Speyer als Metropolis Germaniae
Zentrum der Macht

Das Bild zeigt eine Stadtansicht von Sebastian Münster aus dem Jahr 1550. Die Stadt ist hier noch sehr mittelalterlich geprägt. Frühere Darstellungen gibt es kaum.
  • Das Bild zeigt eine Stadtansicht von Sebastian Münster aus dem Jahr 1550. Die Stadt ist hier noch sehr mittelalterlich geprägt. Frühere Darstellungen gibt es kaum.
  • Foto: Stadtarchiv Speyer
  • hochgeladen von Roland Kohls

Speyer. Im Mittelalter war Speyer einer der wichtigsten Zentren Deutschlands. Von hier wurde Weltpolitik betrieben: Der Investiturstreit wurde hier ausgetragen und der Gang von Canossa startete hier.

Zentrum der Macht

Mit einem Schlag wurde Speyer zum Zentrum der Macht in Europa. Im zehnten Jahrhundert wurde der Ort von Walter von Speyer noch als „Kühstadt“ bezeichnet, was soviel heißt wie Dorf. Dann beschloss Konrad II. nach seiner Thronbesteigung 1024 den Bau des Doms. Gut 100 Jahre später war Speyer die „Metropolis Germaniae“, die Hauptstadt Deutschlands. Es war die Zeit der Salier, in der in Speyer Weltpolitik betrieben wurde.
Mit dem Bau des Doms wollte Konrad II. seine Macht demonstrieren, erklärt die Leiterin des Stadtarchivs von Speyer Christiane Pfanz-Sponagel. Es war der größte Bau des Abendlandes und ist noch immer die größte erhaltene romanische Kirche. Mit dem Bau der Kirche ist Speyer sowohl an Fläche wie an Bevölkerung enorm gewachsen. Statt Bauern kamen Handwerker und Kaufleute.
Auch Heinrich III., Sohn Konrads II. legte besonderen Wert auf den Dombau und stattete ihn fürstlich aus. Er hat sich als von Gott persönlich eingesetzt gesehen. Über 50 Reichstage waren in Speyer in dieser Zeit. Unter anderem rief Bernhard von Clairvaux 1046 in Speyer zum zweiten Kreuzzug auf.
Wer hat das Sagen, Kaiser oder Papst? – das war der Konflikt, den Heinrich IV., der nächste Salier auf dem Königsthron, mit dem Papst austrug: der Investiturstreit. Von Speyer aus trat der vom Papst gebannte Kaiser seinen „Gang nach Canossa“ an. Heinrich IV. hatte den Dom, noch nicht ganz fertig, komplett umbauen lassen. Mit seinem Sohn Heinrich V. endete die Dynastie der Salier und die große Zeit Speyers.

Barbarossa sollte in Speyer beigesetzt werden

„Während der Speyerer Dom für alle Salier Grablegungsstätte war, ließen sich unter den Staufern nur noch B-Promis hier begraben“, sagt die Historikerin Pfanz-Sponagel. Friedrich I., der bekannte Kaiser Barbarossa sollte hier beigesetzt werden. Doch da er im Fluss ertrank und seine Leiche verschollen blieb, wurde nichts daraus.
Sein Sohn Heinrich VI. hielt im März 1193 Hoftag in Speyer als Richard Löwenherz als sein Gefangener hierher gebracht wurde, bevor er zur Burg Trifels kam. Aber Speyer war nur noch eine Pfalz unter vielen. 1529 blickte die Welt noch einmal auf Speyer, da hier mitten in der Reformation ein Reichstag abgehalten wurde. Die Mehrheit der Fürsten plädierte für den Katholizismus, die evangelischen protestierten, weshalb sie noch heute Protestanten genannt werden.

Kohl lud die Größen der Weltpolitik nach Speyer

Weltpolitischer Glanz fiel erst Ende des 20. Jahrhunderts auf die Stadt am Rhein. Bundeskanzler Helmut Kohl lud die Größen der Weltpolitik nach Speyer ein: Georg Bush senior, Michael Gorbatschow, Jacques Chirac und auch den Papst. Wie stark das Denken des Historikers Kohl von den Saliern geprägt war, zeigt nicht nur sein später Wunsch am Dom begraben zu werden, sondern auch die zahlreichen Bauten, die er beauftragt hat. Den Bau des neuen Plenarsaals, des Haus´ der Geschichte und der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn hat er angestoßen – mit seinem Namen verbunden sind sie nicht, weil der Umzugsbeschluss längst gefällt war, als sie fertig waren und der Kanzler mittlerweile Schröder hieß. rk 

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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