Pfälzerwald-Hütten sind Weltkulturerbe
Hüttenkultur

Die Pfälzerwald-Hütte „Hohe Loog“ wird von der Ortsgruppe Hambach des Pfälzerwald-Vereins betrieben
  • Die Pfälzerwald-Hütte „Hohe Loog“ wird von der Ortsgruppe Hambach des Pfälzerwald-Vereins betrieben
  • Foto: Jens Vollmer
  • hochgeladen von Roland Kohls

Wandern. Bei einer Wanderung durch den Pfälzerwald braucht man nicht auch noch Proviant mitschleppen. Denn in den über 80 Pfälzerwald-Hütten wird man bestens versorgt.

Die letzte Etappe ist fast geschafft, der Akku leer, der Schweiß rinnt von der Stirn – jetzt wird es Zeit für eine Verschnaufpause! Die Rettung naht, der Duft Leberknödel mit Sauerkraut liegt in der Luft, die Pfälzerwald-Hütte ist in Sicht. Mit einem Bier oder einer Weinschorle ist der Durst schnell gelöscht. Dazu die Leberknödel oder andere Pfälzer Spezialitäten und schon geht’s einem wieder besser. Eine klassische Wanderung in der Pfalz: Malerische Waldwege, bizarre Felsformationen, dazwischen hin und wieder ein steiler Anstieg – eine Wanderung durch den Pfälzerwald hat’s auch mal in sich. Und um Hunger und Durst zu stillen, kehrt man in eine der urigen Hütten mitten im Wald ein. Wer im Pfälzerwald wandert, braucht sein Proviant nicht im Rucksack herumschleppen. Die Pfälzerwald-Hütten bieten Wanderfreunden, Mountainbikern und Ausflüglern eine Rast inmitten der Natur. Das gibt es sonst nirgendwo in Deutschland, außer noch in den Alpen.
Ende des 19. Jahrhunderts gab es ein Naturschutz- und Gemeinschaftsbestreben, das überregional vor allem bei der urbanen Bevölkerung entstand. Gerade die Menschen aus den Industriestädten Ludwigshafen und Mannheim wollten am Wochenende raus aus ihren beengten Wohnungen in die Natur und an die frische Luft. Der Pfälzerwald war damals touristisch noch nicht erschlossen und ohne Infrastruktur. Der Pfälzerwald-Verein, der vor fast 120 Jahren gegründet wurde, änderte dies, legte Wanderwege an, markierte und verzeichnete sie in Karten. So wurde der Pfälzerwald zu einem Magneten für Wander- und Naturfreunde. Das war auch der Ursprung der Hüttenkultur. Denn auch die meisten Hütten werden vom Pfälzerwald-Verein betrieben. Auch die Naturfreunde betreiben 14 Naturfreundehäuser, die ebenfalls bewirtschaftet sind. Daneben gibt es noch einige Waldgaststätten, so das Zentrum Pfälzerwald Touristik. Aber ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer der Ortsvereine würde die Bewirtung in den Hütten nicht funktionieren. Meist sind es Ehrenamtler, die Kochen, den Ausschank betreiben und Reparaturen an den Hütten vornehmen, damit Gäste von Nah und Fern sich hier wohlfühlen.
Rheinland-Pfalz hat laut statistischem Bundesamt mit 40,6 Prozent den größten Waldanteil aller Bundesländer und der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Und 12.000 Kilometer Wanderwege – vom Pfälzerwald-Verein gehegt und gepflegt - ziehen sich durch diesen Wald. Zahlreiche Burgen, Burgruinen, Felsformationen, Aussichtspunkte oder Brunnen gibt es im Pfälzerwald zu entdecken. Und inmitten dieses Natur-Kleinods befinden sich die etwa 80 bewirtschaftete Hütten und noch einige Gasthäuser, in denen man teilweise auch übernachten kann. Das gibt’s so ähnlich noch in den Alpen, sonst aber nirgends.
„An den vielfältigen Bewerbungen, die Jahr für Jahr bei uns eingehen, sieht man wie reich unser Land an wertvollen Traditionen ist,“ sagte der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf im Mai 2020, als die Bewerbung der Pfälzerwald-Hütten als immaterielles Kulturerbe der UNESCO abgegeben wurden. Knapp ein Jahr später gab es den Titel von der Organisation der Vereinten Nationen für die Hüttenkultur. Diesen Ehrentitel bekamen in Deutschland zum Beispiel auch das Bierbrauen oder der rheinische Karneval. uck 

Weg der Ritter
Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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