„Neue“ Kunst macht Lust auf mehr
Auf ins Theater!

Die alten Bühnen verlassen: Dada-Performance am ALTER zwischen Alter Messplatz und Neckarufer in Mannheim mit Robin Krakowski (links) und Rocco Brück
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  • Die alten Bühnen verlassen: Dada-Performance am ALTER zwischen Alter Messplatz und Neckarufer in Mannheim mit Robin Krakowski (links) und Rocco Brück
  • Foto: Jessica Bader
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Kultur. Das Licht erlischt, das Tuscheln im Zuschauerraum verstummt und es wird mucksmäuschenstill, ein Schauspieler tritt in den Lichtkegel auf der Bühne und beginnt einen klassischen Text zu rezitieren… Eine Bühne, ein Zuschauerraum und eine fast feierliche Atmosphäre. Das ist Theater, oder? Nicht nur. Theater kann auch ganz anders sein.

„Die ganze Welt ist eine Bühne und Fraun wie Männer nichts als Spieler“, wusste bereits Shakespeare. Und auch heute schlüpfen wir doch tagtäglich in unserem Alltag in die unterschiedlichsten Rollen. Da wird Theater spielen regelrecht zum Grundbedürfnis. Das Theater als Institution gehört allerdings bei den wenigsten zum Alltag. Die vermeintlich angestaubten Strukturen schrecken ab, die junge Generation fühlt sich mitunter nicht angesprochen. Zu Unrecht. Denn Theater war schon immer progressiv. Und die Theaterlandschaft wird jünger, diverser, offener und bezieht das Publikum in den künstlerischen Prozess mit ein.

Neue Formen, aktuelle Themen

Dass das Theater sein Publikum nicht mehr nur als passiven Beobachter versteht, wird deutlich, wenn man die aktuellen Spielpläne studiert: Klassische Formen werden ausgeweitet, neue Formen, wie Performance und Installation erprobt. Das zeitgenössische Theater ist häufig interaktiv und partizipativ angelegt und erreicht so ganz andere Zuschauergruppen. Mit Sportplatz oder dem Gelände am Alten Messplatz werden neue Spielorte ausprobiert. Der Theatertruck des Nationaltheaters Mannheim etwa fährt in die Stadtteile und bringt die Bühne zu den Menschen. So kommen Beteiligte und Zuschauende ganz anders miteinander in Berührung. Außerdem sind digitale Angebote das Gebot der Stunde. Was digital möglich ist, haben die Kultureinrichtungen des Landes in den letzten eineinhalb Jahren gezeigt: ob eine Inszenierung als Zoom-Konferenz, zu der sich die Zuschauer dazuschalten können oder ein Theatermonolog als Insta-Live. Für den traditionellen Theater-Abonnenten mag das nichts sein - ein neues, jüngeres Publikum spricht man an, indem man sich der Medien bedient, die deren Alltag bestimmen.
Wer das Gefühl hat, dass Theater nichts mit seiner Lebensrealität zu tun hat, wird überrascht: Aktuelle Themen, wie Diversität, Klimaschutz oder der Kampf gegen Rassismus werden durch junge Autoren wie Mehdi Moradpour, Ivana Sokola oder Sivan Ben Yishai in den aktuellen Spielplänen aufgegriffen und häufig durch Diskussionsformate weitergeführt.

Festivals sind Orte der Begegnung

Theater kann auch anders: SZENE 2WEI
  • Theater kann auch anders: SZENE 2WEI
  • Foto: Paul Needham
  • hochgeladen von Roland Kohls

Auch die Festival-Formate bereichern. Denn bei den Festivals kommen Künstler unterschiedlicher Nationen und Disziplinen zusammen und als Zuschauer erlebt man eine aufregende Vielfalt und neue Impulse. Ob Ludwigshafen, Heidelberg oder Karlsruhe – in der gesamten Rhein-Neckar-Region gibt es spannende Formate zu entdecken. In Karlsruhe erlebt das Publikum ein kreatives Aufeinandertreffen der etwas anderen Art - beim ATOLL, dem Festival für zeitgenössischen Zirkus. Internationale Performancegruppen zeigen hier fantasievolle Neuinterpretationen und aufregende Innovationen aus dem Zirkusuniversum. Ein Festival, das in Mannheim für kreativen Austausch steht, ist „Wunder der Prärie“, veranstaltet von zeitraumexit. Internationale Live-Art steht dabei im Mittelpunkt. Performance, Tanz und genreübergreifende Projekte an der Schnittstelle zu Theater und Bildender Kunst inspirieren und geben einen Eindruck, was aktuelle Kunstformen ausmacht. Hier trifft moderne Kunst auf das aktuelle Theater. Und bei den Festivals kommt man ins Gespräch mit den Künstlern und anderen Zuschauern. Durch diesen Austausch wird dem Theater der elitäre Charakter genommen und die Menschen werden dazu angeregt, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Und das ist doch ein guter Grund, um mal wieder ins Theater zu gehen, oder? baj

Das Nationaltheater Mannheim
Autor:

Jessica Bader aus Ludwigshafen

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