BriMel trifft
Zwei Frauen auf dem Weg zum Kilimandscharo
- Interviewpartnerin Heike Streit aus Böhl
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Böhl-Iggelheim. Am 28. Oktober traf ich mich mit der sportlichen Böhl-Iggelheimerin Heike Streit, da sie im Februar 2026 mit ihrer Freundin Karin Hasselbach aus Germersheim den höchsten Berg von Afrika, den Kilimandscharo besteigen möchte.
??? Frau Streit, da haben Sie sich ja etwas vorgenommen für das neue Jahr! Wie kommt man darauf, den Kilimandscharo besteigen zu wollen? Er gehört ja zu den höchsten Bergen der sieben Kontinente. Die Landschaft wurde 1987 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Streit: Es war schon immer ein Traum von mir und mit 60 wird´s Zeit diesen Traum wahrzumachen. Eine Safari in Tansania im letzten Jahr hat dafür den Ausschlag gegeben.
??? Sie trainieren dafür täglich, um gute Kondition zu bekommen?
Streit: Ja, ich trainiere täglich, auch unabhängig von der Tour: vor der Arbeit Kraft- und Dehnübungen auf der Yogamatte. Dann kommen noch drei bis vier Laufeinheiten dazu, davon eine lange Einheit von 15-20 Kilometer in der Woche und eine Wanderung mit Steigungen im Pfälzer Wald zusammen mit Karin. Wenn wir wieder zurück sind, plane ich für den März einen Marathon, denn wer rastet der rostet (lacht). Jetzt im Oktober war ich noch in Südtirol zum Wandern. Außerdem achte ich auf eine gesunde, vollwertige und pflanzenbasierte Ernährung. Der Februar als Reisezeit ist gut gewählt wegen der Kälteanpassung über Winter, da trägt man den Winter noch in sich. Diese Kälteanpassung ist enorm wichtig für die eisigen Nächte am hohen Berg und im Krater selber, wo wir eine Nacht campieren werden.
??? Sie wollen ja bis bestimmt ganz hinauf zum Uhuru Peak auf 5893 Meter?
Streit: Ja, das stimmt, aber zuerst eine kurze Begriffserläuterung.
Oft wird als Bezeichnung für den höchsten Berg Afrikas der Name Kilimandscharo verwendet, was aber nicht korrekt ist, da dies der Name des gesamten Hochgebirges ist.
Der Kibo (Swahili, deutsch: „Der Helle“) ist mit 5895 Metern der höchste Berg am Mount Kilimandscharo, seinen Gipfel nennt man Uhuru Peak.
??? Sie wollen also nicht nur auf den höchsten Berg Afrikas, Sie wollen auch noch dort oben übernachten?
Streit: Ja genau, für viele der Bergsteiger am Kibo ist das große Ziel den Gipfel zu erreichen, mehr interessiert sie nicht. Der Kibo hat aber noch viel mehr zu bieten:
Innerhalb des Kibo-Kraters befindet sich der Reuschkrater, er ist also der innere Krater des Mount Kilimandscharo. Außerdem kann man noch einen der letzten Gletscher dort erleben: den Furtwänglergletscher. Beides befindet sich auf dem weitläufigen Gipfel. Wir werden uns Zeit für Reuschkrater und Furtwänglergletscher nehmen und deswegen auch im Krater selber übernachten, was nur die allerwenigsten Kili-Besteiger tun. Vor dieser Nacht ist mir ein wenig Angst, denn dort oben in fast 6.000 Metern Höhe ist es bitterkalt bis zu minus 20 Grad.
??? Wie bereiten Sie sich auf diese Reise vor?
Streit: Der Aufstieg auf den höchsten Berg Afrikas ist kein Sprint, sondern ein Marathon und mit Langstrecken habe ich schließlich Erfahrung (lacht). Die Afrikaner haben dafür einen Ausdruck auf Swahili „Pole Pole“, was übersetzt ungefähr „ganz langsam machen“ bedeutet.
Neben dem Ausdauertraining ist eine gute detaillierte Planung wichtig. Die Ausrüstung muss gut durchdacht sein, denn viel kann man nicht mitnehmen, alles muss den Berg hinauf und wieder hinunter getragen werden. Wir durchschreiten mehrere Klimazonen, vom Regenwald am Anfang bis zur Polarzone am Berg. Wasser und Strom gibt es nicht, allerdings soll der Handyempfang ganz ordentlich sein (lacht).
??? Von der Reisezeit her liegen Sie ja richtig für eine Kilimandscharo-Besteigung, da die Trockenzeit von Dezember bis Mitte März geht. Na hoffentlich verschiebt sich die anschließende große Regenzeit nicht nach vorne. Kalkulieren Sie Regen mit ein für Ihr Gepäck? Wie groß wird Ihr Rucksack sein und was muss unbedingt ins Gepäck, um auch in der Not zu überleben?
Streit: Wir haben exklusiv ein Team von 15 Mann für diese rein private Tour gebucht (https://bensonsafaris.de/mount-kilimandscharo) und bewusst keine Gruppenreise. Davon sind zwei Guides für die Führung der Gruppe auf den Berg verantwortlich, die anderen zum Tragen der Ausrüstung engagiert. Das heißt wir müssen selbst nicht zu viel schleppen, nur unseren Tagesrucksack. Alles andere übernehmen unsere Träger: Zelte, Schlafsäcke, Verpflegung, einfach alles, was wir brauchen. Unterwegs gibt es keinen Supermarkt. Jeder einzelne Träger darf nur mit 15 Kilogramm Gewicht am Aufstieg teilnehmen Was unbedingt mit ins Gepäck muss ist eine Powerbank, denn es gibt keine einzige Möglichkeit das Handy oder die Stirnlampe aufzuladen. Kleidung im Zwiebellook von sommerlich bis Eiseskälte. Auch Kleidung für eventuellen Regen oder Schnee muss man immer einplanen.
??? Der Berg ist ja ein beliebtes Ziel für Abenteuerurlauber, haben Sie schon einen ähnlichen „Abenteuer-Urlaub“ vorher gemacht oder ist das Ihr erster?
Streit: Nein, es ist nicht mein erster. Ich war schon im Anapurna-Gebiet in Nepal unterwegs und das war ebenfalls ein großes Abenteuer.
??? Wenn Sie sozusagen Blut geleckt haben und Ihnen das super gefällt, wäre welcher Berg das nächste Ziel?
Streit: Ganz klar eine Alpenüberquerung. Das wollte ich auch schon immer einmal machen. Und die Alpen liegen ja sozusagen vor der Haustür.
??? Wie lange werden Sie für die Tour brauchen?
Streit: Insgesamt werden wir 14 Tage unterwegs sein, davon neun Tage am Berg.
??? Hängen Sie auch noch Erholungstage dran oder geht’s gleich wieder zurück nach Böhl-Iggelheim?
Streit: Nein, wenn wir schon einmal dort sind werden wir zwei Tage früher zwecks Akklimatisierung anreisen und noch anschließend drei Tage dranhängen zum Relaxen.
??? Führen Sie Tagebuch zu Ihrer Tour?
Streit: Ja, und den Inhalt zeige ich Ihnen, wenn wir wieder zurück sind und ich Ihnen von unserer Besteigung erzähle.
??? Dann bleibt nur noch „Gutes Gelingen und gesunde Wiederkehr“ zu wünschen. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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