Bergbau prägt den Ort und seine Umgebung
Göllheim - Die Geschichte eines nordpfälzischen Dorfes

Blick in die Historie: So sah das Göllheimer Ortsbild 1750 aus.
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Göllheim. Die Besiedlung Göllheims lässt sich über viele tausend Jahre zurückverfolgen, auch wenn der Ort selbst erst in einer Urkunde aus dem Jahr 819 nach Christus als „Gylnheim“ erwähnt wird.
Seit fast 2000 Jahren prägt vor allem der Bergbau den Ort und seine Umgebung. Daher wird der Besucher, je nachdem, aus welcher Richtung er nach Göllheim kommt, von Ortseingangssteinen aus rotem Sandstein (Dreisener und Kerzenheimer Straße) oder aus hellem Kalkstein (Mainzer und Wormser Straße) empfangen. Die Gesteinsmaterialien nehmen Bezug auf Göllheims geologische Lage: Hier stoßen rotliegende Sandsteine an tertiäre Kalk-, Sand- und Mergelschichten. Archäologische Funde in der Gemarkung Göllheim beweisen, dass diese Gegend schon früh besiedelt war (die Vor- und Frühgeschichte ist übrigens im Museum Uhl“sches Haus sehr schön dokumentiert). Die ältesten Stücke stammen aus der Jungsteinzeit (2000 bis 1000 v. Chr.), aber auch Kelten (um 700 bis 500 v. Chr.) haben ihre Spuren hinterlassen.
Anfang dieses Jahrhunderts wurden auf der Gewanne „Füllenweide“ alte Kupferstollen aus der Römerzeit ausgehoben, sie enthielten unter anderem Tongefäße aus der Zeit um 150 bis 250 n. Chr. Im Frühjahr 1979 wurde auf der Gewanne „Weißerde“ ein fränkisches Gräberfeld (um 500 bis 600 n. Chr.) gefunden. Der Ort Göllheim wird im 9. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, und zwar als „Gylnheim“, nach Christmann „Heim des Gilo“.
Ein Ereignis ragt aus der langen Geschichte Göllheims heraus: Die Schlacht auf dem Hasenbühl. Am 2. Juli des Jahres 1298 entbrannte bei Göllheim eine blutige Schlacht zwischen Adolf von Nassau und Albrecht von Österreich. Es ging dabei um nicht weniger als die deutsche Königskrone. Adolf verlor auf tragische Weise Kampf und Leben, Albrecht gewann endgültig die Macht im Deutschen Reich. Die Schlacht auf dem Hasenbühl gilt als die letzte Ritterschlacht auf deutschem Boden. Das Andenken an die blutigen Ereignisse ist bis heute in Göllheim lebendig geblieben.
Im Laufe des Mittelalters entwickelte sich Göllheim zu einem wohlhabenden Marktflecken mit einer Ortsbefestigung und einem eigenen Gericht. Der Dreißigjährige Krieg setzte dem Leben in Göllheim aber weitgehend ein Ende – von den schweren Verwüstungen durch Krieg und Seuchen berichten zahlreiche Quellen. Dafür blieb der Ort von Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg am Ende des 17. Jahrhunderts weitegehend verschont.
Nach der Französischen Revolution gehörte Göllheim kurzzeitig zum Kanton Mont Tonnerre, um dann ab 1816 ein Teil der bayerischen Pfalz zu werden. Die Zeit des 19. Jahrhunderts hat den Ort bis heute geprägt. Zahlreiche Bauten zeugen noch heute von der damaligen Ortserweiterung und einem wahren Bauboom.
Heute nimmt Göllheim mit seiner Lage am Fuße des Donnersberges, eingebettet in die reizvolle Landschaft der Nordpfalz, die Funktion eines Grundzentrums mit Kindergärten, Schulen, Gewerbe- und Dienstleistungseinrichtungen wahr.
Daneben bietet die Gemeinde ein vielfältiges kulturelles Angebot und einen bunten Strauß an Veranstaltungen und Festen, von denen sich vor allem das Torbogenfest einer weit über die Ortgrenzen hinausgehender Beliebtheit erfreut.
Göllheim zeichnet sich durch eine überaus günstige Verkehrslage aus und ist über die Autobahnen A 63 bzw. A 6 sowie über die Bundesstraße 47 leicht zu erreichen. Daneben besteht Anschluss an den ÖPNV.
Mit seinen Ortsteilen „Auf der Füllenweide“, „Gundheimerhof“ und „Esper“ hat Göllheim zurzeit knapp 4000 Einwohner und ist damit der größte Ort und zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. ps

Autor:

Claudia Bardon aus Wochenblatt Kirchheimbolanden

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