Das kommt auf Schiedsrichteranwärter zu
Der Weg zum Nachwuchsschiedsrichter

Anspruchsvolle Aufgaben des Schiedsrichters Foto:Pixbay/taniadimas

Fußball. Das Hobby Fußballschiedsrichter beansprucht viel Zeit und ist auch nicht immer einfach, aber man lernt, sein Selbstvertrauen zu verbessern. Durch viele Spielleitungen spielt sich irgendwann Routine ein, auch dadurch kann man im Laufe der Zeit besser mit Menschen umgehen. Leider gibt es viel zu wenig Unparteiische, um alle Spiele am Wochenende besetzen zu können.

von Finn Subal , er ist seit dem 8. Oktober 2017 Fußballschiedsrichter und pfeift in der Schiedsrichtervereinigung Kusel-Kaiserslautern.

In der Sportschule Edenkoben bekommt man in drei Tagen alle 17 Fußballregeln beigebracht. Diese Ausbildung wird von drei erfahrenen und qualifizierten Schiedsrichtern und ehemaligen Schiedsrichtern durchgeführt. Zu Beginn ist es sehr wichtig, einem der SWFV (Südwestdeutscher Fußballverband) zugehörigen Vereine anzugehören und sich dann über das Internet anzumelden. Außerdem sollte man mindestens zwölf Jahre alt sein. Für diese Ausbildung entsteht für Verpflegung und Unterkunft ein kleiner Unkostenbeitrag.

Ablauf in der Sportschule:

Die Ausbildung beginnt freitagsmorgens um 8.30 Uhr mit einer Begrüßung der Teilnehmer. Danach bekommt man das ganze Fußballregelwissen erklärt, das man selbstverständlich in den nachfolgenden Spielen abrufen muss. Die wichtigsten Regeln, die den Referees immer wieder begegnen werden, sind die Regel elf „Abseits“ und Regel zwölf „Fouls und unsportliches Betragen“. In den drei Tagen müssen 24 Unterrichtsstunden absolviert werden. An diesen Tagen werden von den Lehrgangsleitern ebenso Vorträge gehalten, wie zum Beispiel über Gewaltprävention. Es ist sehr nützlich, sich das Gelernte zwischen den Vorträgen mitzuschreiben, da es für das Lernen am Abend hilfreich sein kann. Am Abend wird ebenso eine Zwischenprüfung geschrieben, um den Stand über die Regelkenntnisse zu prüfen, diese wird danach auch besprochen. Es kann auch sehr helfen, alle beigebrachten Regeln und Informationen über das Schiedsrichterwesen abends nochmals gut zu lernen.
Am letzten Tag wird nun die entscheidende Abschlussprüfung geschrieben. Diese Regelprüfung besteht aus 30 Regelfragen, in der insgesamt 60 Punkte erzielt werden können. Wenn man mindestens 50 Punkte erreicht hat, gilt die Ausbildung zum Schiedsrichter als bestanden.
Wenn man in dem Punktebereich zwischen 40 und 49 Punkten liegt, gibt es die Möglichkeit, eine Nachprüfung zu absolvieren. Erreicht man in der Nachprüfung weniger als 50 Punkte, hat man die Schiedsrichterausbildung leider nicht bestanden und muss den gesamten Neulings-Lehrgang beim nächsten Mal wiederholen.

E-Learning von zu Hause:

Es besteht aber auch eine andere Möglichkeit, Fußballschiedsrichter zu werden, nämlich von zu Hause aus. Denn man bekommt über ein Programm namens „DFB Online Lernen“ alle Regelfragen, Videos, Bilder und Präsentationen, die auch in der Sportschule Edenkoben durchgeführt und durchgesprochen werden, zugesandt. Der Einstieg in das E-Learning-Programm ist jederzeit möglich, aber dadurch ist es die eigene Verantwortung des Schiedsrichteranwärters, wie er sich auf die Prüfung vorbereitet. Der Anwärter benötigt für das E-Learning einen Videoplayer und einen Computer. Für die anstehenden Neulings-Lehrgänge müssen sich die Teilnehmer ebenso anmelden und dann am letzten Tag in der Sportschule in Edenkoben erscheinen. Dort schreiben sie dann mit allen anderen Neulingen die Regelprüfung. Hier herrscht dann auch dieselbe Bewertung wie bei dem normalen Anwärterlehrgang.

Nach der bestandenen Prüfung:

Nach der Abschlussprüfung wird noch der Umgang mit dem „DFB.net“ erklärt. Wie die Spielberichte gemacht und Sonderberichte geschrieben werden, müssen die Schiedsrichter wissen und sich damit auskennen. Dies gehört ebenso zum Aufgabenbereich eines Unparteiischen. Am Sonntagmittag gegen 12 Uhr erhält jeder Anwärter, der bestanden hat, seine Auszeichnung und die Bestätigung, sich Schiedsrichter nennen zu dürfen. Danach muss sich jeder bei seinem Kreis-Schiedsrichter-Obmann melden. Außerhalb des Platzes hat der Schiedsrichter noch andere Verpflichtungen, wie auf den Pflichtsitzungen seines Kreises zu erscheinen. Diese sind jeden zweiten Montag im Monat. Auf diesen Pflichtsitzungen erhält man seinen Schiedsrichterausweis, mit diesem darf der Schiedsrichter alle DFB-Spiele, einschließlich Bundesliga, in den Stadien kostenfrei anschauen.
Die ersten drei Spiele werden mit einem Schiedsrichter-Paten absolviert. Dieser wird die Neulinge in den ersten Spielen unterstützen und ihnen die Abläufe vor und nach dem Spiel erklären. Im Laufe seiner Schiedsrichterkarriere kann man sich immer wieder fortbilden, indem man wieder in die Sportschule reist und dort die angebotenen Fortbildungslehrgänge besucht. fs

Weitere Informationen:

Die nächsten Schiedsrichteranwärter-Lehrgänge finden vom 26. bis zum 28. April oder vom 21. bis 23. Juni in der Sportschule Edenkoben statt.

Alle weiteren Informationen gibt es unter www.swfv.de

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