BriMel unterwegs
Große Schwanenfamilie mit Ziehvater am Altrhein

Die etwas andere Schwanenfütterung
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Waldsee. Am 18. Februar lockte die Sonne im zweistelligen Gradbereich und mich in meine alte Heimat Waldsee an den Altrhein. Und während ich auf der Bank saß und die Sonne genoss, kam der „Schwanenpapa“ Heinz mit Ehefrau Ingrid Diemer angefahren. Da wusste ich, dass es ein interessantes Stündchen werden würde. Ich erfuhr ganz viele Dinge über diese Schwäne hier, die, sobald das Auto stoppte, angewatschelt kamen - 5 Stück an der Zahl.

Das Ehepaar kommt täglich bei Wind und Wetter die Schwäne besuchen und füttern und das, obwohl beide schon 83 Jahre alt sind. Den männlichen Schwan Hansi erkennt man an seinem größeren Höcker über dem Schnabel, das Weibchen Bubi hat einen kleineren. Bubi ist ja eigentlich ein männlicher Name, aber als der Schwan noch klein war, konnte man das Geschlecht nicht erkennen und so ist es beim Bubi geblieben. Schwäne ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen und allem, was an der Wasseroberfläche schwimmt wie zum Beispiel Samen. Jetzt gibt es aber erstmal vom „Papa“ einen Maiskolben als Vorspeise und später als Hauptspeise trockene Brötchen; kein Sauerteigbrot!

Die Schwäne fauchen und geben Grunzgeräusche von sich, wenn sie hungrig sind. Sind sie satt, geben sie wieder Ruhe. Mittlerweile gibt es eine gewisse Kommunikation zwischen Herrn Diemer und den Schwänen, denn auch er beherrscht diese Grunzgeräusche. Das Ehepaar hat selbst eine Tochter, aber auch die Schwäne sind ihre „Kinder“. Heinz Diemer hat sich im Laufe der Jahre ein breites Spektrum an Fachwissen angeeignet und weiß alles über das Schwanenleben. Sie brüten zweimal im Jahr. Jetzt im März/April beginnen sie. Einer hat sich bereits von der Gruppe getrennt; er ist männlich und sucht eine Frau. Das erkennt man an den „aufgeblasenen“ Flügeln. Schwäne werden bis zu 70 Jahre alt und 25 Kilogramm schwer. Gesundheitliche Probleme gibt es auch immer mal wieder mit verhedderten Angelschnüren, aber Diemer ist zur Stelle und schneidet sie mit Hilfe seiner Frau ab. Er hat immer seinen Schwanen-Erste-Hilfe-Kasten dabei. Einmal hatte ein Schwan einen Flügel gebrochen, da bugsierte er ihn nach Weingarten zur Tierklinik. Vier Wochen lang dauerte seine Genesung bis er ihn wieder mit zum Rhein nehmen konnte.

Dies ist die letzte Woche, wo alle fünf zusammen sind, denn danach trennen sie sich. Das Elternpaar bleibt hier im Revier und die drei Jungen müssen sich ein neues Revier suchen. Das ist jedes Jahr so seit 25 Jahren. 10 Jahre hatte Diemer sie am Kiefweiher betreut und groß gezogen. Mit einem Kahn wurde die komplette Familie mit Nest und fünf Eiern darin an den Otterstädter Altrhein gefahren und auf der Insel ausgesetzt. Der Grund, weshalb er sie auf der Insel absetzte, ist, dass sie selbst bei Hochwasser nicht überspült wird. Seitdem kümmert sich das Ehepaar Diemer um die Schwäne und hat auch den Nachwuchs großgezogen.

Die 35-jährigen Schwaneneltern Bubi und Hansi und die drei Jungen im Teenageralter können nicht zusammenbleiben, weil sie sich sonst bekämpfen würden. Sie sollen keine „Nesthocker“ bleiben, sondern raus in die Welt fliegen und ihr eigenes Leben leben und natürlich Familien gründen. Deshalb werden die Jungen regelrecht vertrieben. Das war einmal ganz anders, nämlich gleich nach der Geburt der Küken wurden sie den „Schwiegereltern“, also Diemers vorgestellt.

Die Gänse, die sich neugierig und wohl auch hungrig zu den Schwänen gesellen wollen, bekommen von Diemers kein Futter, denn sie können sich selbst versorgen und finden genug.

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