SV Waldhof Mannheim: Marcel Seegert im Interview
„Fußball ist nicht so einfach“

„Waldhof ist wie nach Hause kommen“.  foto: engelhardt
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von Peter Engelhardt

Fußball. Mit dem 3:0-Sieg im Lokalderby gegen den VfR Mannheim ist der SV Waldhof ins Halbfinale des Badischen Fußballpokals eingezogen. Noch zwei Siege und die Blau-Schwarzen könnten auch im kommenden Jahr wieder am DFB-Pokal teilnehmen. Für Marcel Seegert wäre es dann schon die zweite Teilnahme an diesem lukrativen Wettbewerb hintereinander.

Auch in der Dritten Liga läuft es bekanntermaßen seit Saisonbeginn durchaus gut für den Liganeuling SV Waldhof. Vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen den Spitzenreiter Halleschen FC sprach das Wochenblatt mit dem „Rückkehrer“ Seegert.

???: 3:0-Sieg im Pokal gegen den Lokalrivalen – war es leichter als gedacht oder eine eher schwere Aufgabe?
Marcel Seegert: Wir waren von Anfang an konzentriert und wollten den VfR gar nicht so ins Spiel kommen lassen. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. Das 1:0 hätte schon früher fallen müssen. In der Pause haben wir uns gesagt, jetzt gehen wir direkt auf das 2:0. Und das hat ja dann auch ganz gut geklappt. Aber der VfR hat wacker dagegengehalten.
???: Warum sind Sie 2017 zum SV Sandhausen gewechselt?
Seegert: Ich hatte zuvor beim SV Waldhof drei aufregende Jahre, in dieser Zeit sind wir zweimal in der Relegation gescheitert. Ich wollte unbedingt in den Profifußball und das wenn möglich mit dem SV Waldhof. Der Nichtaufstieg gegen Meppen hat mich mental ganz schön mitgenommen. Dann kam das Angebot von Sandhausen und dort war ja Kenan Kocak Trainer. Da habe ich zugesagt. Es war ein großer Schritt von der vierten in die Zweite Liga.
???: Kam der Schritt zu früh und würden Sie das nochmal so machen?
Seegert: Der Schritt kam nicht zu früh und ich würde es wieder so machen. Die Vorzeichen waren gut und anfangs lief es auch gut für mich. Kenan hat mich schon beim Waldhof gefördert. Er kannte meine Stärken. Aber schon am dritten Spieltag bei meinem Startelfdebüt gegen Dynamo Dresden habe ich mich schwer verletzt und danach nur sehr schwer wieder in den Spielrhythmus gefunden. Als Kenan Kocak nicht mehr Trainer in Sandhausen war, spielte ich unter dem neuen Trainer keine große Rolle mehr.
???: Wie war die Rückkehr zum Waldhof?
Seegert: Es war wie nach Hause kommen, ich kannte ja noch einige Spieler und hatte auch während meiner Zeit in Sandhausen einen engen Draht zum SVW. Mit Bernhard Trares und Jochen Kientz hatte ich von Beginn an gute Gespräche.
???: Wann hatten Sie endgültig das Gefühl, das es mit dem Aufstieg klappen würde?
Seegert: Es hat lange gedauert. Nach dreimal verpasstem Aufstieg war man natürlich eher misstrauisch. Aber als wir in Offenbach 4:0 gewonnen haben, das wusste ich: jetzt könnte es was werden. Irgendwann während der Rückrunde wurde unser Punktepolster immer komfortabler, aber das Wort Aufstieg ist in der Kabine nie gefallen, es hätte zuviel Druck erzeugt.
???: Wie offenbart sich das sportliche Niveau von Liga 4 zu Liga 3?
Seegert: In der Dritten Liga hast du nicht mehr die Chance dir eine Auszeit zu nehmen. Es gibt keinen Verwaltungsmodus mehr. In der Regionalliga hast du pro Spiel sechs, sieben oder auch mal acht wirklich gute Chancen ein Tor zu erzielen. Jetzt sind es eben nur noch die Hälfte. Effizient zu sein ist hier ganz wichtig.
???: Apropos Effizienz – was muss der SV Waldhof in der Dritten Liga noch lernen?
Seegert: Einige der Spiele, in denen wir Unentschieden gespielt haben, hätten wir gewinnen müssen. Wir fangen oft sehr gut an und dann lassen wir nach, daran müssen wir noch arbeiten. Wir müssen den Gegner klein halten, das gelingt uns zu selten. Aber Fußball ist nicht so einfach, auch wenn das viele Leute meinen. Im Baseball hat der Pitcher auch mal eine unerklärliche Schwächephase und dann kippt das Spiel.
???: Was ist Bernhard Trares für ein Trainer?
Seegert: Für unsere Mannschaft gibt es keinen besseren Trainer. Das Trainerteam passt zu unseren Fähigkeiten, die Spieler passen dazu, wir sind spielstark und wir wollen Fußball spielen. Der Trainer hat ein sehr gutes Händchen, er ist keiner, der an der Außenlinie rumschreit.
???: Wie sehen das Umfeld beim SV Waldhof?
Seegert: Von „politischen“ Angelegenheiten bekommen wir relativ wenig mit und das ist eigentlich auch kein Thema in der Kabine. Wir sind in erster Linie Fußballer und das ist unser Job. Das wichtige Umfeld für uns sind unsere Fans, die uns sowohl zuhause wie auch auswärts großartig unterstützen.
???: Am Samstag kommt Halle – was für ein Spiel erwarten Sie?
Seegert: Halle ist einer der stärksten Mannschaften der Dritten Liga, eine fußballerisch und körperlich starke Truppe. Aber wir spielen zuhause und unser Anspruch und unser Ziel ist es zu gewinnen. Wir werden uns nicht verstecken. pete

„Waldhof ist wie nach Hause kommen“.  foto: engelhardt
Gemeinsamer Jubel mit Maurice Deville (rechts).  foto: pix
Autor:

Peter Engelhardt aus Mannheim

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