Claudia Zülz von der Grünen Schule Luisenpark führt Gruppe durch den Heilpflanzengarten
Giftpflanzen im Mannheimer Luisenpark auf der Spur

Claudia Zülz (5. von rechts) mit der Besuchergruppe.
  • Claudia Zülz (5. von rechts) mit der Besuchergruppe.
  • Foto: Klaus Schüller
  • hochgeladen von Christian Gaier

So manch einem oder einer mag noch ein leiser Schauer über den Rücken laufen, wenn allein das Wort Giftpflanzen erwähnt wird. Danach kommt aber dann schnell die scheinbar erleichternde Erklärung, die gibt es doch nur in seichten Krimis oder überhaupt in tropischen Urwäldern. Aber weit gefehlt! In unmittelbarer Umgebung – quasi vor der eigenen Haustür, im eigenen Vorgarten oder im gepflegten Garten mit kleinem Rasenstück, kleinen Blumen – oder Gemüsebeeten, Beerensträuchern und das alles noch umgeben von einer Hecke, die auch noch aus dem beliebten, wenngleich giftigen, Kirschlorbeer besteht, gedeihen prächtig und häufig unerkannt Pflanzen und Früchte, die bei Verzehr oder auch nur durch versehentlichen Kontakt schlimme Folgen haben können. So schreibt denn Meyers Grosses Taschenlexikon von 1981: „ Giftpflanzen - Pflanzen, die Substanzen enthalten, die durch Berührung oder Aufnahme in den Körper beim Menschen und bei Tieren Vergiftungserscheinungen mit unter Umständen tödlichem Ausgang hervorrufen. “
Auf diese Gefahren machte jetzt zu Beginn der Blüh- und Sprießsaison eine Exkursion ausgerechnet im Heilpflanzengarten des Luisenparks aufmerksam. Das wollten sich auch Andreas und Barbara Riha vom Waldhof nicht entgehen lassen. Das Ehepaar hat zwar keinen Garten, aber Barbara Riha meinte : „ Ich setze doch einiges an Pflanzen und Kräutern auf unseren Balkon an. Und da wollten wir einfach wissen, was davon gefährlich oder sogar giftig ist. Und jetzt sind wir informiert. “
Claudia Zülz von der Grünen Schule Luisenpark führte die Gruppe durch den Heilpflanzengarten. Auch an einem Eibenbusch warnte sie vor den Gefahren dieses Gewächses, das wohl in keinem Park fehlte oder selbst in Vorgärten zu finden ist. Neben ihrem Holz, den Nadeln und ganz besonders vor den kleinen roten Früchten ist Vorsicht geboten. Die Kerne zerkaut und geschluckt
können tödliche Vergiftungen hervorrufen. Ebenso supergiftig ist die Tollkirsche - auch unter dem Namen „ Bella Donna“ bekannt. Die ist zum Glück im öffentlichen Raum nicht so häufig zu finden. Und wer hätte schon gedacht, dass selbst die Allerweltpflanze Efeu sehr giftig ist. Auch vom hübschen Frühblüher Adonis Röschen sollten Mann oder Frau lieber die Finger lassen.
Was hat nun die Grüne Schule Luisenpark dazu bewogen, jetzt eine erste reine Giftpflanzenexkursion durchzuführen? Die Leiterin Ursula Jünger : „ Immer weniger Menschen wissen um das Vorkommen und die Auswirkungen von heimischen Giftpflanzen. Was für die Altvorderen noch zum Allgemeinwissen gehörte, ist schier verloren gegangen. Wir wollen dieses Manko beseitigen
und frischen mit unseren Aktionen die Erkenntnisse um die Gefahren aus der Natur wieder auf.“
Weitere Informationen gibt es per E-Mail an grüne-schule@stadtpark-mannheim.de oder unter Telefon 0621 410554. (Klaus Schüller)

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