Barrierefreies Bad: Warum es beim Umbau immer öfter Standard ist

Beim Bad-Umbau wird Barrierefreiheit immer öfter als normaler Standard geplant, weil sie Komfort bringt und spätere Hürden vermeidet. Zahlen von Destatis zeigen, wie groß die Altersgruppe ist, für die das Thema in den nächsten Jahren relevant wird. | Foto: HEWI
  • Beim Bad-Umbau wird Barrierefreiheit immer öfter als normaler Standard geplant, weil sie Komfort bringt und spätere Hürden vermeidet. Zahlen von Destatis zeigen, wie groß die Altersgruppe ist, für die das Thema in den nächsten Jahren relevant wird.
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Barrierefreies Bad. Beim Bad-Umbau entscheidet oft eine einzelne Schwelle oder eine enge Tür darüber, ob das Zuhause auch in vielen Jahren noch bequem nutzbar bleibt. Ein barrierefreies Bad wird deshalb zunehmend als normaler Ausstattungsstandard mitgedacht, nicht erst dann, wenn Pflege nötig wird.

Hintergrund ist vor allem die Altersentwicklung: Das Statistische Bundesamt (Destatis) rechnet auf Basis des Mikrozensus 2025 damit, dass bis 2040 rund 13,3 Millionen Menschen das gesetzliche Rentenalter von 67 Jahren überschritten haben. Das entspricht 30,0 Prozent der heute verfügbaren Erwerbspersonen.

Viele dieser Menschen möchten möglichst lange selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben. Im Alltag ist dabei das Bad häufig der Raum, in dem Komfort und Sicherheit am schnellsten an Grenzen stoßen, etwa durch rutschige Böden, eine hohe Duschwanne oder zu wenig Bewegungsfläche.

Was beim Bad die Selbstständigkeit am stärksten beeinflusst

Im Bad treffen mehrere typische Hürden zusammen: Nässe, glatte Oberflächen und wenig Platz. Barrierearme Lösungen zielen deshalb vor allem darauf, Wege zu vereinfachen und Bewegungen sicherer zu machen, ohne dass das Bad nach Hilfsmittel aussieht.

  • Bodengleiche Dusche statt hoher Kante, damit der Einstieg ohne Schritt über eine Schwelle möglich bleibt.
  • Ausreichende Bewegungsflächen, damit Drehen und Umsetzen auch mit temporären Einschränkungen leichter fällt.
  • Unterfahrbarer Waschtisch, der flexibler nutzbar bleibt.
  • Durchdachte Greifzonen, damit Unterstützung dort möglich ist, wo sie im Alltag gebraucht wird.
  • Gute Beleuchtung, die Orientierung verbessert, besonders nachts oder bei nachlassender Sehkraft.

Warum das Thema beim Umbau früh relevant wird

Destatis zeigt auch, wie groß die Gruppe ist, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand geht. Die 55- bis 59-Jährigen stellten 2025 mit 5,5 Millionen die größte Gruppe unter den Erwerbspersonen. Zusammen mit den 60- bis 64-Jährigen waren es 10,0 Millionen. Damit wird Barrierefreiheit im Bad für viele Haushalte weniger eine Speziallösung als eine längerfristige Komfort- und Vorsorgeentscheidung.

Hinzu kommt: Ein Teil der Älteren bleibt länger im Berufsleben. Der Anteil der über 55-Jährigen an den Erwerbspersonen stieg laut Destatis im letzten Jahrzehnt von 20,7 Prozent im Jahr 2015 auf 27,0 Prozent im Jahr 2025. Das spricht dafür, dass viele Umbauten nicht als Notlösung geplant werden, sondern als Qualitäts- und Komfortinvestition.

Worauf bei Planung und Beratung oft geachtet wird

Wer ein Bad für die nächsten 20 bis 30 Jahre nutzbar halten will, profitiert meist von vorausschauender Planung. Dazu gehören nicht nur sichtbare Elemente wie die Dusche, sondern auch Vorbereitungen, die spätere Anpassungen erleichtern.

  • Stabile Wandbereiche, damit Haltegriffe später sicher montiert werden können.
  • Tür- und Grundrissplanung, die Engstellen vermeidet.
  • Lösungen, die Sicherheit und Komfort integrieren, ohne dass der Raum klinisch wirkt.
  • Einordnung zu Normen wie DIN 18040-2 und zu möglichen Förderwegen, etwa über KfW oder Pflegekassen, wenn das im Einzelfall passt.

Die praktische Konsequenz ist eine klare Verschiebung im Wohnalltag: Barrierefreiheit im Bad wird immer häufiger gleich beim Umbau mitgedacht, weil sie Komfort schafft und spätere Einschränkungen weniger wahrscheinlich zum Wohnproblem werden lässt.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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