Burgen am Oberrhein werden digital erlebbar: Mittelalterliches Erbe grenzüberschreitend sichtbar

Auch die Burg Trifels bei Annweiler gehört zu den Bauten, die in das Projekt aufgenommen wurden | Foto: Heike Schwitalla
  • Auch die Burg Trifels bei Annweiler gehört zu den Bauten, die in das Projekt aufgenommen wurden
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Oberrhein. Über 300 Burgen zeugen am Oberrhein von einer außergewöhnlich reichen mittelalterlichen Geschichte. Mit dem Start des grenzüberschreitenden Projekts „Burgen am Oberrhein 2“ soll dieses gemeinsame Kulturerbe künftig noch stärker digital sichtbar und erlebbar werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei KuLaDig (Kultur.Landschaft.Digital), die landesweite Datenbank für kulturhistorisch bedeutsame Objekte und Landschaften in Rheinland-Pfalz.
Das KuLaDig-Kompetenzzentrum bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) betreut die Datenbank und begleitet die digitale Erfassung der historischen Zeugnisse. Im Rahmen des neuen Interreg-Projekts sollen weitere Burgen systematisch aufgenommen und damit für Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen sowie Besucherinnen und Besucher zugänglich gemacht werden.

Geschichte digital entdecken

„Die Burgen am Oberrhein sind ein herausragendes gemeinsames Kulturerbe. Sie erzählen eine Geschichte, die sich nicht an heutigen Staatsgrenzen orientiert. Deshalb war es uns wichtig, dieses Projekt zu unterstützen und mit KuLaDig einen Beitrag dazu zu leisten, die Burgenlandschaft grenzüberschreitend sichtbar und digital erlebbar zu machen“, erklärt Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd und Mitglied des Interreg-Oberrhein-Begleitausschusses.
KuLaDig bündelt Informationen zu kulturhistorisch bedeutsamen Objekten und Landschaften und stellt sie öffentlich digital zur Verfügung. Im Projekt „Burgen am Oberrhein 2“ wird diese Infrastruktur genutzt, um weitere historische Anlagen zu erfassen und miteinander in Beziehung zu setzen.
Dabei geht es nicht nur um die Dokumentation einzelner Burgen. Die digitale Erfassung ermöglicht es, die Anlagen unabhängig von heutigen Landesgrenzen als Teil einer gemeinsamen Kulturlandschaft zu entdecken und in ihren historischen Zusammenhang einzuordnen. Auch weniger bekannte Burgen können so leichter gefunden und neu wahrgenommen werden.

Geplant sind unter anderem neue 3D- und 4D-Modellierungen, die historische Ansichten und die Entwicklung von Burgen und Abteien sichtbar machen. Entwickelt werden diese Angebote gemeinsam mit dem Projektträger, der Gebietskörperschaft Elsass, von der Hochschule Mainz und der INSA Straßburg.

Projekt knüpft an Vorgänger an

„Burgen am Oberrhein 2“ baut auf dem gleichnamigen Vorgängerprojekt aus den Jahren 2023 bis 2025 auf. Dieses hatte die Grundlagen für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit geschaffen und das gemeinsame mittelalterliche Erbe stärker in den Fokus gerückt.
Mit dem Folgeprojekt soll der Oberrhein nun als gemeinsame Burgenregion weiter profiliert werden. Neben der digitalen Erfassung sind deshalb auch touristische und kulturelle Maßnahmen vorgesehen. Auf der Hohkönigsburg im Elsass soll eine Dauerausstellung zu den Burgen am Oberrhein entstehen. Hinzu kommen weitere digitale Angebote, gemeinsame touristische Aktivitäten und Kulturveranstaltungen.
Ziel ist es, Menschen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz dazu anzuregen, die historischen Anlagen grenzüberschreitend zu entdecken.

Millionenförderung von EU und Interreg

„Mit KuLaDig haben wir ein Instrument, das Geschichte, Kultur und Landschaft digital miteinander verbindet. Die Aufnahme der Burgen des Oberrheins in ihrer Gesamtheit ermöglicht es, dieses besondere Erbe nicht nur zu dokumentieren, sondern auch neue Zugänge dazu zu schaffen. Gerade für den grenzüberschreitenden Tourismus und die kulturelle Bildung liegt darin ein großes Potenzial“, so SGD-Süd-Präsident Kopf.
Das Projekt „Burgen am Oberrhein 2“ hat ein Gesamtbudget von 3,06 Millionen Euro. Über das Programm Interreg Oberrhein wird es drei Jahre lang mit rund 1,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Die Genehmigung durch den Interreg-Oberrhein-Begleitausschuss erfolgte am 9. Juli in Neustadt an der Weinstraße.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die gemeinsame Geschichte des Oberrheins sichtbarer zu machen. Die Verbindung von digitalen Angeboten, Kulturveranstaltungen und touristischen Projekten soll den Oberrhein stärker als zusammenhängenden Kulturraum erfahrbar machen.

Weitere Informationen:
Informationen zu KuLaDig in Rheinland-Pfalz: https://sgdsued.rlp.de/themen/kulturlandschaftdigital
Informationen zum Projekt „Burgen am Oberrhein 2“: https://www.interreg-oberrhein.eu/projet/burgen-am-oberrhein-2/

Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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