Großübung des Polizeipräsidiums gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst bei Otterstadt
Terroranschlag auf Verlag - Wenn der Einsatz lebensbedrohlich wird

Sturm auf das Gebäude, in dem sich die Terroristen befinden.
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  • Sturm auf das Gebäude, in dem sich die Terroristen befinden.
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Rhein-Pfalz-Kreis/Speyer/Ludwigshafen. Man stelle sich vor: Zwei Täter haben den Plan, einen Anschlag zu verursachen. Sie nehmen sich ein Verlagsgebäude in Ludwigshafens Innenstadt vor. Und nun muss die Polizei die Lage unter Kontrolle bringen.
Die Polizeibeamten der Schutzpolizei sind nach wenigen Minuten vor Ort und gehen mit einer speziellen Schutzausstattung gegen die Täter vor. Unterstützt werden die Kräfte der Schutzpolizei durch das rheinland-pfälzische Spezialeinsatzkommando. Die Rettungskräfte machen sich bereit, Verletzte zu retten.
Auch wenn die Hoffnung bleibt, das wird niemals hier vor Ort Realität, ist es wichtig, dass die Einsatzkräfte dieses Szenario üben. Und genau das ist vergangenen Samstag auf dem Wasserplatz im Reffenthal trainiert worden.

104 Kräfte des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, 33 Kräfte des Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik mit seinen Spezialeinheiten sowie 63 Kräfte der Feuerwehr des Rhein-Pfalz-Kreise und 38 Kräfte des Rettungsdienstes Vorderpfalz übten die Bewältigung einer sogenannten „lebensbedrohlichen Einsatzlage". Hinter diesem Begriff verbergen sich unklare Gefahrenlagen mit hohem Gefährdungspotential sowohl für Opfer, Unbeteiligte, Hilfskräfte als auch für Polizeikräfte. Hierzu zählen Terroranschläge, Amoktaten, Geiselnahmen sowie sonstige Formen schwerer Gewaltkriminalität, bei denen die Täter mittels Waffen, Sprengmitteln oder sonstigen gefährlichen Stoffen agieren.
Wer als Beobachter dieser Übung folgen durfte, der erlebte ein gefühlt sehr reales Szenario – Hektik, Polizisten die mit ihren Waffen gezielt vorgehen, Rettungskräfte, die im Hintergrund stehen und warten, bis sie zu den Verletzten dürfen. Bei der Übung hieß es: Rund 25 Verletzte, teils schwer, zu versorgen, zahlreiche Tote zu bergen und natürlich für die Polizei hieß es: Täter ausschalten. Ganz schnell hatte man das Gefühl, dass die Einsatzkräfte im Geiste nicht in einer Übung sind, sie arbeiten die Situation ab als sei sie real.
Aber nicht nur das wurde an diesem Tag trainiert: Teilbereiche einer komplexen Einsatzbewältigung wurden geübt. Hierzu gehören die Einsatzleitung in der Führungszentrale, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die umfassende Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei. Eine große Anzahl von Verletzten stellt den Rettungsdienst immer vor besondere und nicht alltägliche Herausforderungen. Gerade das Zusammenwirken des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes mit den Einheiten des Katastrophenschutzes stand bei dieser Übung im Vordergrund. Der Kreisfeuerwehrinspekteur Patrick Janz zog eine positive Bilanz des Übungsgeschehens: „Die in solchen LebEl-Lagen vorgesehen Absprachen und Vorgehensweisen mit der Polizei liefen sehr gut. Die sich anschließenden Abläufe Sichtung, Versorgung, Abtransport der Verletzten, sowie der Aufbau eines Behandlungsplatzes und die gesamte Dokumentation und Erfassung der Patienten haben ebenfalls gut funktioniert". Polizeipräsident Thomas Ebling erklärt abschließend: "Solche komplexen und hoch gefährlichen Einsatzlagen sind nur mit einer professionellen Vorbereitung zu bewältigen. Hier nicht zu üben, wäre fahrlässig, weil am Ende gerade in diesen Lagen nur das wirklich funktioniert, was man trainiert und eingeübt hat. Ein polizeilicher Erfolg ist dabei ohne ein reibungsloses Zusammenspiel mit Feuerwehr und Rettungskräften nicht vorstellbar. Ich danke deshalb nicht nur den Polizistinnen und Polizisten, sondern allen Einsatzkräften für ihre heutige Leistung."
Es war ein interessanter Tag für alle Beobachter und sicherlich auf für die Einsatzkräfte. gib

Autor:

Gisela Böhmer aus Frankenthal

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