg. Die jährlichen Zuwendungen in Höhe von 2 Millionen trägt zu 60 Prozent der Bund, 30 Prozent steuert das Land bei. Pirmasens selbst muss 10 Prozent aufbringen, allerdings ohne zusätzliche Belastung des Etats. Die Schwerpunkte, denen die Mittel zufließen, mussten vor der Förderzusage von der Aufsichts- und Dienstdirektion in Neustadt fachlich befürwortet werden. Alle diese Voraussetzungen habe man erfüllt, erklärt Bernhard Matheis, der die bislang erfolgreiche Stadtentwicklung im Winzler Viertel in der Innenstadt sowie auf dem Horeb fortsetzen möchte.
Oberste Priorität bei beiden Bereichen wird die Einbeziehung der Bürger haben. Aufgrund einer „verlässlichen Datenbasis“ mit Infos über städtebauliche Details und soziale Brennpunkte habe sich eine Arbeitsgruppe bereits ausführlich über sinnvolle Maßnahmen ausgetauscht. So soll als erster Schritt in der Innenstadt mit Leerständen sowohl bei Geschäften, als auch Wohnungen, ein Citymanager eingesetzt werden. Bereits im Herbst, so kündigt Matheis an, soll dieser seine Arbeit aufnehmen. Zunächst habe man mit Städten, die bereits Erfahrungen in dieser Richtung gesammelt haben, Kontakt aufgenommen. Nun solle umgehend eine Stellenausschreibung erfolgen. Gleichzeitig werde man die zahlreichen Werkstattgespräche auswerten, die Ideen aufbereiten und eine Konzeption erstellen. Dabei werde aber die Stadt keine Prioritäten setzen. „Die Innenstadt ist ein Spielfeld aller Beteiligten“, macht der OB klar. Das heißt Unternehmer, Hausbesitzer und die Stadt müssen gemeinsam agieren. Deshalb werde man da beginnen, „wo die größte Bereitschaft besteht, mitzuziehen“. Angestrebt ist eine Quartiersgemeinschaft mit einer gemeinsamen Konzeption und einer gemeinsamen Finanzierung.
Im Bereich Horeb soll nach dem Beispiel „Patio“ im Winzler Viertel Impulsprojekte umgesetzt werden, koordiniert durch einen Quartiersmanager. Sein Büro soll sich „mitten drin befinden, wo sich auch mal Krabbelgruppen treffen können und die Tür für alle Bürger in diesem Stadtteil offen steht“, wünscht sich Bernhard Matheis. Weil in manchen Bereichen – als Beispiel führt der OB die Herzogstraße an - die Häuser sich noch im alten Zustand ohne energetische Sanierung und altersgerechter Ausstattung befinden, wolle man finanzielle Anreize schaffen. Auch Anfragen von Investoren, die ganze Wohnblocks kaufen und modernisieren wollen, sollen berücksichtigt werden. Die Stadt werde dann als Vermittlerin fungieren.
Um die Bürger besser in dieses Vorhaben einzubinden, wird demnächst eine Versammlung aller Interessierten des Horebs stattfinden. Auch werden entsprechende Fragebogen verschickt. Erst nach Auswertung der Ergebnisse sowie einer Sozialanalyse kann das genaue Sanierungsgebiet „Horeb“ ausgewiesen werden.
Zu den weiteren Plänen der Stadtverwaltung für diesen Stadtteil zählt auch das Straßenausbauprogramm. Hier sollen die maroden Fahrbahnen nach und nach auf Vordermann gebracht werden.
Dank privater sowie städtischer Investitionen in den nächsten Jahren könne man schon fast von einem „Konjunkturprogramm“ sprechen, meint Matheis. Denn von den Maßnahmen profitieren auch örtliche Firmen. Schon jetzt ist der Oberbürgermeister zuversichtlich, dass die Zeichen in Bund und Land günstig stehen, die Förderung bis 2025 oder noch länger auszuweiten: „Es gibt bereits entsprechende Signale“. (ak)

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