Handball
Demonstration der Stärke - Haßlocher TSG Ladies without any chance / ohne jegliche Chance im Pfalzpokal gegen die Damen der TSG Friesenheim (Oberliga RPS) 17:27 (4:13)

Mit 27:17 besiegten die Eulen im Pfalzpokal im Auswärtsspiel in der Haßlocher TSG-Halle die Bären von der TSG. Zur Halbzeit war mit 13:4 für die Friesenheimerinnen schon alles gelaufen und die zweite Halbzeit ein besseres Trainingsspiel für die Eulen-Ladies.
  • Mit 27:17 besiegten die Eulen im Pfalzpokal im Auswärtsspiel in der Haßlocher TSG-Halle die Bären von der TSG. Zur Halbzeit war mit 13:4 für die Friesenheimerinnen schon alles gelaufen und die zweite Halbzeit ein besseres Trainingsspiel für die Eulen-Ladies.
  • hochgeladen von Wolfgang Merkel

Mit 27:17 besiegten in der Haßlocher TSG-Halle in der Ludwig-Gramlich-Straße die Handballerinnen der TSG Friesenheim, die Eulen, die Haßlocherinnen, die in den letzten Wochen so erfolgreich gewesen waren und bis zur Winterpause 12 Siege eingefahren hatten, aber gegen Friesenheim hoffnungslos unterlegen waren, gegen ein Team, das in absehbarer Zeit, wie mir Trainer Thorsten Engert nach dem Spiel sagte, in die Dritte Liga Süd, also in die Ära der Bundesligisten möchte.

Und, das sagte er nicht, aber das ist anzunehmen, da soll noch nicht Schluss sein. Die Herrenmannschaft kämpft ja derzeit gegen den Abstieg aus der Ersten Bundesliga.

Friesenheim startete naturalmente halbrechts mit Johanna Ebel, der Überspielerin in einem sehr geschlossenen, sehr kompakten Team, mit einer überragenden Shanice Kendra Little zwischen den Pfosten, die im Verbund mit der sehr aggressiven Deckung (Lina Wild links, Celine-Sofie Hemmers halblinks, Martina Storzum zentral mit der Halbrechten Johanna Ebel im Block, rechts Anja Wendler) den TSGlerinnen schon in den ersten Minuten den Zahn zog, so dass nachfolgend Verzweiflungswürfe, insbesondere von Jessica Glaser, zum Debakel der ersten Hälfte beitrugen. Selbst Leonie Schneider, die als einzige auf diesem Oberliga-Spitzenniveau, Tendenz Richtung Dritte Liga, einigermaßen mithalten konnte, hatte ein paar recht naive Versuche, die man dito in diese Schublade der Verzweiflungswürfe stecken könnte. Auch hatte Leonie Schneider, wie auch die anderen Spielerinnen erhebliche Probleme mit dem zu erwartenden aggressiven Forchecking, auf das die Damen der TSG Haßloch mental nicht vorbereitet schienen.

Dass die Friesenheimerinnen, die eine enorm starke Defensivleistung in der ersten Halbzeit realisierten, 2-Minuten-Strafen in Kauf nehmen würden, war offensichtlich mental bei den Haßlocher Ladies nicht programmiert und so kam, was kommen musste, Friesenheim führte zur Halbzeit mit 13:4, hatte offensiv noch so einiges liegen gelassen und ein Debakel kündigte sich an. Hätte es zur Halbzeit 4:18 gestanden, die Ladies von der TSG Haßloch hätten sich nicht beschweren dürfen.

In der Pause scheint Trainer Motz, der in der Startformation erstaunlicher Weise auf Lea Gärtner verzichtet hatte, nach Meinung des Autors ein taktischer Fehler, und sie erst nach 10 Minuten für Lydia Bachtler brachte, die richtigen Worte gefunden zu haben.

Mit ihr kam allmählich mehr Ruhe und Struktur und auch Courage ins Spiel der Haßlocherinnen, wiewohl auch nach ihrer Einwechslung phasenweise Chaos im Angriff und der Defensive herrschte, wenn Johanna Ebel mit raumgreifenden Schritten auf die Schnittstellen zusteuerte und mit enormer Willensstärke in diese hineinstieß und zum Abschluss drängte. Die Torminatorin, 6 Goals in der ersten Halbzeit, hatte allerdings auch ein paar Fehlversuche, was die Sache für die Haßlocherinnen noch halbwegs erträglich machte.

Aber zurück zur Pause und den nachfolgenden Minuten:
Die Ansprache in der Haßlocher Kabine durch den Trainer Peter Motz , taktische Hinweise und auf der Friesenheimer Seite ein Schonen der Goalgetterin und strukturierenden Kraft von halbrechts, Johanna Ebel, sowie ein Nachlassen in der Konzentration bei den Eulen, führten dazu, dass Haßloch die zweite Halbzeit ausgeglichener gestalten konnte. Ganz finster sah es noch in der 39. Minute aus, als es 6:19 stand. Schlussendlich ging, bedingt durch Unkonzentriertheiten, die auch zu einer bei den Eulen notwendigen Auszeit führten, die zweite Halbzeit nur noch mit 14:13 an die Eulen.
Mehrere Innenpfostentreffer der Friesenheimer Ladies in der zweiten Hälfte hatten dazu geführt, dass es mit 17:27 noch halbwegs erträglich für die TSG Haßloch in die Kabinen ging, was insbesondere auch Selina Henrichs Leistung auf Haßlochs Seite geschuldet war, die immer wieder einige Todsichere der Friesenheimerinnen hielt. Als sie durch Veronika Modzinski in der 47. Minute abgelöst wurde - das Trainerteam (Motz/Wingerter/Spieß) hatte das Match längst, verzweifelt, aufgegeben - war auch dieses positive Momentum Vergangenheit.

Trainer Motz sagte in einem Interview (4.1.19 in der „Rheinpfalz“/ Lokalsport/Neustadter Ausgabe): „Für uns ist der Aufstieg kein Thema. So weit sind wir noch nicht. Und wenn die Kandeler (liegen auf Platz eins der Pfalzliga, Anm. des Autors) komplett sind, muss man anerkennen, dass die einfach besser sind.“ Trainer Motz auf die „Frage“ von Sabine Dean („Die Rheinpfalz“): „Und in der Pfalzliga? Es qualifiziert sich zwar nur eine Mannschaft für die Oberliga-Aufstiegsrunde. Aber ihr Team liegt ja noch sehr gut im Rennen.“

Man darf prophezeien, dass es in Kandel, wenn Kandel komplett ist (Kuczaty, die Brecht-Sisters, die Kappes-Sisters, Schmitt), nur darum gehen wird, die Niederlage halbwegs in Grenzen zu halten.

Thorsten Engert, Trainer der Eulen-Ladies war in einem entspannten und erfreulich kooperativen Talk nach dem Match mit dem Verlauf des Spieles sehr zufrieden. Klare Angelegenheit, keine verletzten Spielerinnen, die Stars (insbesondere Johanna Ebel, Shanise Kendra Little) in der zweiten Halbzeit geschont für die kommenden Oberligaspiele, was will man mehr.
Und, so couragiert ist man bei den Eulen: „Natürlich wollen wir in den nächsten Jahren in die Dritte Bundesliga.“ (Thorsten Engert) auf Nachfrage des Autoren.
Auf meine Nachfrage nach Jade Walburg, noch A-Jugendspielerin, erfuhr ich, dass sie bei einem A-Jugend-Turnier im Einsatz war und deshalb nicht gegen Haßloch zum Einsatz kam. Schade, ich hätte sie gerne gesehen.

Peter Motz im Gespräch mit Jochen Willner von der „Rheinpfalz“,
(zitiert nach „Hatten uns etwas mehr vorgenommen“, „Die Rheinpfalz“/Lokalsport/ Neustadter Ausgabe vom 7.Januar 2019):
„Das waren meine längsten 60 Minuten auf der Bank. Wir sind in der ersten Hälfte zu keiner Phase ins Spiel gekommen. Erst in der zweiten Hälfte war es dann deutlich besser. Da hat man gesehen, dass die Mannschaft auch Handball spielen kann.“

Jessica Glaser (zit. nach „Die Rheinpfalz“ vom 7.1.2019):
„Es bleibt ein Rätsel, weshalb wir heute die Köpfe hängen ließen. Wenn wir das wüssten, hätten wir das schon früher abgestellt.“

Die Mannschaftsaufstellungen, in Klammern die Goals und 7meter:

TSG Haßloch:
Tor: Selina Henrich, Veronika Modzinski
Feld: „Rina“ Schmitt(1), Leonie Kripp(1), Leonie Schneider(5/2), Jessica Glaser(3), Lea Gärtner (1), Isabell Spieß (n.e.), Julia Spieß(3/2), Lydia Bachtler, Lena Motz ( (2) in der 57. Minute verletzt, Knie ?)

Beste Spielerinnen: Selina Henrich, Leonie Schneider

TSG Friesenheim:
Tor: Kendra Shanise Little, Carolin Aulenbacher
Feld: Anja Wendler (3/1), Johanna Ebel (6, in der ersten Hälfte), Martina Storzum (3), Celine-Sofie Hemmers (2), Lina Wild (4), Sandra Reis (5), Nina Wendler (4/2), Lisa Wendler

Beste Spielerinnen: Top-Mannschaftsleistung around Johanna Ebel+Shanise Kendra Little

Zuschauerzahl: lediglich 58 Zahlende, trotz großem „Rheinpfalz“-Interview als Vorankündigung zum Spiel (Interview erschien am Freitag, dem 4.Januar 2019, unter „Lokalsport“), auch ein TSG-Problem: die Zuschauerzahlen, siehe auch Herrenmannschaft Dritte Liga Süd.

Postscriptum: Die Personalmisere bei Haßlochs Damenmannschaft hat sich erheblich verschärft. Lena Motz musste in der 57.Minute vom Platz getragen werden, es sah nach einer Kniegeschichte aus, die Schmerzen waren offensichtlich erheblich, hoffen wir, dass es kein längerer Ausfall ist, waren doch auf dem Feld mit Julia Spieß in der Anfangsformation, auf der Bank mit Leonie Kripp und Isabell Spieß Spielerinnen, die monatelange Pausen und schwerwiegende Verletzungen hinter sich haben und nicht als voll einsatztauglich bezeichnet werden können. Es rächt sich, den Personalkader nicht entsprechend aufgestellt zu haben und im Verlauf der Rückrunde personell nicht nachgerüstet zu haben.

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