Notfallstation wurde am Zentrum Beruflicher Schulen des Rhein-Neckar-Kreises in Wiesloch eingerichtet
Katastrophenschützer der Städte Mannheim und Heidelberg üben für den Ernstfall

So überprüfen die Katastrophenschützer eine betroffene Personen aus dem von einer Freisetzung betroffenen Gebiet, auf eine mögliche Kontamination.
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  • So überprüfen die Katastrophenschützer eine betroffene Personen aus dem von einer Freisetzung betroffenen Gebiet, auf eine mögliche Kontamination.
  • Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
  • hochgeladen von Laura Seezer

Mannheim/Wiesloch. Am Samstag, 13. April 2019, fand am Zentrum Beruflicher Schulen Wiesloch eine Übung des Katastrophenschutzes der Stadtkreise Heidelberg und Mannheim sowie des Neckar-Odenwald-Kreises und des Rhein-Neckar-Kreises statt, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft zum Betrieb einer Notfallstation zusammen geschlossen haben.
Über 500 Übungsteilnehmer, davon 200 Einsatzkräfte aus verschiedenen Fachdiensten, Organisationen und Behörden aus den vier beteiligten Gebietskörperschaften sowie des Landes Baden-Württemberg und des Bundes, errichteten und betrieben in der Kreissporthalle des Zentrums beruflicher Schulen des Rhein-Neckar-Kreises in Wiesloch eine so genannte Notfallstation, in der sich Betroffene nach einem Unfall mit radiologischen Stoffen auf eine mögliche Kontamination hin mit geeigneter Messtechnik überprüfen und erforderlichenfalls durch Duschen und Waschen reinigen lassen konnten.

Nach dem Übungstag in Wiesloch äußerte sich Prof. Hermann Schröder, Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement im Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg zufrieden über den Ablauf: „Das Zusammenspiel aller Beteiligten hat gut funktioniert“, so sein erstes positives Resümee. Gleichzeitig betonte er, warum diese Übung notwendig war: „Die Ausstattung des Katastrophenschutzes in den Stadt- und Landkreisen befindet sich auf einem hohen Niveau. Es ist jedoch nicht damit getan, eine gute Ausrüstung zu haben. Im Ernstfall müssen die Menschen auch damit umgehen können – und dazu sind solche Übungen unerlässlich. Deshalb danke ich insbesondere den vielen ehrenamtlichen Kräften, die an der Übung mitgewirkt haben“.
Landrat Stefan Dallinger stimmte dem zu: „Die Übung verlief recht reibungslos. Wir hätten sogar durchaus Kapazitäten für deutlich mehr Übungsteilnehmerinnen und -teilnehmer gehabt.“ Ein großes Dankeschön richtete er an alle Einsatzkräfte und sonstigen Akteure der Pilotübung sowie an die Anwohnerinnen und Anwohner des Zentrums Beruflicher Schulen, die für die Dauer der Übung Einschränkungen in der Verkehrsführung in Kauf nehmen mussten.
Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister der Stadt Heidelberg, betonte: „Wir wünschen uns natürlich alle, dass der Fall, für den wir heute trainiert haben, niemals eintritt. Damit man aber im Ernstfall gut gerüstet ist, sind solche Übungen unverzichtbar. Es freut mich, dass wir eine starke Arbeitsgemeinschaft über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg zur Verfügung haben. In einer Krise müssen diese Einheiten schnell, effektiv und gut koordiniert zusammenarbeiten können.“
„Niemand plant zu versagen, aber viele versagen beim Planen“, so der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Achim Brötel, und sagte weiter: „ Wenn es tatsächlich zu einem kerntechnischen Störfall oder einer vergleichbaren Situation käme, könnten wir es uns aber schlicht und ergreifend gar nicht leisten zu versagen. Deshalb müssen wir dafür entsprechende Vorsorge treffen. Für mich war es jedenfalls sehr beeindruckend zu sehen, wie bei dieser Übung wirklich jedes Rädchen ineinander gegriffen hat. Der Rhein-Neckar-Kreis, der Neckar-Odenwald-Kreis, sowie die Städte Mannheim und Heidelberg sind im Falle eines Falles hervorragend aufgestellt. Trotzdem gilt aber natürlich auch hier: jede Übung ist tausend Mal besser als ein einziger Ernstfall“.
Christian Specht, Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent der Stadt Mannheim: „Die heutige Übung hat nochmals verdeutlicht, welche Herausforderungen bei großflächigen Schadenslagen auf die öffentliche Gefahrenabwehr wie beispielsweise die Feuerwehr zukommen. Es ist wichtig, dass in einer solchen Situation die Koordination zwischen den Kommunen und Kreisen sowie den einzelnen Rettungsorganisationen reibungslos abläuft. Diese Zusammenarbeit trägt den Gedanken des Schulterschlusses, der auf dem Maimarkt Mannheim schon seit vielen Jahren demonstriert wird und insbesondere die Leistungsfähigkeit der Hilfskräfte in diesem Teil der Metropolregion widerspiegelt.“
Ziel der Übung war eine Optimierung der Zusammenarbeit der verschiedenen Mitwirkenden im Katastrophenschutz. Die Übung wurde erstmals nach den bundesweit gültigen Vorgaben durchgeführt, die nach den Ereignissen von Fukushima neu gefasst wurden. Sie hatte Pilotcharakter für Baden-Württemberg und dauerte von 8.30 bis kurz vor 17 Uhr. ps

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