Ulrike Fank-Klett berichtet in einem Interview über ambulante Hospizarbeit
Hebammen am Lebensende

Ulrike, Du bist nun schon nahezu 2 Jahre die leitende Koordinatorin in der Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung. Wie würdest Du die Aufgaben der Ambulanten Hospizgruppe beschreiben?

Ulrike Fank-Klett: Um das genauer zu beschreiben, muss man vielleicht beim großen Zusammenhang anfangen. Wir als ambulanter Hospizdienst sind ja ein Glied in einem ganzen Netzwerk von Stellen, die für die Beratung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie deren Zugehörigen zuständig sind. Da gibt es die Ärztinnen und Ärzte, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Pflegeheime, stationäre Hospize, Krankenhäuser, Beratungsstellen, Pflegedienste, Pflegestützpunkte und viele mehr. Sie alle haben unterschiedliche Aufgaben, in denen sie tätig werden und unterstützen.
AMBULANTE HOSPIZDIENSTE begleiten die Menschen an den Orten, an denen die meisten die letzte Phase ihres Lebens verbringen: zuhause, im Pflegeheim, auch in Einrichtungen der Eingliederungshilfe oder im Krankenhaus. Bei unseren Einsätzen bringen wir Ehren- und Hauptamtlichen den Betroffenen und ihrem Umfeld Zeit, Wertschätzung, Mitgefühl, Verschwiegenheit und Achtsamkeit mit. Gerne unterstützen wir auch mit unserem Wissen über die Vorgänge am Lebensende, welches in den heutigen Gesellschafts- und Familienstrukturen leider häufig verlorengegangen ist. Ich sehe die Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter als so etwas wie die „Hebammen am Lebensende“. Sie begleiten den Übergang. In dieser speziellen Zeit sind sie da und helfen (aus-)zu halten.
Ist ein Mensch verstorben bietet die Ambulante Hospizgruppe den Hinterbliebenen verschiedene Möglichkeiten der Trauerarbeit an.
Unsere Angebote sind kostenfrei und können unabhängig von Konfession und Weltanschauung in Anspruch genommen werden. Die Kosten für Organisation, Supervision, Infrastruktur werden von den Krankenkassen gefördert, unsere Trauerangebote finanzieren wir bislang allein durch Spenden.

Und was sind Deine Aufgaben als hauptamtliche leitende Koordinatorin?

Ulrike Fank-Klett: Neben all den administrativen Aufgaben stelle ich zunächst die Kontakte her. Wenn Menschen eine hospizliche Begleitung brauchen, sind die Koordinatorinnen die ersten Ansprechpartnerinnen. Wir besuchen die Betroffenen, besprechen die Situation, bieten eine palliative Beratung an und suchen dann auf Wunsch eine passende Hospizbegleiterin oder einen Hospizbegleiter. Wenn es für beide Seiten stimmig ist, übernehmen von da an die Ehrenamtlichen die Besuche. Sie schaffen je nach Bedürfnis Raum für Gespräche oder Schweigen, Lachen oder Weinen, Singen, Beten, Fragen. Wir Koordinatorinnen stehen ihnen bei allen Anliegen zur Seite.
Weiterhin ist es meine Aufgabe, Kontakte und Austausch mit den verschiedenen Stellen des Netzwerks zu pflegen und in enger Zusammenarbeit mit dem Leitungsteam unsere Arbeit weiterzuentwickeln. Ich stehe auch unabhängig von Begleitungen für palliative Beratungen zur Verfügung und führe Trauer-Einzelgespräche durch.
Es ist vor allem die Arbeit am Menschen, wertfrei da zu sein und unterstützen zu können in dieser ganz speziellen Phase des Lebens, die mir sehr am Herzen liegt. Deshalb habe ich mich für diese Tätigkeit bei der Ambulanten Hospizgruppe entschieden.

Autor:

Claudia Leitloff aus Bruchsal

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