BriMel unterwegs
Zur Premierenlesung von Uwe Ittensohn

Ein Dream-Team auf dem Weg zum Erfolg
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Speyer. Am 21. Februar fand in der Buchhandlung Osiander eine Lesung statt. Und diese Lesung war eine ganz besondere, nämlich eine Premierenlesung, heißt erstes Buch und erste Lesung von einem Hobbyautor namens Uwe Ittensohn. Er wurde 1965 in Landau geboren, ist also ein echter Pälzer Bub. Seit seiner Kindheit in Speyer wohnend pendelt er jedoch des Berufs wegen über den Rhein nach Mannheim, wo er sich in der Finanzwelt bestens auskennt. Mit dem Kriminalroman realisiert er einen lang gehegten Traum, seine Heimatstadt Speyer mit ihren unzähligen Geheimnissen bekannt zu machen.

Zum Inhalt des Buches „Requiem für den Kanzler“: Altbundeskanzler Helmut Kohl soll nach einem Requiem im Speyerer Dom auf dem kleinen Kapitelsfriedhof beigesetzt werden. Der Ludwigshafener Kriminalhauptkommissar Frank Achill koordiniert den Einsatz der örtlichen Polizeikräfte und bittet seinen etwas schrulligen Freunde André Sartorius als ortskundigen Stadtführer um Unterstützung. Alles sieht nach einer harmlosen Routineaufgabe aus. Doch dann mehren sich die Zeichen, dass Extremisten dem Ereignis ihren kaltblütigen Stempel aufdrücken wollen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und ich beginne mit den Eindrücken des Abends.

Für das, dass es das erste Mal für den Autor war, füllte sich das Obergeschoß der Buchhandlung zusehends. Zum Empfang gab es Wasser und später in der Pause wurden 30 Liter Freibier von der Domhofbrauerei spendiert. Die Buchhandlungsleiterin Dagmar Strubel ergriff das Mikrofon und meinte zu den Besuchern, sie sei gerade überwältigt von diesem großen Zuspruch. Sie begrüßte mit freundlichen Worten das Publikum und erzählte, wie sie und der Autor sich kennengelernt haben. Beide seien 65er Jahrgang und beide haben dieselbe Haarfarbe. Sie begrüßte Claudia Senghaas, Lektorin und Talententdeckerin beim renommierten Gmeiner-Verlag, die ebenfalls ein paar persönliche Worte zum Debütroman sagte. Uwe Ittensohn plauderte in erfrischender Weise und erzählte, dass er in letzter Zeit in etlichen Lesungen gewesen sei und es ziemlich langweilig fand, denn die Leute könnten doch alle selber lesen. Eine Wasserglaslesung in der Pfalz? Das ginge gar nicht und prompt füllte er die auf dem Pult stehenden Gläser mit süffigem Bier auf und stieß mit Dagmar Strubel gleich mal auf das DU an. Die erste Hürde war also genommen und es verhieß ein sehr lustiger Abend zu werden. Falls jemand husten sollte, wäre das kein Problem, er würde den Satz dann nochmals wiederholen. Er fragte, ob es UZWAs gäbe, das seien die Menschen unter 20 Jahr. Seine Tochter meldete sich und er erklärte ihr belustigt, dass das vorliegende Buch eine gestapelte WhatsApp sei. Klar, dass das Publikum bei diesem Vergleich lauthals lachen musste.

Dann begann die eigentliche Lesung – flüssig, akzentuiert, mit viel Gestik und Mimik, einfach herrlich. Beisitzerin Strubel stellte zwischendurch Fragen und ließ Bemerkungen einfließen, zum Beispiel, dass ziemlich viel Ittensohn in dem André Sartorius stecken würde. Die Parallelen kamen des Öfteren zum Vorschein. Auf die Frage, ob er auch bei der Trauerfeier von Helmut Kohl dabei gewesen sei, antwortete er, dass er abgeführt wurde als er sich bis auf die Pressebühne vorwagte. Aber ja, er war überall dabei. Auf die Frage, wie man als Banker von der VR Bank Rhein-Neckar zum Romanschreiber würde, verriet er, dass seine Frau schuld sei als sie während eines Teneriffaurlaubes ihre E-Books lasen. Sie seien mit dem Lesematerial ganz einfach unzufrieden gewesen. Zuerst musste er aber die Grundlage der Deutschen Sprache erlernen bevor er sich an das Buch wagte. Er hatte dann 10 Literaturagenturen herausgesucht und fünf davon angeschrieben und dann wurde es der Gmeiner-Verlag, wo er sich gut aufgehoben fühlt.

Beim Kapitel Sputnik kam sein komödiantisches Talent zum Vorschein als er mit russischem Akzent eine Prostituierte nachahmte. Er war voll in seinem Element und das Publikum belohnte diese Darbietung mit tosendem Applaus. Er erzählt, dass er alle Szenen selbst recherchiert habe, ob es nun ein Zuhälter oder ein Taxifahrer war, die ihm Einblick in ihre Welt gewährten. Auf die Frage, wie er die Fließgeschwindigkeit gemessen hat, antwortet er: „Mit der Stoppuhr!“. Lacher. Er sei es gewohnt, dass man ihn als merkwürdig einstufe. Aber er sei da pedantisch.

Während der Pause stieß auch Bürgermeisterin Monika Kabs zu den Zuschauern und wurde herzlich begrüßt als die Fortsetzung folgte. Der Autor hat immer wieder seine Stimme den Romanakteuren angepasst, wie in einem Hörspiel. Das wäre übrigens DIE Idee, die mich gerade überkommt.

Stellenweise ging es in dem Buch recht blutig zu, aber er habe ja erst ein paar Kapitel gelesen und es würden noch ein paar Überraschungen kommen. Sein Krimiautor-Vorbild sei Stieg Larsson und er wolle ihm ein bisschen nacheifern. Skurrile Typen fände er auch immer top. In dem Buch geht es auch um die Trauerfeier von Helmut Kohl, dabei habe er darauf geachtet, dass das Andenken an ihn nicht geschädigt würde, denn das wäre nicht angemessen. Der Roman sei trotzdem von einem Rechtsanwalt geprüft worden.

Zum Abschluss meinte er, er freue sich, dass niemand davon gelaufen sei, denn das sei ein gutes Zeichen, dass die Lesung Gefallen gefunden habe. Es bestand die Möglichkeit noch Fragen zu stellen und später gekaufte Bücher zu signieren. Er würde auch mit einem Eddingstift E-Books signieren. Und es gab noch den Hinweis, dass ein neues Buch in der Mache sei und bis Ende April der Lektorin vorliegen müsse. Zeit habe er ja nun im Urlaub. Nach Übergabe eines kleinen Präsentes und dem Signieren von Büchern ging es anschließend in den Domhof zur Nachlese. (mel)

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