Die mannigfache Gestalt des Teufels
Gefallener Engel

Der Teufel oder Satan verkörpert das Böse an sich
  • Der Teufel oder Satan verkörpert das Böse an sich
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Teuflisch. Der Teufel steht für das Böse. Im Volksglauben findet man die Dämonen in unterschiedlichen Gestalten. Die Untoten und Schreckgestalten fanden auch Einzug in Literatur und Film.

„Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen“, heißt es in der Offenbarung des Johannes. Der Drache, den der Superheld Gottes mit seinem Schwert bekämpft, ist der Teufel, der Satan, „die alte Schlange…, die die ganze Welt verführt“, wie Johannes schreibt. Der Teufel steht für das Böse an sich und übt im Volksglauben wie in Literatur und Film in unterschiedlichen Gestalten seine böse Macht aus. Im jüdischen Glauben ist der Teufel die dunkle Seite Gottes und keine von ihm getrennte Person. Im Christentum dagegen ist er ein gefallener Engel. Der Erzengel Michael stürzte ihn und die seinen mit seinem Schwert aus dem Himmel auf die Erde, wo er seither sein Unwesen treibt.

Gespenster, Untote und Aufhocker

Es sind die Dämonen, Schemen und Gespenster, die mit dem weißen Leichentuch von den Toten auferstehen. Es sind übernatürliche Wesen, die ihren Spuk mit uns treiben, Seelen, die im Hades, in der Unterwelt keinen Frieden finden, wie Griechen und Römer glaubten. Oder es sind Wiedergänger, Verstorbene, die in die Welt der Lebenden zurückkehren, um erlittenes Unrecht zu rächen oder, weil sie selbst zu Lebzeiten Unrecht begangen haben, nun keinen Seelenfrieden finden. Diese Untoten erscheinen meist als körperliche Wesen, die jedoch nicht den Gesetzen der Physik unterliegen. So schreiten sie beispielsweise problemlos durchs Mauerwerk hindurch. Aber es gibt auch Untote, die Nachzehrer, die ihren bösen Zauber aus ihrem Grab heraus bewirken. Meist aber kommen die Dämonen des Nachts aus ihren Gräbern und treiben beispielsweise als kopflose Reiter oder als Aufhocker ihr Unwesen. Der Aufhocker springt dem nächtlichen Wanderer auf den Rücken, der ihn dann bis zum Friedhof tragen muss. Dabei wird der Unhold immer schwerer und schwerer, so dass der Träger schließlich unter dem Gewicht zusammenbricht.

Vampire und Hexen

Im slawischen finden wir die Vampire, die nachts aus ihrer Gruft steigen. Nach dem ursprünglichen Volksglauben waren die Vampire jedoch keine Blutsauger und gaben ihr Vampirwesen auch nicht durch einen Biss weiter. Aber Angst und Schrecken verbreiten auch diese Wiedergänger, so dass man noch heute alte Gräber findet, in denen die Leichen gefesselt, ihre Sehnen durchtrennt, die Gliedmaßen zertrümmert oder abgeschnitten und über Kreuz auf die Brust gelegt sind. Auch findet man Leichen, die ins Herz gepfählt oder denen Kreuze in den Mund gelegt wurden. Durch diese Bestattungsrituale verhinderte man, dass der Tote zurückkehrt.
Der Teufel übt aber auch Macht auf lebendige Menschen aus. Im Hexenglauben sind Volksglaube an Zauberei und dunkle Kräfte eng mit der orthodoxen Kirchendoktrin verquickt. Hexer und Hexen – meist sind Frauen die Opfer dieses Aberglaubens – sind vom Teufel besessen und tragen das Böse in die Welt. Wie bei allem Glaube an Übernatürliches geht es meist darum, eine Erklärung für Schicksalsschläge, Not und Elend zu finden. Die Hexen waren dann die Sündenböcke, die an Hungersnöten, Missernten und an der Pest schuld sein sollten. Oder es ging einfach um einen Nachbarschaftsstreit, gekränkte Eitelkeit oder verschmähte Liebe – aus Rache wurde dann die Nachbarin als Hexe angeschwärzt.
Vielfach fanden der Teufel und seine Dämonen aus dem Volksglauben Einzug in die Literatur. Der Mephisto in Goethes Faust hatte bereits ältere literarische Vorbilder. Aber vor allem Romantiker wie E.T.A. Hoffmann oder Edgar Allen Poe schrieben Schauergeschichten und bedienten sich dabei des alten Volksglaubens. Heute heißt das Genre „Horror“ und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, so dass auch der Film von Anfang an gerne von Vampiren, Werwölfen und Zombies erzählte. rk

Gefallener Engel

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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