Wölfe im Pfälzerwald
Scheuer Jäger

Der Wolf fasziniert.
  • Der Wolf fasziniert.
  • Foto: Juergen Borris/NABU
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Ludwigswinkel. Nach über hundert Jahren kehrt der Wolf zurück in den Pfälzerwald. 2015 wurde der erste Wolf hier nachgewiesen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das Raubtier hier auch dauerhaft niederlässt.
Peng! Ein Schuss und der Wolf war tot. Im Januar 1874 wurde der letzte Wolf im Pfälzer Wald bei Hornbach bei Zweibrücken erschossen. Doch der Wolf kehrt zurück. Im September 2015 wurde auch im Pfälzerwald wieder ein Wolf nachgewiesen. An einem gerissenen Reh bei Ludwigswinkel im Dahner Felsenland wurde per DNA-Test belegt, dass hier ein Wolf unterwegs war.

2000 erstes Wolfsrudel in Deutschland

Der letzte Wolf in Deutschland wurde 1904 in Hoyerswerda erschossen. Aber 1998 wurden in der Muskauer Heide in Sachsen erstmals wieder zwei Wölfe gesehen. Das Wolfspaar bekam im Jahr 2000 Welpen. Mit diesen Welpen entstand das erste Wolfsrudel in freier Wildbahn seit der Ausrottung, weshalb dieses Jahr als Datum für die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland gilt. Heute leben etwa 200 Wölfe in 70 bis 80 Rudeln vorwiegend in Ost- und Norddeutschland.

Tisch ist reich gedeckt

„Ob und wann wir auch im Pfälzer Wald wieder Wölfe haben, weiß niemand“, sagt die Naturschutzreferentin beim Naturschutzbund (Nabu) Rheinland Pfalz Cosima Lindemann. Für den tierischen Jäger ist der Tisch jedenfalls reich gedeckt: Hirsche, Rehe und Wildschweine stehen auf seinem Speisezettel ganz oben. Und es gibt große Flächen, die nicht durch Straßen zerschnitten sind, sagt die Naturschützerin. Sie findet es faszinierend, dass der Wolf zurückkehrt, nachdem er gut 100 Jahre ausgerottet war.

Befürchtungen ernst nehmen

Dagegen stehen allerdings Konflikte, Ängste und Befürchtungen. Die nimmt das Land Rheinland Pfalz ernst. Gemeinsam mit Schäfern, Tierhaltern, Jägern und Naturschützern hat das Umweltministerium des Landes einen Wolfsmanagementplan erarbeitet. Es gibt Ansprechpartner für betroffene und das Land fördert Vorsorgemaßnahmen wie beispielsweise Elektrozäune für Schafshalter.
Da der Wolf in Deutschland so lange ausgerottet war, ist das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf in unseren Köpfen lebendiger als die wirklichen Tiere. Denn für den Menschen stellen die Raubtiere eigentlich keine Gefahr dar. Denn der Mensch entspricht nicht dem Beuteschema der Wölfe und außerdem sind die Tiere sehr scheu. Seit der Rückkehr des Wolfes ist kein einziger Mensch durch einen Wolf zu Schaden gekommen. Durch Bienenstiche sind dagegen beispielsweise im Jahr 2005 alleine 18 Menschen in Deutschland umgekommen. rk 

Wölfe im Internet

In die Freude über die Rückkehr des Wolfes mischen sich auch Sorgen und Ängste. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland Pfalz hat eine Internetseite mit Informationen und Antworten auf häufigen Fragen zum Wolf, Tipps zu Verhaltensweisen bei der Begegnung mit dem Wildtier und Maßnahmen zur Prävention für Landwirte zusammengestellt. Infos unter www.wolf-rlp.de.
Tiefergehende Informationen zum Wolf in Deutschland gibt es auf Seite der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf. Hier gibt es allgemeine Informationen zum Wolf, seiner Verbreitung in Deutschland sowie zu Ansprechpartnern und Präventionsmaßnahmen in den einzelnen Bundesländern. Infos unter www.dbb-wolf.de.
Auch der Nabu informiert eingehend über die Wölfe in Deutschland unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf . rk 

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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