Magnesium einnehmen? Warum Tabletten oft überflüssig sind
- Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen können Magnesium-Präparate helfen, einen Mangel des Mineralstoffs auszugleichen. (zu dpa: «Wie sinnvoll ist die Extra-Portion Magnesium?»)
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Magnesium einnehmen. Der Körper braucht den Mineralstoff für Muskeln und Nerven. In den meisten Fällen ist eine zusätzliche Tablette jedoch überflüssig, weil eine normale Ernährung den Bedarf bereits deckt.
Viele Menschen greifen zu Magnesiumpräparaten in der Hoffnung, Krämpfe zu vermeiden oder die Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ordnet das nüchtern ein. «Bei üblichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist ein Magnesiummangel selten».
Der Grund liegt in der täglichen Ernährung. Zahlreiche Lebensmittel liefern bereits relevante Mengen des Mineralstoffs. Dazu gehören etwa Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse sowie Fisch und Meeresfrüchte.
Wann ein Magnesiummangel wahrscheinlicher wird
In bestimmten Situationen kann der Körper Magnesium schlechter aufnehmen oder vermehrt ausscheiden. Dann steigt das Risiko für einen Mangel.
Nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen kann das unter anderem bei folgenden Faktoren vorkommen:
- Erkrankungen des Verdauungssystems wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Einnahme von entwässernden Medikamenten (Diuretika), etwa gegen Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen
- Einnahme von Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol oder Pantoprazol gegen Sodbrennen
- starkes Schwitzen
- Alkoholabhängigkeit
In solchen Fällen können Magnesiumpräparate helfen, einen nachgewiesenen Mangel auszugleichen. Ob eine zusätzliche Einnahme sinnvoll ist, wird häufig ärztlich abgeklärt.
Zu hohe Mengen führen häufig zu Durchfall
Über normale Lebensmittel wird kaum zu viel Magnesium aufgenommen. Anders sieht es bei Nahrungsergänzungsmitteln aus, wenn sie ohne medizinischen Anlass genutzt werden.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bereits eine zusätzliche Zufuhr von etwa 300 Milligramm pro Tag Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann. Typisch sind Durchfall oder Bauchprobleme.
Außerdem kann Magnesium die Aufnahme bestimmter Medikamente beeinflussen. Laut Apothekerkammer kann der Körper Antibiotika langsamer aufnehmen, wenn beides gleichzeitig eingenommen wird. Zwischen den Einnahmen sollte deshalb ein Abstand von mindestens zwei Stunden liegen.
Magnesium hilft nicht zuverlässig gegen Wadenkrämpfe
Viele Sportlerinnen und Sportler nehmen Magnesium ein, um Muskelkrämpfe zu verhindern. Ein klarer wissenschaftlicher Beleg dafür fehlt jedoch. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin.
Muskelkrämpfe entstehen häufig aus anderen Gründen. Dazu zählen Fehlbelastungen, Überlastung der Muskulatur oder Flüssigkeitsmangel. Eine zusätzliche Magnesiumtablette löst diese Ursachen in der Regel nicht.
Im Alltag bedeutet das. Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf meist vollständig, während Präparate vor allem bei einem medizinisch festgestellten Mangel eine Rolle spielen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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