Neujahrsempfang der Stadt Grünstadt im Weinstraßencenter
Schuldenberg nahezu halbiert

Bürgermeister Klaus Wagner bei seiner Neujahrsansprache, flankiert von den Grünstadter Siedler-Narren.
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  • Bürgermeister Klaus Wagner bei seiner Neujahrsansprache, flankiert von den Grünstadter Siedler-Narren.
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Von Jürgen Link

Grünstadt. Traditionell gut besucht zeigte sich einmal mehr der Neujahrsempfang der Stadt Grünstadt am vergangenen Sonntag im Weinstraßencenter. Bürgermeister Klaus Wagner konnte in der guten Stube der Stadt neben sehr vielen interessierten Gästen aus der Stadt und ihren beiden Stadtteilen zahlreiche hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft begrüßen, die der Veranstaltung zum Beginn des Jahres beinahe den Charakter eines zentralen Neujahrsempfangs für das Leiningerland verliehen.

Bürgermeister Klaus Wagner ging in seiner erfreulich straffen und mit zahlreichen Bildern und Grafiken optisch bereicherten Rede auf zwei Großprojekte ein, deren Realisierung in greifbare Nähe gerückt ist: Die Sanierung der Rudolf-Harbig-Anlage und des Leininger Oberhofs. Immerhin, zeigte sich Wagner hocherfreut, habe man Ende vergangenen Jahres vom rheinland-pfälzischen Innenministerium einen Zuwendungsbescheid für den Oberhof über 75 Prozent der Kosten erhalten, was bedeutet, dass man bei geschätzten Gesamtkosten von sechs Millionen Euro mit einer Fördersumme von rund 4,5 Millionen Euro rechnen kann, wenn die baufachliche Prüfung der Pläne zu keinem anderen Schluss kommt. Noch nicht ganz so weit sei man bei der Sanierung der Rudolf-Harbig-Anlage, für die man im vergangenen Jahr einen neuen Förderantrag gestellt habe. Mit einer Entscheidung rechnet Wagner allerdings noch in diesem Frühjahr.
Die Gesamtkosten beider Großprojekte summieren sich nach dem derzeitigen Stand der Berechnungen auf mindestens 13 Millionen Euro, von denen allerdings unter optimalen Bedingungen gute sieben Millionen Euro durch Zuschüsse aus den Steuertöpfen des Landes gedeckt werden können. Die restlichen sechs Millionen Euro, die die Stadt aufbringen muss, bezeichnete Wagner als „strammes Programm“, zumal die beiden Großprojekte ja nicht die einzigen Ausgabenposten der Stadt seinen.
Recht zufrieden zeigte sich Wagner indes mit der Entwicklung der städtischen Verbindlichkeiten, sei es doch gelungen, in den vergangenen acht Jahren den Schuldenberg der Stadt um rund 13 Millionen Euro auf derzeit noch rund 13,6 Millionen Euro abzutragen. Zufrieden sei man auch mit der Erschließung des Baugebietes „In der Bitz“, dessen Stand der Bürgermeister quasi täglich aus seinem Küchenfenster heraus verfolgen könne. So attestierte Wagner der Firma, die für die Erschließung zuständig sei, „sehr gute Arbeit“ zu leisten. Dass man aktuell von den Bauarbeiten nur wenig mitbekomme, liege in erster Linie daran, dass die Hauptarbeit unter der Erde geschehe und die Kanäle für Schmutz- und Regenwasser sowie die Leitungen für Gas, Wasser und Strom verlegt würden. Beeindruckende Zahlen hatte Wagner zu Erschließung parat: Insgesamt würden 1,8 Kilometer Straßen neu gebaut, in denen rund 10.000 Quadratmeter Pflaster oder umgerechnet rund 180.000 Pflastersteine verlegt würden. Sieben Kilometer Stromkabel, 1,8 Kilometer Wasserleitungen und 2,1 Kilometer Gasleitungen würden im Neubaugebiet verlegt, zudem erhielten die Häuser, die künftig dort entstehen, Glasfaserleitungen direkt ins Haus gelegt, wodurch Telekommunikation auf dem neusten Stand der Technik möglich werde.
Mit der Fertigstellung der Erschließung rechne man Ende September 2019, wenn es bedingt durch die Witterung nicht zu größeren Stillständen komme. Fakt sei, dass die Bauwilligen bereits in den Startlöchern stehen würden und dass durch das Neubaugebiet der Bahnhof ein Stück mehr in die Mitte der Stadt rücke. Gleichzeitig erhoffe man sich durch das Neubaugebiet mehr Belebung des Bereiches um die Alla-Hopp-Anlage und dadurch hoffentlich auch einen Rückgang des Vandalismus, suchten doch trotz regelmäßiger Kontrollen immer mal wieder Chaoten die Anlage auf, um ihrem Schwachsinn dort freien Lauf zu lassen.
Neben dem Oberhof und der Rudolf-Harbig-Anlage widmete Klaus Wagner einen prominenten Teil seiner Rede dem CabaLela. Erfreulich sei, so Wagner, dass entgegen vieler Unkenrufe die Baukosten nicht aus dem Ruder gelaufen seien, was ihm jedoch gar nicht behage seien die derzeitigen Unterhaltskosten, die über den Prognosen lägen. Das liege in erster Linie daran, dass die prognostizierten Besucherzahlen, insbesondere im Saunabereich, nicht erreicht würden. Die Besucherzahlen stiegen nach der langen Zeit der Schließung zwar stetig, aber nur langsam an und es sei noch Luft nach oben.
Zu Beginn seiner Rede wagte der Bürgermeister nicht nur einen Blick über den Tellerrand der Stadt und der Stadtpolitik auf aktuelle Zeitströmungen und Herausforderungen, sondern plädierte im Zusammenhang mit den Europa- und Kommunalwahlen am 26. Mai für Demokratie und die freiheitliche Ordnung in Deutschland und Westeuropa. Angesichts des wieder aufkeimenden Nationalismus in vielen Teilen der Welt, der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft und der wachsenden Unzufriedenheit seien alle zu Demokratie stehenden Menschen dazu aufgerufen, aktiv für ihre Grundwerte einzustehen.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Blasorchester der TSG Grünstadt unter der Leitung von Stefan Glöckner, wobei die Grünstadter Musiker sehr zur Freude fachkundiger Zuhörer Teile aus dem Programm ihres letztjährigen Jahreskonzertes nochmals aufführten. Der Vormittag wurde traditionell beendet durch die Übergabe der städtischen Schlüsselgewalt an die Grünstadter Siedlernarren, die symbolisch die Geschicke der Stadt bis zum Aschermittwoch führen werden. jlk

Bürgermeister Klaus Wagner bei seiner Neujahrsansprache, flankiert von den Grünstadter Siedler-Narren.
Stets gut besucht: Der Neujahrsempfang der Stadt Grünstadt im Weinstraßencenter.  Alle Fotos: Link
Autor:

Jürgen Link aus Lauterecken-Wolfstein

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