„Das Licht einer Stadt bleibt“
Interview: Daniele Gatti über Verdis Requiem, Wien und das atmende Erbe der Staatskapelle
Kurz vor dem Konzert des Verdi-Requiems treffe ich Daniele Gatti im Wiener Musikverein, in seiner Künstlergarderobe, die an diesem Nachmittag still und beinahe abgeschirmt wirkt. Draußen liegt Wien unter einem klaren, blauen Himmel; die Sonne fällt durch das Fenster, hell, aber nicht grell, und legt sich auf Wände, Möbel, den Raum. In der Ecke steht ein Bösendorfer-Flügel, auf dem Partituren liegen, als gehöre auch diese kurze Zwischenzeit noch selbstverständlich zur Arbeit des Abends. Gatti...