Das Stadt- und Festungsmuseum Germersheim sucht Freiwillige
Digitalisierung und Inventarisierung steht an

Alltag in der Vergangenheit
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Germersheim. Als Frauke Vos-Firnkes im vergangenen Jahr die Leitung des Germersheimer Stadt- und Festungsmuseums übernahm, ahnte sie noch nicht, wie schwierig die Neuausrichtung tatsächlich werden würde. Denn auch ihr und ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern machte Corona einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, nur langsam läuft der "Museumsalltag" wieder an.

Freiwillige Helfer gesucht

Gemeinsam mit Judith Geissler, die am Museum im Ludwigstor derzeit ein FSJ (freiwilliges soziales Jahr) absolviert, sucht Vos-Firnkes nun ganz aktuell Freiwillige, die bei der Digitalisierung und Inventarisierung des Museumsbestands, helfen. Es gilt an die 5.500 Objekte zu sichten, zu benennen, zu reinigen und zu fotografieren, zu katalogisieren, zu verpacken und im neu geschaffenen Depot zu archivieren. Jeder freiwillige Helfer kann sich einen Arbeitsschritt aussuchen. "Der eine fotografiert gerne, der andere recherchiert lieber in Büchern oder online-Verzeichnissen", erklärt sie und fügt an, dass man versuche, an mehreren Wochentagen gemeinsame Arbeitsstunden einzurichten - Corona-konform versteht sich - aber letztlich soll das Ganze ja auch ein geselliger Austausch von Geschichtsbegeisterten und Germersheim-Fans sein.

hier werden die Objekte fotografiert
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Ist ein Objekt fotografiert, wird es in die Online-Datenbank "Museum digital" eingetragen, wo es irgendwann nicht nur anderen Museen und Historikern, sondern auch interessierten Laien virtuell zur Verfügung stehen soll. "Viele andere Museen in Rheinland-Pfalz nutzen diese Datenbank schon und wir schließen und gerne an", sagt Frauke Vos-Firnkes. Leihgaben - etwa für Sonderausstellungen - ließen sich so viel schneller organisieren aber auch die Recherche zu bestimmten Objekten falle mit einer solchen, gemeinsamen Datenbank leichter, ist sich die Historikerin sicher. Denn diese Recherche und die Zuordnung einzelner Exponate ist gar nicht so einfach, weiß auch FSJlerin Judith Geissler: "In den alten Listen steht dann etwa nur Hammer oder Zange und irgendwann stellt man dann fest, dass es im Bestand fast 50 unterschiedliche Zangen und 40 verschiedene Hämmer gibt. Die müssen dann alle einer Tätigkeit oder einem Handwerk zugeordnet werden, denn da gibt es große Unterschiede", berichtet sie aus ihrem  Erfahrungsschatz. Auch bei Gemälden sei oft durch Internetrecherche eine Zuordnung zu einem bestimmten Künstler möglich. "Oder man fragt in anderen Museen nach, ob der Malstil, die Motive bekannt sind", ergänzt Frauke Vos-Firnkes. Es ist manchmal ein bisschen Detektivarbeit, sind sich beide einig - was letztlich entsteht: Eine Art Personalausweis für ein Museums-Exponat, mit dem es überall und zu jeder Zeit identifiziert und wiedererkannt werden kann. 
Im reichen Fundus des Museums gibt es übrigens wirklich alles, was man sich so vorstellen kann: Vom winzigen gotischen Schlüssel, bis hin zum riesigen Kessel einer historischen Schnapsbrennerei, von Keramik aus der Römerzeit bis zum NIerentisch aus den 1950er-Jahren.

Neuausrichtung geplant

"Die bisher geführten Listen des Museum sind einfach nicht mehr zeitgemäß und wenn man das ohnehin alles neu machen muss, hat sich auch gleich der Schritt in die Digitalisierung angeboten. Nicht nur für uns macht das die Arbeit leichter, auch für die kommenden Generationen hinterlassen wir so ein geordnetes Archiv", ist sie sich sicher. Denn mit der Ordnung war das im Stadt- und Festungsmuseum Germersheim bisher so ein Problem. Viel zu viele Exponate haben sich über die Jahre angesammelt, viele, die nichts oder wenig mit der Festungsstadt zu tun haben. "

Germersheim Stadtgeschichte
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Da will ich Ordnung schaffen, das habe ich mir zur Aufgabe gemacht", sagt die Museumsleiterin, die gleichzeitig auch erste Vorsitzende der Kreisvereinigung Germersheim des Historischen Vereins Pfalz ist. Über diese Tätigkeit steht sie im Kontakt zu anderen Museen, die später einmal - frühestens in fünf Jahren schätzt sie - auch Exponate übernehmen könnten, die nichts mit Germersheim zu tun haben und dann auch nicht mehr im Stadt- und Festungsmuseum ausgestellt werden sollen. "Ich möchte, dass sich die Ausstellung hier ausschließlich auf Germersheim bezieht", sagt Vos-Firnkes. "Das ist mein erklärtes Ziel. Denn wir haben hier so viel bewegte Geschichte und solch tolle Exponate dazu. Ich bin mir sicher, dass man das Museum durch diese Neuausrichtung für Besucher aufwerten und attraktiver machen kann."

Info: Wer sich als freiwilliger Helfer für die Digitalisierung und Inventarisierung melden möchte, tut dies unter 07274 960300 oder per E-Mail an fvos-firnkes@germersheim.eu

Autor:

Heike Schwitalla aus Karlsruhe

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