Aktion "Keiner mehr da " in Mannheim
Kultureinrichtungen unterstützen

Thorsten Riehle (Capitol), Melissa Meyer (Musik-Kabarett SCHATZKISTL), Thomas Siffling (Ella & Louis) und Markus Beisel (Rhein Neckar Theater) präsentieren die Plakate zur Aktion "Keiner mehr da".
  • Thorsten Riehle (Capitol), Melissa Meyer (Musik-Kabarett SCHATZKISTL), Thomas Siffling (Ella & Louis) und Markus Beisel (Rhein Neckar Theater) präsentieren die Plakate zur Aktion "Keiner mehr da".
  • Foto: PS
  • hochgeladen von Christian Gaier

Mannheim. Vier Mannheimer Kultureinrichtungen und deren Leitungen haben gemeinsam mit der Stadt Mannheim die Aktion „Keiner mehr da!“ ins Leben gerufen. Thorsten Riehle vom Capitol Mannheim, Peter Baltruschat vom Musik-Kabarett SCHATZKISTL, Thomas Siffling vom Jazzclub Ella & Louis und Markus Beisel vom Rhein Neckar Theater sowie viele andere fordern von der Politik eine auskömmliche finanzielle Unterstützung, um die nächsten noch schwierigen Monate der schrittweisen Öffnung überstehen zu können. An das Publikum appellieren sie, Solidarität zu zeigen und Ins Theater, Kabarett oder Konzert zu kommen. Ab Dienstag, 8. Juni, wird die Aktion durch eine Plakataktion im Mannheimer Stadtgebiet (Kultursäulen und Stimmgabeln, finanziell unterstützt von der Stadt Mannheim) und weiteren Social Media Aktionen unterstützt.

Die freien Häuser sehen sich vor einer großen Herausforderung. Der Corona-Lockdown im März 2020 und der so genannte  „Lockdownlight“ ab November 2020 habe allen vor Augen geführt, wie schnell Kultur verzichtbar erscheine. Die Intitiatoren geben zu bedenken, das Künstler*innen und Kulturschaffende eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, die unverzichtbar sei. Kultur sei mit guten Hygienekonzepten möglich, das hätten Theater, Livespielstätten, Musikclubs,
Kinos und andere Kultureinrichtungen im letzten Sommer und Spätjahr bewiesen. Zusätzlich hätten
alle Einrichtungen Lüftungssysteme im Einsatz oder sogar die öglichkeit, natürlich zu belüften. Auch weitere
Maßnahmen, wie Testungen vor dem Einlass, seien sinnvoll, um die Gesundheit der Besucher zu schützen.
Deshalb ist es jetzt wichtig die Häuser zu öffnen.

An das Publikum richten sie die Bitte, über ihre geplanten Besuche mit Freunden, Verwandten oder Kolleg*innen zu sprechen und und dazu zu animierenmitzugehen. Ein Zeichen der Solidarität sei es auch, bereits jetzt Karten für Veranstaltungen beispielsweise im Spätjahr oder 2022 zu kaufen. Wer sich derzeit noch unwohl fühle bei einem Besuch, könne auch Gutscheine erwerben und verschenken. "Wenn Sie bereits gekaufte Karten nicht nutzen können, fordern Sie den Eintrittspreis nicht zurück", appellieren die Initiatoren von "Keiner mehr da". 

"Unsere Einrichtungen waren als erste vom Lockdown im März 2020 betroffen, wir werden mit die letztensein, die so etwas wie Normalität erleben werden. An unseren Spielbetrieben hängen nicht nur Künstler*innen,
sondern auch die Kolleg*innen von der Technik, Security Kräfte, Aufbauhelfer, Caterer, Einlassdienste,
Barkeeper und viele weitere Arbeitnehmer*innen und Soloselbständige, die – wie wir alle – Miete und
Lebenskosten zahlen müssen", verdeutlichen die Initiatoren die aktuelle Situation. An die Politik appellieren sie, Kultureinrichtungen und Veranstaltungsstätten, die sich an die Regelungen zum
Schutz vor Corona halten, nicht zu schließen und die erlaubten Teilnehmerzahlen in Kultureinrichtungen nicht zu verschärfen. Zuden fordern sie die Aufhebung der Obergrenzen für Einrichtungen, die aufgrund ihrer Größe und des Hygienekonzepts mehr
Zuschauer*innen einlassen können. Wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Restart-Studie zu Großveranstaltungen (auch als Tim Bendzko
Studie bekannt) oder die Mannheimer Studie im Rosengarten, sollten in künftige Entscheidungen einbezogen
werden.
Die Deckung der Fixkosten über die Unterstützungshilfen des Bundes seien für das Überleben wichtig, diese
müssen bis 2022 weitergeführt werden. Kulturelle Veranstaltungen werden nicht ausreichend gefördert und bleiben das Risiko des jeweiligen Veranstalters
– auch das müsse abgesichert sein, damit Kulturveranstaltungen überhaupt durchgeführt werden
können. ps

Autor:

Christian Gaier aus Mannheim

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