Gebrauchtwagen sicher kaufen: Diese Warnzeichen zählen

Nur ein Schlüssel und nicht zwei? Das könnte ein Zeichen sein, dass der angebotene Gebrauchtwagen nicht nur günstig, sondern auch gestohlen ist.  | Foto: dpa
  • Nur ein Schlüssel und nicht zwei? Das könnte ein Zeichen sein, dass der angebotene Gebrauchtwagen nicht nur günstig, sondern auch gestohlen ist.
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Gebrauchtwagen-Kauf. Ein sehr günstiger Preis, gute Ausstattung und nur ein Autoschlüssel können darauf hinweisen, dass mit dem Fahrzeug etwas nicht stimmt. Beim Kauf eines gebrauchten Autos lassen sich mögliche Betrugsversuche oft schon an wenigen Details erkennen.

Besonders bei privaten Angeboten tauchen immer wieder Fahrzeuge auf, die gestohlen wurden oder aus unterschlagenen Mietwagen stammen. Kriminalkommissar Jürgen Endres erklärt in der Zeitschrift"«auto motor und sport" ("ams", Ausgabe 13/2026), welche Hinweise Käufer misstrauisch machen sollten.

Fehlender Zweitschlüssel gilt als starkes Warnsignal

Serienmäßig werden Autos mit zwei Schlüsseln übergeben. Fehlt der zweite, kann das laut Endres ein "starkes Indiz" dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Bei gestohlenen Fahrzeugen oder unterschlagenen Mietwagen existiert oft nur ein Schlüssel.

Manche Verkäufer erklären, der zweite Schlüssel werde später per Post geschickt. Häufig soll ein Restbetrag von etwa 500 bis 1.000 Euro erst danach überwiesen werden. Genau diese Konstellation gilt laut Ermittlern als besonders verdächtig.

Rabatte und dramatische Geschichten prüfen

Ein sehr niedriger Preis allein ist noch kein Beweis für Betrug. Ungewöhnliche Begründungen für Preisnachlässe können aber auffallen.

  • angebliche Rabatte wegen eines fehlenden Zweitschlüssels
  • kleine Streifschäden, die absichtlich verursacht wurden, um den Preis zu drücken
  • dringender Verkaufsdruck durch angebliche Notlagen wie teure Krankenhausaufenthalte

Solche Geschichten sollen häufig erklären, warum ein eigentlich wertvolles Auto plötzlich deutlich günstiger angeboten wird.

Fahrzeugpapiere genau prüfen

Selbst vorhandene Fahrzeugpapiere sind kein sicherer Beleg für ein legales Angebot. Laut Endres sind in Deutschland eine «deutlich fünfstellige Zahl» gestohlener Blankodokumente im Umlauf. Sie stammen unter anderem aus Einbrüchen in Zulassungsstellen.

Hinweise auf gefälschte Papiere können sein:

  • Rechtschreibfehler oder ungewöhnliche Formulierungen
  • abweichende Stempel oder Aufdrucke der ausstellenden Behörde
  • ungewöhnliche Zeilenabstände oder eine Schreibmaschinenoptik

Unklare Übergabeorte können Risiko erhöhen

Auch die Organisation der Fahrzeugübergabe kann Hinweise liefern. Werden Treffpunkte kurzfristig geändert oder soll die Übergabe auf einem Parkplatz oder am Straßenrand stattfinden, kann das laut Polizei ein Warnsignal sein.

Wenn der Treffpunkt nicht zur angeblichen Wohnadresse aus der Anzeige passt oder Termine mehrfach verschoben werden, versuchen Verkäufer möglicherweise, eine spätere Nachverfolgung zu erschweren.

Ein einfacher Test kann abschreckend wirken. Wird angekündigt, das Fahrzeug vor dem Kauf von der Polizei prüfen zu lassen, brechen unseriöse Anbieter laut Endres häufig die Verhandlungen ab.

Barzahlung bleibt erlaubt, birgt aber Risiken

Für gewerbliche Autoverkäufe gilt in der Europäischen Union erst ab dem Jahr 2027 eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro. Dann müssen höhere Beträge überwiesen werden. Zwischen Privatpersonen existiert derzeit keine feste Obergrenze für Bargeldzahlungen.

Trotzdem rät der ADAC zu Vorsicht bei hohen Bargeldsummen:

  • Geld erst nach unterschriebenem Kaufvertrag übergeben
  • keine Anzahlungen leisten
  • Übergaben an sicheren und gut erreichbaren Orten durchführen

Eine Überweisung hat zusätzlich den Vorteil, dass die Zahlung später nachvollziehbar dokumentiert ist. dpa/red

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Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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