Fair einkaufen: So helfen Siegel gegen Kinderarbeit beim Kauf
- Beim Einkauf helfen Siegel, Produkte mit geringerer Wahrscheinlichkeit für ausbeuterische Kinderarbeit zu wählen. Wichtig ist, Kennzeichnungen realistisch einzuordnen und typische Risikowaren im Blick zu behalten.
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Fair einkaufen. Siegel können beim Einkauf schnell Orientierung geben, um Produkte zu wählen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit und ohne massive Umweltzerstörung hergestellt wurden.
Ob Früchte, Kaffee oder Gewürze, Textilien, Spielzeug oder Kunsthandwerk. In vielen Alltagsprodukten steckt nach Berichten Kinderarbeit. Genannt werden weltweit 138 Millionen arbeitende Kinder, davon etwa 54 Millionen in ausbeuterischen Verhältnissen, etwa mit sehr langen Arbeitstagen auf mit Pestiziden belasteten Baumwollfeldern.
Die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes Deutschland e.V. ordnet zum internationalen Tag gegen Kinderarbeit am Donnerstag, 12. Juni, die Vielzahl an Kennzeichnungen ein. In der Broschüre „Konsum ohne Kinderarbeit. Tipps für den fairen Einkauf“ wird erklärt, was hinter Siegeln des Fairen Handels steckt und wie verständlich und verlässlich sie für die Kaufentscheidung im Alltag sind.
Worauf beim Siegel-Blick ankommt
Wer im Laden gezielt „fair“ einkaufen will, steht oft vor einem praktischen Problem. Es gibt viele Logos, ähnlich klingende Versprechen und unterschiedliche Schwerpunkte. Für die schnelle Orientierung hilft eine einfache Einordnung.
- Siegel sind eine Abkürzung, aber kein Freifahrtschein. Fair-Trade-Kennzeichnungen können ein Hinweis sein, dass in der Herstellung bestimmte Sozial- und Umweltstandards berücksichtigt wurden. Wie streng kontrolliert wird und welche Stufen der Lieferkette abgedeckt sind, kann sich je nach Kennzeichnung unterscheiden.
- Produktgruppen mit erhöhtem Risiko im Blick behalten. Terre des Hommes nennt ausdrücklich unter anderem Baumwolle und Textilien, außerdem Kaffee, Früchte, Gewürze, Spielzeug und Kunsthandwerk. Gerade bei solchen Waren kann ein Siegel helfen, die Auswahl einzugrenzen.
- Nicht nur auf ein Symbol verlassen. Wenn mehrere Kennzeichnungen auf einer Packung stehen, lohnt ein kurzer Blick in die Erläuterungen. Ziel ist weniger Perfektion, sondern eine nachvollziehbare Entscheidung, die das Risiko ungewollter Unterstützung von Ausbeutung senkt.
Terre des Hommes betont zugleich, dass Fairer Handel allein die Ursachen von Kinderarbeit nicht beseitigen kann. Als entscheidend wird eingeordnet, dass Unternehmen verpflichtet werden müssten, Menschen- und Kinderrechte sowie Umwelt- und Sozialstandards in der Produktion einzuhalten und Verantwortung für die gesamte Lieferkette zu übernehmen.
In diesem Zusammenhang verweist die Organisation auf das politische Ringen seit 2021 um das deutsche Lieferkettengesetz und eine europäische Lieferketten-Richtlinie. Terre des Hommes fordert dazu in einem Bündnis ein starkes Lieferkettengesetz in Deutschland und der Europäischen Union.
Bis solche Regeln umfassend greifen, bleibt als praktische Konsequenz: Wer beim Einkauf häufiger zu fair gekennzeichneten Produkten greift und Siegel bewusst einordnet, reduziert zumindest das Risiko, dass am Anfang der Lieferkette Kinder für den Konsum schuften müssen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |