Lederstrumpf – Der wilde Unabhängigkeitskämpfer aus der Pfalz
Wahre Helden kommen vom Land

Edenkoben. Daniel Day-Lewis hat es schon getan, Lee Horsley auch, Lex Barker hat es getan und Emil Mamelok sogar schon 1920. Sie alle haben die Romanfigur, den gleichnamigen Helden und Trapper aus James Fenimoore Coopers „Lederstrumpf“ gespielt. Und wer hätte es gedacht, der tapfere und wilde Trapper war Südpfälzer.

In dem Romanzyklus des amerikanischen Schriftstellers wird der Lebensweg des Waldläufers Natty Bumppo, genannt „Lederstrumpf“, nachgezeichnet. Den Anstoß zu diesem berühmten Werk fand Cooper bei einer Vergnügungsreise ins nördliche New York und einem Besuch der Höhlen bei Glens Falls. Ein Reisegefährte äußerte zu Cooper, dass in diesen Höhlen die Szene eines Romans gelegt werden müsste. Die Gestalt des „Lederstrumpfes" erstand erneut in seiner Phantasie, und zwar in jüngerem Lebensalter und diesmal mit dem Beinamen des „Falkenauges". Sein mohikanischer Genosse Chingachook musste ihn begleiten, gefolgt von einem Sohne, dem letzten Sprossen des edlen Stammes der Uncas.
Vieles spricht dafür, dass es sich bei der Figur um den aus Edenkoben stammenden Pfälzer Johann Adam Hartmann gehandelt habe. 1743 in Edenkoben geboren, wanderte der damals 16-jährige Pfälzer nach Amerika aus. Dort lernte er von den Indianern Jagd- und Überlebenstechniken in der Wildnis und wurde ein bekannter Jäger und Fallensteller am Mohawk River. Er nahm im 18. Jahrhundert am Unabhängigkeitskrieg gegen das britische Empire teil. Überlieferungen berichten von einer Teilnahme an den Kämpfen am Mohawk River, ein Hauptwasserweg im Nord-Zentral-Teil des Bundesstaates New York. In der Schlacht von Oriskany konnten die Briten die Amerikaner allerdings besiegen. Nach der amerikanischen Unabhängigkeit wurden die Indianer bekanntermaßen nach und nach aus dem Bundesstaat New York vertrieben, Hartmanns Beruf als Fallensteller brachte ihm, in der nach europäischen Gesichtspunkten organisierten Natur, nur noch wenig Geld ein. Johann Adam Hartmann starb 1836 im stolzen Alter von 92 Jahren, völlig verarmt in Herkimer County im Staat New York. In Edenkoben erinnert ein Denkmal an ihn.
Zur gleichen Zeit lebte der Schriftsteller James Fenimoore Cooper ebenfalls im Staate New York. Seine fünf „Lederstrumpf“-Romane thematisieren die Erschließung des amerikanischen Westens durch weiße Scouts, Trapper und Siedler, aber auch die allmähliche Verdrängung und Vernichtung der indianischen Kultur. James F. Cooper wurde als das elfte Kind eines wohlhabenden Richters 1789 zu Burlington im Staate New Jersey geboren. Seine Jugend verbrachte er auf der väterlichen Besitzung am Otsego Lake, einem „Vorposten der Zivilisation" gegen Westen hin, dessen Lage Cooper selbst im Roman „Pionier" beschreibt. Dort lernte der Knabe unter all den merkwürdigen Gestalten des Lebens an der Grenze der Zivilisation seine Jäger, Trapper und Indianer kennen, unter ihnen den Wildtöter, den „Lederstrumpf". Die zeitliche und räumliche Nähe zu Hartmann sowie die Tatsache, dass Cooper während seiner Zeit in Europa auch in die Nähe von Edenkoben gekommen war, führte zu der Vermutung, dass Hartmanns Lebensgeschichte als Vorlage für die Figur des Lederstrumpf gedient haben könnte. Seit 1952 gedenkt die Stadt Edenkoben mit einer Tafel an Johann A. Hartmann. 1990 wurde der von Bildhauer Gernot Rumpf aus Neustadt gestaltete „Lederstrumpfbrunnen“ fertiggestellt und eröffnet.
Was an den Vermutungen dran ist, wird wohl nie geklärt werden können. Fakt ist und bleibt, Johann Adam Hartmann war ein echter Kämpfer und wilder Naturbursche mit Wurzeln in der Südpfalz. (cr)

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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