TIRAMISU-PREIS „Zieh mich hoch“ 2025 geht an „Das andere SchulZimmer“ in Mannheim

- Team „Das andere SchulZimmer“ in Mannheim
- Foto: „Das andere SchulZimmer“ Mannheim / SOLWODI
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Mannheim. Das unabhängige und gemeinnützige Bildungsprojekt „Das andere SchulZimmer“ aus Mannheim erhält in diesem Jahr den Tiramisu-Preis. Mit der Auszeichnung, die mit 2.500 Euro dotiert ist, würdigt die Frauenrechtsorganisation SOLWODI herausragendes Engagement in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die vor besonderen Herausforderungen stehen und Gefahr laufen, aus dem gesellschaftlichen Kontext herauszufallen.
SOLWODI begleitet seit vielen Jahren Frauen, Kinder und Jugendliche, die von Gewalt, Ausbeutung, Menschenhandel oder Zwangsverheiratung betroffen sind. Viele von ihnen haben traumatische Erfahrungen gemacht, die es schwer machen, sich in „normale“ Strukturen einzufügen. Gerade deshalb setzt sich die Organisation dafür ein, dass betroffene junge Menschen durch einfühlsame, professionelle Begleitung und verlässliche Bildungsangebote neue Chancen erhalten.
„Das andere SchulZimmer“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Bildung, Beziehungsarbeit und Lebenshilfe zusammenwirken können, um Jugendlichen Perspektiven für ein selbst bestimmtes Leben zu eröffnen“, betont die Jury. „Mit einer Erfolgsquote von 96,7 Prozent beweist das Projekt, dass individuelle Förderung und enge Begleitung jungen Menschen helfen, Krisen zu überwinden und in der Gesellschaft Fuß zu fassen.“
Das von Ute Schnebel 2018 gegründete Bildungsprojekt eröffnet Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 27 Jahren neue Perspektiven: Wer bislang keinen Schulabschluss erwerben konnte, erhält hier die Chance, einen Haupt- oder Realschulabschluss nachzuholen. Im „anderen SchulZimmer“ lernen Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Lebenshintergründen miteinander – getragen von Vertrauen, Respekt und interkulturellem Austausch. Neben schulischer Bildung stehen Exkursionen, kreative Angebote und individuelle Betreuung auf dem Programm. Unterrichtet wird in Kleingruppen von einem multiprofessionellen Team ehrenamtlicher Lehrkräfte, darunter Lehramtsstudierende, pensionierte Lehrerinnen und Lehrer sowie Fachkräfte aus Unternehmen.
Die Jury würdigt den innovativen Ansatz, Bildung nicht isoliert, sondern als Teil eines umfassenden Unterstützungsprozesses zu denken – mit Raum für Krisenbewältigung, persönliche Entwicklung und Zukunftsperspektiven. Gerade in Städten wie Mannheim sind schulexterne Bildungsangebote entscheidend, um jungen Menschen aus schwierigen Lebenslagen eine zweite Chance auf Teilhabe und Selbstbestimmung zu ermöglichen.
„Als Frauenrechtsorganisation wissen wir aus unserer täglichen Arbeit, wie wichtig sichere Räume, einfühlsame Begleitung und die Chance auf Bildung für junge Menschen sind, die unter anderem Gewalt erlebt oder miterlebt haben,“ erklärt Dr. Maria Decker, Vorsitzende von SOLWODI. „Der Tiramisu-Preis will genau solche Projekte stärken, die jungen Menschen den Mut geben, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen.“
Über den Tiramisu-Preis
Der Tiramisu-Preis „Zieh mich hoch“ wird seit mehreren Jahren durch eine zweckgebundene Spende ermöglicht und ist mit 2.500 Euro dotiert. Er zeichnet Projekte, Organisationen oder Einzelpersonen aus, die Kinder und Jugendliche in besonders herausfordernden Lebenssituationen fördern. Der Name „Tiramisu“ steht symbolisch für Kraft, Energie und die Unterstützung, junge Menschen in schwierigen Situationen „hochzuziehen“.
Über SOLWODI
SOLWODI steht für SOLidarity with WOmen in DIstress (Solidarität mit Frauen in Not). Der gemeinnützige Verein setzt sich für Frauen mit Migrations- oder Fluchtkontext in Deutschland ein, die Unterdrückung und Gewalt erfahren haben: Betroffene von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, Prostitution, Zwangsverheiratung und andere Formen von Gewalt. Die Betroffenen werden von erfahrenen Sozialarbeiterinnen in Fachberatungsstellen begleitet und erhalten nach Bedarf psychosoziale Betreuung, medizinische oder juristische Unterstützung. Zusätzlich werden SOLWODI-Klientinnen bei der Arbeitssuche unterstützt oder in Deutschkurse und berufsqualifizierende Maßnahmen vermittelt.
SOLWODI ist in Deutschland als gemeinnützig anerkannt und arbeitet unabhängig und überkonfessionell. SOLWODI ist in 18 Städten in Deutschland mit insgesamt 21 Fachberatungsstellen sowie 14 Schutzeinrichtungen und Wohnprojekten vertreten. Neben der Dachorganisation SOLWODI Deutschland e.V. gibt es SOLWODI Landesvereine in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Berlin sowie die SOLWODI Stiftung. red
Autor:Kristin Hätterich aus Mannheim |
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