Trauerfall: Mayen verliert Ehrenbürger Mario Adorf
- In der Stadt Mayen war Adorf Ehrenbürger.
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Mayen. Der Tod von Schauspieler Mario Adorf bewegt viele Menschen in Rheinland Pfalz. Besonders groß ist die Trauer in seiner Heimatstadt Mayen, wo der international bekannte Filmstar als Ehrenbürger galt.
Der Schauspieler starb am Mittwoch, 8. April, im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Paris. Das bestätigten sein Management und die Filmagentur Reinholz. Nach Angaben aus seinem Umfeld sei Adorf nach kurzer Krankheit eingeschlafen. Mayens Oberbürgermeister Dirk Meid sprach von einem schweren Verlust für die Stadt. „Wir verlieren unseren Ehrenbürger und den Paten der Burgfestspiele Mayen“, sagte er. Adorf sei stets ein „Mayener Jung“ geblieben und habe seine Herkunft nie vergessen.
Aus der Eifel auf die große Leinwand
Mario Adorf wurde 1930 in Zürich geboren, wuchs jedoch in Mayen in der Eifel auf. Eine Schauspielkarriere war zunächst nicht absehbar. In der Schule galt er eher als Klassenclown als als Theaterdarsteller. Nach dem Abitur entschied er sich dennoch für die Bühne. Adorf studierte an der Otto Falckenberg Schule in München. Es folgten Engagements am Theater und bald auch im Film. Daraus entwickelte sich eine jahrzehntelange internationale Karriere. Der Schauspieler wurde vor allem durch markante Rollen bekannt. Häufig verkörperte er auf der Leinwand Gauner, Schurken oder dominante Patriarchen.
Große Karriere mit vielen Auszeichnungen
Zu den bekannten Filmen mit Mario Adorf gehören unter anderem
- „Der Tod trägt schwarzes Leder“ aus dem Jahr 1974
- „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ aus dem Jahr 1975
- „Die Blechtrommel“ aus dem Jahr 1979
- „Lola“ aus dem Jahr 1981
- die Fernsehproduktion „Der Schattenmann“ aus dem Jahr 1996
Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Adorf zahlreiche Ehrungen. Dazu zählen der Adolf Grimme Preis, das Bundesverdienstkreuz, die Goldene Kamera, der Bambi sowie der Deutsche Fernsehpreis für sein Lebenswerk. Auch in Rheinland Pfalz wurde er vielfach ausgezeichnet. Neben der Ehrenbürgerschaft von Mayen erhielt er die Carl Zuckmayer Medaille, den Landesverdienstorden und die Ehrendoktorwürde der Universität Mainz. Ministerpräsident Alexander Schweitzer würdigte Adorf als „Ausnahmeschauspieler und Weltstar“. Deutschland verliere einen seiner größten Schauspieler und Rheinland Pfalz einen seiner treuesten Söhne.
Enge Verbindung zur Heimat
Trotz seiner internationalen Karriere hielt Adorf stets Kontakt in seine Heimatstadt. Viele Jahre lebte er mit seiner Frau Monique Faye auch in Südfrankreich. Das Interesse an Mayen und an den Burgfestspielen blieb jedoch groß. Der Fotograf Peter Seydel, ein langjähriger Freund des Schauspielers, berichtete von regelmäßigen Gesprächen über das kulturelle Leben in der Stadt. Adorf habe sich immer wieder erkundigt, wie die Festspiele laufen und wie viele Besucher kommen.
Auch bundesweit löste die Nachricht große Anteilnahme aus. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier würdigte Adorf als Künstler, der das kulturelle Leben weit über Deutschland hinaus bereichert habe. Schauspielkollegen wie Heiner Lauterbach und Veronica Ferres erinnerten in sozialen Netzwerken an einen warmherzigen Menschen und eine prägende Persönlichkeit des deutschen Films. Seinem langjährigen Manager Michael Stark ließ Adorf ausrichten, dass er seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue dankbar sei. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |