Fuchs hat wichtige Funktion im Ökosystem
Gesundheitspolizei

Der Fuchs lebt unbemerkt unter uns in Städten und Dörfern
  • Der Fuchs lebt unbemerkt unter uns in Städten und Dörfern
  • Foto: Christin Picard/Nabu
  • hochgeladen von Roland Kohls

Natur. Reineke Fuchs kommt auch gut in Dörfern und Städten zurecht. Aber meist bleibt der nachtaktive Jäger unsichtbar. Er begnügt sich mit Müll, statt Gänse zu stehlen.

Auf leisen Pfoten tappelt er durch die Nacht. Er ist clever und anpassungsfähig und findet überall Nahrung. Auf seinem Streifzug durch die Stadt bedient er sich an Mülltonnen, Früchten im Schrebergarten oder Futternäpfen mit Katzenfutter auf der Terrasse. Der Fuchs ist mittlerweile nicht nur im Wald zuhause. Auch in Dörfern und Städten findet er sich problemlos zurecht. Logisch, denn hier wird er auch nicht bejagt.
Wer den Fuchs nur noch im tiefen Dickicht des Pfälzerwaldes vermutet, liegt falsch. Klar, der Wald ist sein natürliches Zuhause, doch hin und wieder begegnet man ihm auf Friedhöfen, in Parks oder sogar im eigenen Garten. „Das sind aber meistens kurze Begegnungen aus der Entfernung, denn die Füchse sind eigentlich sehr scheu“, erklärt Carmen Schauroth von der Nabu-Regionalstelle Süd. Außerdem bemerkt man die Anwesenheit der Füchse in der Zivilisation in der Regel auch deshalb nicht, weil sie nachtaktiv sind. Wenn’s aber doch einmal zur Begegnung kommt, gibt Schauroth den Rat, Distanz zu wahren und nicht zu füttern. Normalerweise nehmen die Füchse aber auch schon Reißaus, bevor man sie bemerkt. Sie haben ein gutes Gehör, einen guten Geruchssinn und registrieren uns Menschen schneller als wir sie.

Fuchs ist keine Gefahr für Menschen

Viele Menschen verbinden mit dem Fuchs vor allem eines: die Tollwut. Aber es gibt keinen Grund mehr zur Sorge, denn seit 2006 gab es keinen Tollwut-Fall mehr in Deutschland, der durch einen Fuchs ausgelöst wurde. Seit 2008 gilt die Bundesrepublik offiziell als Tollwut-frei. Auch vor anderen Krankheitserregern des Fuchses muss der Mensch keine Angst haben. Die Fuchsräude und die Staupe können zwar auch für Hunde gefährlich werden, das wissen die Besitzer in der Regel aber und lassen ihr Haustier vorbeugend behandeln. Selbst der Fuchsbandwurm ist so selten, dass es hier eher unwahrscheinlich ist, sich damit zu infizieren. „Die Hände wäscht man nach der Gartenarbeit in der Regel ja sowieso und tief hängende Beeren im Wald isst man eigentlich auch erst, nachdem man sie gewaschen hat“, sagt Schauroth. Aus Angst vor diesen Krankheiten, keine Beeren mehr im Wald zu sammeln, wäre also auch Unsinn.

Fuchs ist Gesundheitspolizei in Wald und Flur

Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall, denn der Fuchs – ein Aasfresser – gilt als die „Gesundheitspolizei“ von Wald und Flur. Er hat damit eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem. Allerdings hat er kaum natürliche Feinde in unserer Region. Wölfe, Bären und Steinadler gibt es hier nicht und Luchse oder Uhus sind noch zu wenige, um ihm zu Leibe zu rücken. Problematisch wird es, wenn Füchse in Gebieten auftreten, wo Feldhamster, Kiebitze oder Rebhühner bedroht sind. In der Vorderpfalz müssen Kiebitz-Nester vor Füchsen, Mardern und Krähen geschützt werden.
Übrigens: Anders als zum Beispiel bei den Rehen, deren Kitze man gelegentlich im Feld findet, bekommt man die Fuchsjungen eigentlich nicht zu sehen. Sie verlassen mit ihren Geschwistern den Fuchsbau ab der dritten bis vierten Lebenswoche immer wieder, um mit Mama und Papa Fuchs zu lernen, wie man in der Natur überlebt. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass man sie zu sehen bekommt, aber eben sehr unwahrscheinlich“, erklärt Schauroth. Auch wenn die Eltern gerade nicht zu sehen sind, bedeutet das nicht, dass sie verwaist sind. Meist benötigen sie keine menschliche Hilfe, sagt Schauroth. uck

Immer in Deckung
Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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