Stützlast zu niedrig: Warum oft nur ein E-Bike mit darf in den Urlaub

Beim Transport von E-Bikes am Auto zählt vor allem die richtige Kombination aus Trägerfreigabe, Stützlast und Gesamtgewicht. Sonst kann ein Träger überlastet werden. | Foto: Gottfried Reidler/stock.adobe.com
  • Beim Transport von E-Bikes am Auto zählt vor allem die richtige Kombination aus Trägerfreigabe, Stützlast und Gesamtgewicht. Sonst kann ein Träger überlastet werden.
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E-Bike transportieren. Wer ein E-Bike am Auto mitnimmt, reduziert das wichtigste Risiko, indem ein Träger gewählt wird, der das höhere Gewicht und die Stützlast des Fahrzeugs nachweislich einhält.

Gerade für Wochenendtouren oder den Sommerurlaub wandern Fahrräder häufig auf Träger am Heck oder aufs Dach. Das R+V Infocenter weist darauf hin, dass E-Bikes wegen Motor und Akku deutlich schwerer sind und damit viele Standardlösungen schnell an Grenzen bringen.

Nach Einschätzung von Roland Richter, Verkehrsexperte bei der R+V Versicherung, sind einfache Heckklappenträger für E-Bikes oft nicht geeignet. Viele dieser Systeme sind nur für rund 20 Kilogramm pro Fahrrad ausgelegt. Ein normales Fahrrad wiegt meist 15 bis 18 Kilogramm, ein E-Bike dagegen schnell 25 Kilogramm oder mehr.

Welche Träger für E-Bikes eher passen und worauf es beim Gewicht ankommt

Für den Transport empfiehlt Richter einen Kupplungsträger, der ausdrücklich für E-Bikes zugelassen ist. Diese Systeme gelten als stabiler und machen das Beladen oft einfacher. Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn eine Anhängerkupplung nachgerüstet werden muss.

Wichtig ist außerdem, ob Fahrzeug und Anhängerkupplung die Last tragen dürfen. Entscheidend ist die sogenannte Stützlast. Sie beschreibt, wie viel Gewicht auf der Anhängerkupplung lasten darf. Laut Richter liegt sie meist zwischen 50 und 100 Kilogramm, je nach Fahrzeugtyp.

  • Gewicht pro Fahrrad prüfen: Viele Träger sind nur für rund 20 Kilogramm je Rad ausgelegt.
  • Gesamtgewicht berücksichtigen: Zum Gewicht der E-Bikes kommt das Eigengewicht des Trägers hinzu.
  • Stützlast von Auto und Kupplung abgleichen: Bei kleineren Autos reicht sie oft nicht für mehrere E-Bikes.
  • Wenn es knapp wird, bleibt in der Praxis oft nur der Transport von einem E-Bike.

Auch Dachträger können Risiken bergen. Bei einem Unfall können sich schwere Räder lösen. Zusätzlich kann bei mehreren Fahrrädern die zulässige Dachlast schnell überschritten werden. Ein Blick in die Fahrzeugunterlagen schafft hier Klarheit.

Wie ernst es werden kann, zeigt ein Erlebnis des R+V-Experten: Auf einer Autobahnfahrt wurden vor seinem Auto zwei E-Bikes durch die Luft geschleudert, weil die Steckkupplung eines Fahrradträgers gebrochen war. Mehrere Autos wurden beschädigt, darunter seines, verletzt wurde dabei niemand.

Versicherung beim Transport: Was meist greift und was oft nicht

Vor Fahrtantritt lohnt eine kurze Klärung, wie E-Bikes während des Transports versichert sind. Verursacht ein vom Träger gelöstes Fahrrad einen Schaden, greift laut R+V in der Regel die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Anders sieht es häufig bei Eigenschäden aus: Schäden am Fahrradträger oder am eigenen Auto sind in der Regel nicht versichert. Transportierte E-Bikes sind zudem nicht über die Fahrzeugversicherung gedeckt. Der Hinweis aus dem R+V Infocenter lautet daher, vorab mit der eigenen Hausratversicherung zu klären, ob verlorene E-Bikes abgedeckt sind. Mitunter kann auch eine separate E-Bike-Versicherung sinnvoll sein.

Unterm Strich entscheidet beim E-Bike-Transport am Auto weniger die Art der Reise als die nüchterne Rechnung aus Radgewicht, Trägerfreigabe sowie Stützlast und Dachlast des Fahrzeugs.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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