BriMel trifft
Boris Stijelja mit drittem Winzerkrimi
- Boris Stijelja in seinem Theater mit dem neuen Buch
- Foto: Brigitte Melder
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Deidesheim. Am 15. Oktober traf ich mich mit dem Deidesheimer Boulevard-Theaterleiter Boris Stijelja, um über sein neuestes Werk, dem dritten Buch „Comedy trifft Pfalzkrimi“ vom Milltown Media Verlag zu sprechen. Der Titel des Buches heißt „Das Gift im Winzerwein“ und der Kroate-Bu ermittelt wieder.
??? Herr Stijelja, das haben Sie aber ganz schön geheim gehalten, dass bereits das dritte Buch von Ihnen im Anmarsch ist.
Stijelja: (lacht) Ja, das war Absicht! Ich hab‘ diesmal nix gesagt, nicht mal meiner Mutter – und das will was heißen. Ich wollte einfach in Ruhe schreiben, ohne dass mich ständig jemand fragt: „Na, wie weit bist du?“ oder „Wann ist’s endlich fertig?“ Und wenn’s dann rauskommt, ist die Überraschung größer. Ich mag es, wenn Kunst wie ein guter Wein reift – still, im Dunkeln, bis sie dann plötzlich alle schmecken wollen.
??? Eine große Überraschung war das. In welchem Zeitraum haben Sie es denn geschrieben? War das in Ihrem letzten Heimaturlaub in Kroatien?
Stijelja: Teilweise, ja. Ich schreibe dort am liebsten. Kroatien ist für mich so was wie der Reset-Knopf fürs Gehirn. Sonne, Meer, und niemand fragt, ob das WLAN funktioniert. Da fließen die Ideen – und der Rotwein auch. (lacht) Aber viele Kapitel sind tatsächlich hier in der Pfalz entstanden, spät nachts im Theater, wenn alle schon weg sind. Da hörst du manchmal nur den alten Holzboden knarzen – und das ist die beste Inspiration für einen Krimi.
??? Sie fliegen ja jedes Jahr nach Kroatien, aber nicht nur zum Familienbesuch und Chillen, sondern auch um Raum für Ihre Ideen zu haben. So kommt es mir jedenfalls vor.
Stijelja: Ganz genau. Ich sag immer: In Kroatien tanke ich Herz, in der Pfalz tanke ich Humor. Ich brauch beides – sonst kipp ich um. (lacht) In der Pfalz riecht’s nach Riesling und in Kroatien nach Meer – und irgendwie ist das die perfekte Mischung, um Leichen zu erfinden, die sympathisch sind.
??? Sie träumen also nicht nur nachts solche Kriminalfälle?
Stijelja: Oh doch, manchmal sogar im Halbschlaf. Ich wach auf und denk: „Moment, wer hat denn jetzt wen umgebracht?“ Und dann merk‘ ich – ach, das war nur mein Kopf, der schon wieder arbeitet. Ich habe eine kleine Notiz-App, da stehen Sachen drin wie „Wein, Gift, Glockenschlag um Mitternacht“. Wenn mich jemand kontrolliert, denkt er bestimmt, ich bin komplett durch.
??? Bitte eine kleine Inhaltsangabe – um was geht es diesmal?
Stijelja: (lacht) Diesmal wird’s wieder pfälzisch – und ein bisschen tödlich! In „Das Gift im Winzerwein“ stirbt beim ersten Deidesheimer Mandelblütenfest ein Gast – natürlich kein Zufall. Zwischen Winzerkrieg, Künstlerkoller und Lokalpolitik stolpert mein „Kroate-Bu“ mitten ins Chaos und ermittelt mit viel Herz, Humor und einem Schuss Riesling. Ein echter Cosy-Pfalz-Krimi – warm, witzig und mit jeder Menge Lokalkolorit.
Das Buch ist ab sofort überall im Buchhandel erhältlich – und natürlich auch direkt über meine Webseite: www.boris-stijelja.de
??? Möchten Sie auch nochmal ein Kochbuch schreiben und bleibt es bei dem einen „Ćevapčići mit Winzerdip“?
Stijelja: Ach wissen Sie – das Kochbuch ist damals im Lockdown entstanden. Da hatte ich plötzlich Zeit, und der Kühlschrank war mein Bühnenpartner. Heute fehlt mir diese Zeit völlig – aber wer weiß: Wenn mich die Muse mal wieder packt, sperr ich mich ein paar Tage in die Küche und dann kommt vielleicht „Ćevapčići 2 – der kulinarische Rückfall“. Bis dahin bleib ich lieber beim Schreiben statt beim Anbrennen.
??? Wie viele Auftritte hatten Sie eigentlich dieses Jahr als Comedian?
Stijelja: Oh je… ich hab irgendwann aufgehört zu zählen. Zwischen 160 und 180. Und jedes Mal denk ich: „Jetzt mach ich mal Pause.“ Und dann kommt wieder jemand und sagt: „Komm, Boris, mach’s nochmal!“ (lacht) Ich bin halt ein Bühnenmensch – und Bühne ist wie Atmen, das hört man nicht auf, nur weil’s anstrengend ist.
??? Wir sehen uns ja am 8. November beim „Lachfestival XXL“ in Schwegenheim. Werden Sie wieder die Pfälzer und Kroaten gegenüberstellen?
Stijelja: Aber sicher! Das ist ja mein Leben – zwischen Riesling und Rakija. (lacht) Ich sag immer: Die Pfälzer und die Kroaten sind sich ähnlicher, als sie denken. Beide laut, beide herzlich, beide trinken gern. Nur der Akzent ist anders. Und das Publikum liebt es, wenn ich beides aufeinandertreffen lasse – das ist fast schon kulturelle Völkerverständigung mit Humor. Und was das „Lachfestival XXL in Schwegenheim“ betrifft – das ist für mich jedes Jahr ein echtes Highlight! Ich bin von Anfang an dabei, und es ist unglaublich schön zu sehen, wie dieses Festival wächst. Jedes Jahr wird’s größer, jedes Jahr voller – man bekommt ja kaum noch Tickets! Die Zusammenarbeit mit dem „Heimat- und Kulturverein Schwegenheim“ ist fantastisch – herzlich, professionell und mit ganz viel Herzblut. Da spiel ich wirklich von Herzen gern.
??? Ihnen gehen wohl nie die Ideen aus. Was kommt als Nächstes?
Stijelja: Also, wenn’s nach mir geht: der vierte Krimi, vielleicht mit einem Mord in einem Theater (aber bitte nur fiktiv!). Und vielleicht – ganz vielleicht – eine Theaterkomödie. Ich liebe diese Mischung: Spannung, Witz und Menschlichkeit. Und ganz ehrlich – Milltown Media ist da einfach ein großartiger Partner. Stephan C. Braun hat ein unglaubliches Gespür für Timing, Text und Temperament. Ohne ihn und das Team gäbe es das Buch und viele meiner Projekte so gar nicht. Die fördern meine Kreativität und sind immer mit Tipps und offenem Ohr für mich da.
??? Ganz lieben Dank für das Interview und alles Gute für Sie.
Stijelja: Ich danke Ihnen – und verspreche: So lange es Wein, Menschen und Geheimnisse gibt, wird mir nie langweilig. Und wehe, jemand versteckt wieder Gift im Winzerwein – dann schreib ich Teil 4! (lacht)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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