Gewerkschaft zieht Bilanz für das Baujahr 2018
670 neue Wohnungen in Mannheim gebaut

Viel zu tun für Bauarbeiter: Die hohe Wohnungsnachfrage hat in den vergangenen Jahren zu einem Boom der Baubranche geführt. Doch im sozialen und bezahlbaren Segment passiert weiterhin zu wenig, kritisiert die IG BAU.
  • Viel zu tun für Bauarbeiter: Die hohe Wohnungsnachfrage hat in den vergangenen Jahren zu einem Boom der Baubranche geführt. Doch im sozialen und bezahlbaren Segment passiert weiterhin zu wenig, kritisiert die IG BAU.
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Mannheim. Baubilanz für Mannheim: Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt insgesamt
665 Wohnungen gebaut – darunter 137 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind
3 Prozent weniger als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 69 Millionen Euro, wie die
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU Nordbaden beruft sich
dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.
IG BAU-Bezirksvorsitzender Wolfgang Kreis sieht beim Neubau „deutlich Luft nach oben“.
Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur
Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen
und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche
Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu
erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von
mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich
für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von
Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf
eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80.000 Sozialwohnungen aus der
befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut
wurden.
„Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame
und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der
Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen
Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere
Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Bezirkschef
Wolfgang Kreis. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute
investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.
Genau diese Signale fehlten allerdings in der aktuellen Wohnungsbaupolitik: So schaffe
etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau
fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden.
„Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und
wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei
wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur –
auch in Mannheim“, sagt Kreis. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im
vergangenen Jahr bundesweit rund 285.000 Wohnungen gebaut. „Damit hinkt die Große
Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375.000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher“, so
die IG BAU. ps

Autor:

Christian Gaier aus Mannheim

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