BriMel trifft
Zauberhafte Zithervirtuosin Gaby Kiessling

Gaby Kiessling an ihrer Zither | Foto: Brigitte Melder
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Böhl-Iggelheim, OT Iggelheim. Böhl-Iggelheim und seine Künstler, denn davon kennt man einige. Kennen Sie auch die Zitherspielerin Gaby Kiessling? Nein? Dann wird es Zeit, dass ich Sie Ihnen vorstelle. Am 13. Februar besuchte ich sie in ihrem schmucken Häuschen auf einen Kaffee.

??? Frau Kiessling, Sie sind Musikerin durch und durch und beherrschen das magische Zitherspiel wie keine andere. Sie haben im Laufe Ihres doch recht langen Lebens schon eine Menge erlebt. Gearbeitet haben Sie 35 Jahre als Musiklehrerin an der Musikschule in Haßloch und studierten an der Bundesakademie Trossingen Musik. Mit wie vielen Jahren haben Sie mit der Musik begonnen und wie ging es weiter?
Gaby Kiessling: Da mein Vater Zither spielte hat er mich schon mit 6 Jahren an die Zither gebracht. Mit 12 Jahren durfte ich damals bei einem Verein ein Solo-Stück vortragen. In dieser Zeit habe ich neben der Schule noch täglich 3 Stunden geübt. Ich wollte gerne nur Musik machen. Habe dann aber den Beruf „Technische Zeichnerin“ gelernt. Doch die Musik holte mich wieder ein. So entschloss ich mich, an der Bundesakademie in Trossingen die Lehrerprüfung zu machen. Dies habe ich nie bereut, denn jegliches Wissen führt einen ja weiter.

??? Mit Ihrem verstorbenen Mann zusammen haben Sie ja auch Konzerte gegeben und die führten Sie bis über das Meer und Japan. Erzählen Sie ein bisschen etwas über prominente Begegnungen, das interessiert die LeserInnen.
Gaby Kiessling: Eine Liste habe ich nicht, da dieses außergewöhnliche Instrument aber viele begeisterte, wurde ich auch zu besonderen Festlichkeiten eingeladen. Die Älteren von den Lesern erinnern sich bestimmt an die Kammersängerin Erika Köth. Zu ihrem 50. Geburtstag musizierte ich und war mir damals gar nicht bewusst, welcher Weltstar sie war. Meine prominenteste Begegnung war der ehemalige Präsident von Amerika Bill Clinton. Die Feier war in einer noblen Hütte im Stadtwald von Baden-Baden und wurde von Brenners Parkhotel ausgerichtet. Da waren viele Persönlichkeiten von Politik und Wirtschaft dabei. Zusammen reisten wir auch nach Monaco, um bei einer Weihnachtsfeier zu musizieren. Die Präsidentin des „Internationalen Deutschen Clubs“ lebte in Karlsruhe und hat uns spontan für dieses besondere Event engagiert. --- Beim Wettbewerb „Prager Winter“ bekam ich einen Sonderpreis, weil ich das Pflichtstück in tschechischer Sprache so gut konnte. --- Natürlich noch Japan - dieses ferne Land -, dort wird die Zithermusik sehr gerne gehört. Es gibt dort sogar einen Zither-Verband. Durch die vorbildliche Organisation von neun Konzerten in Tokio und ganz Japan in sehr großen Hallen waren alle ausverkauft, ein grandioses Erlebnis.

??? Frau Kiessling, Sie sind nicht nur sehr sympathisch, Sie sehen zudem auch noch fantastisch aus. Sind das die wundervollen Gene oder verraten Sie uns Ihre Tricks?
Gaby Kiessling: Oh, ich danke Ihnen für das Kompliment. Nun, es hält sich in Grenzen, vielleicht ist es die gute Luft hier am Waldrand. Ich lebe sehr bescheiden und versuche einen gleichmäßigen Tagesablauf einzuhalten. Ich glaube auch, dass ein Stück Dankbarkeit und die Musik dazu beitragen ein bisschen Freude auszustrahlen.

??? In Böhl-Iggelheim sind Sie oft im Kreativhaus h6 anzutreffen, wo Sie ab und zu musizieren und beim Künstlertreff dabei sind. Fühlen Sie sich in dem Kreis besonders wohl?
Gaby Kiessling: Ja, das kann ich bestätigen. Im Kreativhaus bei Tina Krauß empfinde ich, dass alles eine sehr liebevolle Ausstrahlung hat. Die Leute, die Gespräche sind sehr wohltuend und gegenseitig wertschätzend. Im Künstlerkreis sich zu treffen ist eine wunderbare Sache. Vor allem auch die Vielseitigkeit. Dort trifft man Kunstmaler, Schriftsteller, außergewöhnliche Handwerks-Begabte und auch Schauspieler. Es entstehen da immer wieder neue künstlerische Ideen von sehr netten Leuten. Übrigens spiele ich am 4. Mai (Sonntag) von 14 bis 17 Uhr im Kreativhaus h6 wieder auf meiner Zither und freue mich über Zuhörer.

??? Sie musizieren nicht nur, sondern schauspielern auch. Sie hatten am Staatstheater in Wiesbaden und Darmstadt Operettenauftritte, aber auch heute fühlen Sie sich in der Robe von Liselotte von der Pfalz sehr wohl mit der Perücke und dem Schmuck dazu. Hätten Sie lieber damals gelebt oder sind Sie mit dem Leben heute und hier zufrieden?
Gaby Kiessling: Direkt schauspielern tue ich nicht, vielleicht mal zwei oder drei Sätze einbringen. Dies ist mehr begleitend mit oder durch die Musik. Nach der Pandemie habe ich mir verschiedene Solo-Programme erarbeitet. Auch die „Liselotte von der Pfalz“, eben als Vortrag, mit Musik aus dieser Zeit. Wenn ich im Kostüm erscheine, so bringt das schon etwas Aufsehen. Mit unserem heutigen Lebensstandard möchte ich aber nicht tauschen. Unsere Kleidung ist da ja auch so viel bequemer und ungezwungen.

??? Historische Dinner und Theaterstücke von Moliere liegen Ihnen ebenso. Hatten Sie denn vielleicht schon einmal eine TV-Erfahrung in Ihrem Leben?
Gaby Kiessling: Es sind wohl ein paar Jahre her, da wurde auf der Hohen Loog eine Weihnachts-Sendung aufgezeichnet, wo ich ein Solo spielte, auch in Landau auf dem Nikolausmarkt. Das Fernsehteam war sogar schon bei mir im Garten für einen Video-Clip, auch wegen Zither und meinem Unterricht.

??? Sie können jede Musikrichtung auf Ihrer Zither spielen, auch Menuette oder? Wie alt ist sie denn? Haben Sie mehrere oder nur die eine? Vielleicht ein Lieblingsinstrument?
Gaby Kiessling: Ich spiele zurzeit gerne auf meiner Alt-Zither; das bedeutet die Stimmung des Instruments. Sie klingt vier Töne tiefer als allgemein, hat eine etwas größere Mensur und dadurch einen wunderbaren weichen Klang. Um den heutigen Hörgewohnheiten gerecht zu werden, hat das Instrument einen Tonabnehmer und dazu einen Verstärker.

???
Den letzten Auftritt „Wie es damals war“ hatten Sie in Frankenthal beim Tanzstudio Semira und wie ich las, war auch dieser Auftritt von Erfolg und mit viel Applaus und netten Worten bedacht worden. Werden Sie von den Veranstaltern gebucht oder gehen Sie selbst auf die Suche nach Locations?
Gaby Kiessling: Die meisten Auftritte ergeben sich oft aus vorherigen Veranstaltungen. Ich bin ja ein sehr kontaktfreudiger Mensch und suche, wie alle Musiker und Künstler, auch gerne mal eine neue Spielstätte. Ich handle nach dem Motto „Die Freude die man gibt – kehrt ins eigene Herz zurück.“ Ich bin dankbar und gespannt, was das Leben noch bringt.

??? Egal, was Sie machen, Sie haben immer Freude daran und viel positive Ausstrahlung. Sie sind eine geschätzte Musikerin, mit der man gerne eine Veranstaltung glänzen lässt. Danke für das Gespräch und alles Gute! (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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