Fehlkäufe vermeiden: Risiken bei KI‑Shopping‑Agenten
- Viele Händler nutzen Künstliche Intelligenz im E-Commerce.
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Fehlkäufe vermeiden. Digitale Assistenten können Produkte recherchieren, vergleichen und teilweise sogar selbst bestellen. Genau diese Automatisierung kann jedoch Fehlkäufe, Datenprobleme oder rechtliche Unsicherheiten auslösen.
Beim Onlineshopping tauchen KI‑gestützte Chat‑Berater bereits häufig auf. Die Technik entwickelt sich jedoch weiter. Neue Systeme sollen nicht nur Produkte finden und vergleichen, sondern den gesamten Einkauf übernehmen. Dazu gehören das Ablegen von Artikeln im Warenkorb und teilweise auch der Bezahlvorgang.
Große Plattformen arbeiten bereits an solchen Lösungen. Amazon testet Funktionen rund um Alexa für Einkäufe. Google kündigte auf seiner Entwicklerkonferenz I/O einen KI‑Agenten an, der Produkte plattformübergreifend sammeln und anschließend im Auftrag des Nutzers bezahlen kann.
KI-Shopping-Agenten werfen rechtliche Fragen auf
Wenn Software selbstständig Entscheidungen trifft und Bestellungen auslöst, entstehen neue rechtliche Fragen. Dazu gehört etwa die Haftung, wenn ein falsches Produkt bestellt wird oder eine Bestellung bei einem betrügerischen Shop landet.
Nach Einschätzung des IT‑Magazins "c't" könnte sogenannter Agentic Commerce grundsätzlich auch in Deutschland möglich sein. Gleichzeitig bleiben viele Punkte ungeklärt. Dazu zählen Vertragsrecht, Verbraucherrechte und Zahlungsfragen.
Mehr Autonomie erhöht mögliche Risiken
Je mehr Rechte ein digitaler Assistent erhält, desto größer wird das Risiko von Fehlentscheidungen oder Missbrauch. Kritiker fordern deshalb, dass die endgültige Entscheidung über Käufe immer beim Menschen bleiben sollte.
Die «c't»-Experten sehen vor allem drei zentrale Gefahrenbereiche:
- Unklare Haftung. Wenn ein Agent ein falsches Produkt bestellt oder auf betrügerische Angebote reagiert, ist oft unklar, wer verantwortlich ist.
- Manipulationsanfällige Technik. Für ihre Arbeit benötigen Agenten häufig Zugriff auf E‑Mails, Kalender, Cloud‑Speicher oder Bezahldienste. Werden diese Rechte zu weit gefasst, könnten manipulierte Webseiten oder Fake‑Shops unerwünschte Käufe auslösen.
- Datenschutzprobleme. Damit Empfehlungen funktionieren, greifen Systeme auf Informationen zu Vorlieben, Kontext oder frühere Einkäufe zurück. Händler könnten daraus detaillierte Nutzerprofile ableiten oder Preise individuell anpassen.
Beim KI‑Einkauf bleiben Kontrollmechanismen wichtig
Aus Sicht der "c't" sollten Nutzer deshalb klare Grenzen setzen. Dazu gehört, Käufe manuell zu bestätigen, keine vollständigen Zugriffe auf Bankkonten zu erlauben und Ausgabenlimits festzulegen.
KI‑Assistenten können den Einkauf erleichtern. Ohne klare Kontrolle über Zahlungen und Daten bleibt das automatisierte Shoppen jedoch mit Unsicherheiten verbunden. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |