Rauch und diesige Luft in Pirmasens: Das steckt dahinter
- Ein ungewöhnlicher Schleier liegt am Montag über Pirmasens: Von der Streckbrücke aus ist die diesige Luft deutlich zu erkennen. Rauch der Großbrände in Belgien wird derzeit bis in die Südwestpfalz getragen.
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Update, Montag, 17. August, 15.05 Uhr: Die Feuerwehr Pirmasens hat inzwischen bestätigt, dass der starke Brandgeruch und die grauen Rauchschwaden über der Stadt keine lokale Ursache haben. Verantwortlich sind mehrere Wald- und Vegetationsbrände in Belgien, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Weil sich der Wind in den vergangenen Stunden gedreht hat, wird der Rauch derzeit bis in die Südwestpfalz getragen.
Die Feuerwehr fährt aktuell durch die Stadt und die Vororte und informiert die Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen über die Situation. Eine akute Gefahr besteht nach Angaben der Feuerwehr nicht. Dennoch sollen Fenster und Türen geschlossen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abgeschaltet werden. Auf der Feuerwache in der Gasstraße gehen zudem vermehrt Anrufe besorgter Bürger ein. Die Feuerwehr appelliert deshalb, den Notruf nur bei einem konkret erkennbaren Brand, einer akuten Gefahr oder einem medizinischen Notfall zu wählen.
- Die Feuerwehr fährt am Montag durch Pirmasens und die Vororte. Mit Lautsprecherdurchsagen informiert sie die Bevölkerung über den Rauch und den starken Brandgeruch.
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Von Erik Stegner
Pirmasens. Die Luft ist diesig, über der Stadt liegt deutlicher Brandgeruch: Am Montag sind die Folgen der Großbrände im belgischen Hohen Venn, Nordrhein-Westfalen und dem benachbarten Saarland selbst in Pirmasens zu spüren. Rauch ist über Hunderte Kilometer bis in die Südwestpfalz gezogen. Verantwortlich dafür sind nach Angaben des Pirmasenser Beigeordneten Denis Clauer vor allem die schweren Vegetationsbrände in Belgien. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Stand nicht. Dennoch rät Clauer den Pirmasensern dazu, Fenster und Türen vorsorglich geschlossen zu halten und die Belastung durch den Brandrauch möglichst gering zu halten.
Rauch legt Hunderte Kilometer zurück
Im belgischen Hohen Venn nahe der deutschen Grenze kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen gegen einen der größten Brände in der Geschichte des Landes. Rund 3.000 Hektar sind inzwischen betroffen. Der Rauch breitet sich weiträumig aus und ist auch weit entfernt vom eigentlichen Brandgebiet wahrnehmbar. Dass er nun in Pirmasens deutlich zu riechen ist und für diesige Luft sorgt, hängt mit der aktuellen Wetterlage zusammen. Luftströmungen können Rauch und feine Partikel über Hunderte Kilometer transportieren. Derzeit gelangt die belastete Luft auf diese Weise bis in die Pfalz. Hinzu kommen großflächige Wald- und Vegetationsbrände in Nordrhein-Westfalen und im benachbarten Saarland, die derzeit ebenfalls für erhebliche Rauchentwicklung sorgen.
Pirmasenser sollen Fenster und Türen schließen
Auch wenn nach Angaben der Stadt keine unmittelbare Gefahr besteht, sollten die Pirmasenser den Brandrauch möglichst nicht unnötig einatmen. Fenster und Türen sollten deshalb vorerst geschlossen bleiben. Wie stark Rauch und Brandgeruch in der Stadt wahrgenommen werden, kann sich abhängig von Windrichtung und Luftströmung kurzfristig verändern. Dreht der Wind, kann sich die Situation entsprechend schnell wieder entspannen – oder die Rauchbelastung erneut verstärken.
Gleichzeitig brennt es auch rund um Pirmasens
Während der Rauch eines Großbrandes Hunderte Kilometer weit bis nach Pirmasens zieht, kämpft die Feuerwehr vor Ort mit den Folgen von extremer Hitze und Trockenheit. Die ausgetrocknete Vegetation sorgt derzeit für eine erheblich erhöhte Brandgefahr. Immer wieder müssen die Einsatzkräfte zu kleineren Vegetations- und Flächenbränden ausrücken. Allein am Wochenende war die Pirmasenser Feuerwehr mehr als 15 Mal gefordert.
Aktualisierung: In einer früheren Fassung des Artikels war von einem Feuerwehreinsatz in der Nähe des Krankenhauses die Rede. Diese zunächst erhaltene Information hat sich nicht bestätigt. Die betreffende Passage wurde aus dem Artikel entfernt.
Hitze und Trockenheit verschärfen die Lage
Die anhaltende Hitze hat Böden, Wiesen und Vegetation stark ausgetrocknet. Unter solchen Bedingungen können sich Feuer besonders schnell ausbreiten. Entsprechend hoch ist derzeit die Aufmerksamkeit der Feuerwehren. So zeigt sich die außergewöhnliche Brandlage am Montag in Pirmasens gleich auf zwei Arten: Rauch aus Belgien sorgt für Brandgeruch und diesige Luft über der Stadt, während Hitze und Trockenheit gleichzeitig die Brandgefahr unmittelbar vor Ort verschärfen. Wie lange der Rauch über Pirmasens wahrnehmbar bleibt, hängt vor allem von der Entwicklung der Brände und der weiteren Windrichtung ab.
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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