Baum des Jahres: Darum ist die Zitterpappel so wertvoll für den Wald
- Beim Spaziergang nach Sturm oder Trockenheit zeigt sich oft, wie schnell Flächen wieder zuwachsen. Die Zitterpappel gilt als Pionierbaumart, die kahl gewordene Waldflächen rasch stabilisieren kann.
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Zitterpappel. Die Zitterpappel kann nach Sturm, Brand oder Insektenfraß kahl gewordene Waldflächen schnell wieder begrünen und stabilisiert damit Boden, Wasserhaushalt und Artenvielfalt.
Zum Tag des Waldes am 21. März geht es um Waldschutz, nachhaltige Nutzung und Wiederbewaldung. Die Deutsche Wildtier Stiftung ordnet dabei ein, welche Rolle sogenannte Pionierbaumarten spielen. Das sind Baumarten, die nach einer Auflichtung des Waldes, etwa durch Windwurf oder Kahlschlag, als erste neue Flächen besiedeln.
Eine dieser Pionierbaumarten ist die Zitterpappel, auch Espe oder Aspe genannt. Ihren Namen verdankt sie den rundlichen Blättern, die schon bei leichter Brise sichtbar zittern. Wegen ihrer Bedeutung für viele Tier- und Pflanzenarten wurde sie von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum Baum des Jahres 2026 gekürt.
Was die Zitterpappel im Wald praktisch leistet
Aus Sicht des Waldumbaus ist vor allem die Geschwindigkeit entscheidend. Laut Marie Geisler, Forstwissenschaftlerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung, gedeihen Zitterpappeln auf nahezu jedem Standort. Sie produzieren jährlich mehrere Millionen Samen, die der Wind über viele hundert Meter verbreiten kann. Dadurch kann sich die Art auf Kahlflächen in kurzer Zeit ansiedeln und eine neue Baumgeneration bilden.
Wichtige Effekte, die im Alltag oft unsichtbar bleiben, aber für stabile Wälder zählen:
- Schutz vor Erosion und Austrocknung, weil Flächen schneller wieder beschattet und bewurzelt werden.
- Verbesserung der Bodenqualität, weil das Laub für Bakterien, Pilze und Algen leicht abbaubar ist. Mineralien und Spurenelemente gelangen zügig zurück in den Nährstoffkreislauf.
- Langfristig kann der pH-Wert des Untergrunds steigen.
- Klimawirkung durch schnelles Wachstum. Die Zitterpappel erreicht etwa 25 Meter in 20 bis 30 Jahren und bindet dadurch früher größere Mengen Kohlendioxid als langsam wachsende Baumarten.
Auch für den Artenschutz ist die Zitterpappel relevant. Sie ist Nahrungspflanze für mehr als 90 Schmetterlingsarten. Die grün-weiß gefärbten Raupen des Großen Eisvogels fressen ausschließlich Zitterpappelblätter und überwintern in kleinen, aus Laub gesponnenen Gehäusen an den Zweigen. Auch Abendpfauenauge und Blaues Ordensband sind eng an Pappelblätter gebunden.
Eine weitere Einordnung betrifft Fraßdruck im Wald. In naturnahen Lebensräumen besteht die Winternahrung von Rothirschen laut der Deutschen Wildtier Stiftung fast zur Hälfte aus jungen Pappeltrieben. Wo Zitterpappeln wachsen, werden damit andere Baumarten tendenziell weniger verbissen, die forstwirtschaftlich oft als wertvoller gelten.
Gleichzeitig gibt es Zielkonflikte. Weil das Holz der Zitterpappel wirtschaftlich wenig Nutzen bringt und andere Baumarten unter ihrem dichten Wuchs leiden können, wurde sie in den vergangenen 150 Jahren vielerorts zurückgedrängt. Laut Bundeswaldinventur ist nur noch etwa einer von hundert Bäumen in Deutschland eine Zitterpappel.
Die Deutsche Wildtier Stiftung reagiert darauf, indem sie auf eigenen Flächen gezielt Zitterpappeln anpflanzt. Ziel ist eine schnellere Stabilisierung geschädigter Waldflächen, mehr Nahrung für unterschiedliche Tierarten und damit eine Steigerung der Biodiversität. Ein Video zum Waldumbau der Stiftung ist hier verlinkt:
Unterm Strich gilt: Als schnell wachsende Pionierbaumart kann die Zitterpappel geschädigte Wälder schneller in Richtung stabiler Mischbestände entwickeln helfen.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Meike Jakob aus Landau |