BriMel trifft
Extrem-Kajakfahrer Leon Bast
- Der sympathische Extremsportler Leon Bast
- Foto: Jakub Sedivy
- hochgeladen von Brigitte Melder
Landau: Am 19.10.25 traf ich mich mit dem 27-jährigen Leon Bast, den ich beim CleanUp-Event vom Clean River Project e.V. am Ludwigshafener Kiefweiher kennenlernte. Der Extremsportler und Abenteurer hat viel zu erzählen. Er studiert, ist Botschafter für das Clean River Projekt und ist zudem noch ein top Kanute. Heute wollte ich mehr von ihm wissen.
??? Herr Bast, was und wo studieren Sie denn?
Bast: Sportwissenschaften am I.S.T in Düsseldorf. Mein Studium findet als Fernstudium statt, wodurch ich zu jeder Zeit Weltweit an verschiedenen Trainings, Wettkämpfen und Expeditionen teilnehmen kann.
??? Beteiligen Sie sich öfter an solchen CleanUp-Events oder war das einmalig? Und wie kamen Sie dazu? Durch die Paddlergilde e.V.?
Bast: Ich bin seit 2023 internationaler Botschafter für das Clean River Projekt. Beim Kanufahren bin ich täglich mit Umweltverschmutzung und stetig nachlassender Wasserqualität konfrontiert. Ich bin der Meinung das Alle ihren Teil zum Umweltschutz beitragen können und sollten.
??? Sie haben nicht nur die Deutschen Meisterschaften und den Europacup gewonnen, sondern sind auch bei mehreren Weltmeisterschaften im „Freestyle“ mit dem Nationalteam im Kajakfahren angetreten. Welche Ziele haben Sie noch?
Bast: Als nächstes geht es für mich wieder zurück nach Uganda an die Quelle des Nils, um mich dort auch auf die bevorstehende Europameisterschaft vorzubereiten. Die EM findet nächstes Jahr im Juni in Finnland statt. Ansonsten einfach ganz viel Paddeln und eine gute Zeit auf dem Wasser haben! Bald geht auch wieder die Wildwasser-Saison im Schwarzwald los; darauf freue ich mich sehr.
??? Ein Bericht über Sie wurde ja bereits im Dezember 2023 ausgestrahlt. Da ist ja eine Menge dazwischen passiert. Sie bereisen seit über 10 Jahren die Welt, um die gefährlichsten Wildwasser zu befahren, müssen in 45 Sekunden so viele Tricks wie möglich zeigen, denn das gibt dann entsprechend viele Punkte. Gehen die Ideen nicht irgendwann aus?
Bast: Es gibt so viele schöne Orte auf der Welt, die ich gerne noch mit meinem Kanu bereisen möchte. Je mehr ich unterwegs bin, umso länger wird die Liste. Einer meiner Zielorte ist definitiv Papua-Neuguinea. Auch im Himalaya habe ich noch ein paar Projekte, die ich gerne in naher Zukunft umsetzen würde.
??? Spielen Sie nicht ein wenig mit Ihrem noch so jungen Leben?
Bast: Wir haben ein sehr gut ausgearbeitetes Sicherheitskonzept, wenn wir mit unseren Kajaks in schwerem Wildwasser unterwegs sind. Auch das Team spielt eine sehr wichtige Rolle, denn im Notfall muss ich meinem Team auch mit meinem Leben vertrauen. Deswegen sind wir alle stets gut vorbereitet, verfügen über das notwendige Sicherheitsequipment und versuchen so alle Risiken zu minimieren. Dennoch bleibt ein Restrisiko!
??? Es geht um Geschwindigkeit bei Wildwasserrennen und aufregende Stromschnellen, die Sie faszinieren? Auf einem glatten See zu paddeln wäre dann für Sie wohl langweilig.
Bast: Kajakfahren ist immer eine tolle Sache und manchmal brauche ich auch die ruhigen Paddeltage oder das Basistraining in leichten Stromschnellen. Bei einer tollen Landschaft macht es auch immer sehr viel Spaß auf ruhigem Gewässer zu paddeln.
??? Wenn Sie im Ausland unterwegs sind, nehmen Sie auch etwas anderes wahr als Stromschnellen? Die Natur und Menschen?
Bast: Ja, das ist auch mindestens genauso wichtig wie das Kanufahren an sich. Das Erleben von Kultur und auch immer das damit verbundene Essen sind für mich sehr wichtige Punkte beim Reisen. Gerne nehmen wir uns dafür auch einige Zeit frei, um die Möglichkeiten vor Ort zu erkunden.
??? Beim Salto im Wildwasser haben Sie „einen Adrenalinkick und die Zeit bleibt stehen“ sagen Sie. Hatten Sie bisher noch keinen Unfall bei solchen „Stunts“?
Bast: Von schwerwiegenden Unfällen bin ich selbst bisher nicht betroffen gewesen. Auch für die Zukunft, hoffe ich sehr, dass es dabei bleibt und ich meinem Sport noch lange und gesund nachgehen kann. Durch die schon oben angesprochenen Sicherheitsfaktoren versuchen wir alle Risiken stets zu minimieren.
??? Sie trainieren im Fitnesscenter, machen Yoga, fahren Fahrrad und trainieren dann noch im Wildwasser im Schwarzwald. Mehr Vorbereitung geht nicht. Sie müssen ja wirklich top fit sein oder?
Bast: Ein allumfassendes Training ist sehr wichtig, um den starken Belastungen, die während dem Sport auftreten, standzuhalten. Ich würde meine Fitness als durchaus sehr gut beschreiben, sehe als Sportler aber auch immer Raum nach oben und Platz zum Optimieren.
??? Mit wie vielen Jahren haben Sie mit dem Wassersport begonnen?
Bast: Ich habe mit damals 12 Jahren in einem Schlauchboot das erste Mal einen Fluss bepaddelt. Über verschiedene Trainings und einen guten Verein ging es dann immer weiter. Heute bin ich über 10 Jahre im Nationalteam und freue mich auf weitere gute Jahre. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.