Gartenschläfer entdeckt: So hilft eine Sichtung beim Schutz
- Wenn ein Gartenschläfer im Garten, Schuppen oder Park auftaucht, kann eine Meldung mit Ort und Datum den Artenschutz unterstützen. Besonders im Spätsommer sind Beobachtungen wertvoll, weil die Tiere vor dem Winterschlaf dringend Nahrung finden müssen.
- Foto: Stephanie Walter
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Gartenschläfer entdecken. Wer im Garten, im Park oder am Waldrand einen Gartenschläfer sieht, kann den Artenschutz konkret unterstützen, indem die Beobachtung mit Ort und Datum gemeldet wird.
Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung ist jetzt die wichtigste Fresszeit des seltenen Bilchs. Bis Ende September frisst der Gartenschläfer bevorzugt Insekten und Beeren, um genug Fettreserven für den Winterschlaf aufzubauen. Danach zieht er sich in Baumhöhlen oder Felsspalten zurück und bleibt etwa ein halbes Jahr im Winterschlaf.
Besonders knapp ist die Zeit für Jungtiere. Tiere, die im Mai geboren wurden, haben erst vor wenigen Wochen das Nest verlassen und müssen vor dem ersten Winter schnell Gewicht zulegen. Ausgewachsene Gartenschläfer wiegen im Frühsommer im Harz teils unter 50 Gramm. Im Spätsommer können es je nach Nahrungsangebot über 100 Gramm werden.
Warum Waldränder mit Beerensträuchern so wichtig sind
Im Winter gibt es kaum Insekten, die Hauptnahrung der Gartenschläfer. Das im Spätsommer angefressene Zusatzgewicht wird deshalb im Winterschlaf verbraucht. Biologisch ist dieser Zustand kein normaler Schlaf, sondern eine starke Energiesparphase, die Fachleute Torpor nennen. Dabei sinkt die Körpertemperatur nahe an die Außentemperatur, und das Herz schlägt nur noch etwa zweimal pro Minute.
Damit es überhaupt so weit kommt, braucht der Gartenschläfer im Spätsommer geeignete Nahrung und Deckung. Als besonders wertvoll gelten naturnahe Waldränder mit fruchttragenden Sträuchern wie Himbeere und Brombeere sowie beerentragenden Bäumen wie Vogelbeeren. Sie liefern Beeren, ziehen Insekten an und bieten Verstecke.
Die Deutsche Wildtier Stiftung wertet im Projekt „Zukunft für den Gartenschläfer“ im Harz in Sachsen-Anhalt solche Waldrandbereiche auf und verbindet Lebensräume. Dazu gehört auch ein Fotofallen-Monitoring, das zeigen soll, wo die Tiere noch vorkommen. Laut Stiftung ist das Verbreitungsgebiet in Europa in den vergangenen 30 Jahren um etwa 50 Prozent geschrumpft, und in Deutschland gibt es nur noch vereinzelte Vorkommen.
So werden Sichtungen aus Garten, Schuppen oder Dachboden nützlich
Je mehr verlässliche Hinweise zum Vorkommen gesammelt werden, desto gezielter können Schutzmaßnahmen ansetzen. Sichtungen aus Parks und Gärten sind dafür ausdrücklich hilfreich. Gartenschläfer sind nachtaktiv, ihre vielfältigen Rufe können in warmen Sommernächten gut zu hören sein. Gesichtet werden sie zudem häufiger in Schuppen und auf Dachböden.
Wichtig für eine Meldung sind vor allem:
- Ort der Beobachtung
- Datum der Beobachtung
- wenn möglich ein Foto
Sichtungen oder Totfunde können per E-Mail gemeldet werden: TierdesJahres@DeutscheWildtierStiftung.de.
Weitere Informationen zum Gartenschläfer, inklusive Lautäußerungen, gibt es hier: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/gartenschlaefer.
Mehr zum Projekt „Zukunft für den Gartenschläfer“: https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/gartenschlaefer-zukunft-fuer-den-kleinen-bilch.
Unterm Strich gilt, dass eine sauber dokumentierte Sichtung im passenden Zeitraum helfen kann, verbliebene Vorkommen besser zu schützen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |