Rettung für Carsharing in Baden-Württemberg
3,8 Millionen Euro für geteilte Autos

Scheckübergabe in Schwetzingen
  • Scheckübergabe in Schwetzingen
  • Foto: Paul Gärtner/Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg
  • hochgeladen von Roland Kohls

Baden-Württemberg. Das Land Baden-Württemberg spannt für die Carsharing-Anbieter in dem Bundesland einen Rettungsschirm auf.  Die Carsharing-Anbieter wurden von den Auswirkungen der Corona-Krise hart getroffen. Daher gewährt das Land finanzielle Unterstützung, um so eine Reduzierung der Fahrzeugflotte und der Standorte abzuwenden. Derzeit gibt es etwa 300 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg mit einem Carsharing-Angebot. In vielen Städten würde diese Mobilitätsoption ohne den Rettungsschirm ganz oder teilweise entfallen. „Wir stabilisieren damit eine junge Mobilitätsbranche, deren Dienstleistung heute schon für 100.000 Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg essentiell ist und die Straßen von mehr als 50.000 Privatautos entlastet“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.
„Dank des Carsharing-Rettungsschirms können wir die einzigartige Carsharing-Landschaft in Baden-Württemberg mit vielen Carsharing-Stationen auch in kleinen Gemeinden und im Ländlichen Raum durch die Krise bringen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing Gunnar Nehrke. Mit dem Rettungsschirm für Carsharing schaffe das Land Baden-Württemberg so auch die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung nach der Corona-Epidemie.
Der Rettungsschirm in Höhe von 3,8 Millionen Euro wird operativ durch den Bundesverband Carsharing umgesetzt. Minister Hermann übergab Ende Juli auf dem Schlossplatz in Schwetzingen in Anwesenheit zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der Carsharing-Branche im Land symbolisch den Förderbescheid zur Umsetzung des Vorhabens an den Bundesverband Carsharing. Vor zwei Wochen hat das Landeskabinett die finanziellen Voraussetzungen für den Rettungsschirm geschaffen. "Wäre die Carsharing-Branche in die Knie gegangen, hätten wir unsere Ausbaupläne um viele Jahre zurückstecken müssen. Stattdessen wollen wir ein mittelfristiges Wachstum auf 50.000 Fahrzeuge bis 2030 ermöglichen“, sagte Verkehrsminister Hermann.
Ab sofort können Carsharing-Anbieter, die im Zuge der Corona-Pandemie massive Umsatzeinbußen erlitten haben, über den Bundesverband Carsharing Erhaltungsprämien für einen Teil ihrer Fahrzeugflotte beantragen. Die Erhaltungsprämie beträgt 4.000 Euro pro gefördertem Fahrzeug. „Das Carsharing-Angebot ist für das Verkehrssystem unverzichtbar", ist sich Winfried Hermann sicher, "und mit der Unterstützung des Bundesverbands Carsharing retten wir nicht nur die Carsharing-Standorte im Land, sondern sichern auch eine nachhaltige Alltagsmobilität vielen Bürgerinnen und Bürger.“
Gunnar Nehrke hofft auf eine Signalwirkung über die Grenzen des Bundeslandes hinaus. „Die von der Landesregierung auf den Weg gebrachte Förderung erkennt erstmalig an, dass Carsharing Teil der systemrelevanten Verkehrsinfrastruktur ist und im Interesse des Allgemeinwohls erhalten werden muss", sagte Nehrke. Der Bundesverband Carsharing hofft, dass sich andere Länder und die Bundespolitik an diesem Signal aus Baden-Württemberg orientieren. rk/ps

Autor:

Roland Kohls aus Ludwigshafen

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