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Tag des offenen Denkmals – Der interessante kulTurm

Die wundervolle Doppelhelixtreppe im kulTurm
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  • Die wundervolle Doppelhelixtreppe im kulTurm
  • Foto: Brigitte Melder
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Ludwigshafen. Der Sonntag, 8. September, stand ganz unter dem Motto „Tag des offenen Denkmals“. Auch der kulTurm in der Rollestraße 14 beteiligte sich wieder an dieser Aktion von 11.00 bis 17.00 Uhr. Vom Garten vorbei an Lobby und Galerie durch den ehemaligen Luftschutzbunker bis hinauf auf die Aussichtsplattform konnte der ehemalige Bunker und das Nachkriegshotel mit seinem historischen Geschichtshintergrund besichtigt werden. Zu jeder vollen Stunde fanden Führungen bis hoch zum Wasserturm hinauf statt. Diese Aufgabe teilte sich der Eigentümer mit seiner Frau - das sympathische Ehepaar Anika und Bernd Albert. Da der Turm über keinen Fahrstuhl verfügt, musste die Wendeltreppe also non stop rauf und runter gegangen werden. Ganz oben und außer Puste angekommen offenbarte sich ein unbeschreiblicher Blick auf der 360-Grad-Plattform über eine schöne Stadt (die Fotos, die ich machte, sprechen für sich). Hier möchte man am liebsten mit unterschiedlicher meditativer Akustik den Sonnenauf- und -untergang genießen. Dieser Bereich in 47 Metern Höhe nennt sich „UFOSection“.

Beim Rundgang entdeckte ich auch die Verlegerin Martina Hoffmann, die das brandneue, auf 1000 Exemplare limitierte Buch „LUDWIGSHAFEN“ mit tollen Bildern von Klaus Hecke und Texten von Sabine Eigenbrod über diese Stadt dem Publikum präsentierte. Und ganz zur Freude von Herrn Albert dürfte es sein, dass „seine“ Wendeltreppe das Cover ziert.
Die hier ausgestellten Ölgemälde sind von der Freiburger Künstlerin Gabi Mainhart und die Metall- und Ton-Skulpturen von Franz Albert aus Oberhausen.

Während der Führung unterhielt ich mich auch mit Michael Imhof, der zum ersten Mal mit seiner Familie hier im kulTurm war und den interessanten Ausführungen von Bernd Albert lauschte. Die Mannheimer hatten bereits am Morgen die Mannheimer Kultur genossen und waren jetzt auf Ludwigshafen neugierig.

Auf dem Weg von unten nach ganz oben erfuhr man viele interessante Dinge. Der kulTurm besteht eigentlich aus zwei Gebäuden. Der Turm mit seiner freien Rundumsicht ist 47 Meter hoch und umschließt eine zwei Meter dicke Betonmauer. Innen hängen Ölgemälde in der kreisrunden Galerie des ehemaligen Bunkers und Wasserturms, der 1953 drauf kam und sogar noch in Betrieb war als geöffnet wurde. Architektonisch und historisch ein Highlight in der Stadt!

Durch das wundervolle Treppenhaus mit der Doppelhelixtreppe ging es über 8 Stockwerke nach oben. In der Lobby befindet sich die gemütliche Lounge im 1. OG, wo man gemütlich bei Kaffee und Kuchen verweilen kann. Im Jahre 2007 wurde die zwei Meter dicke Stahlbetonwand als zweiter Fluchtweg ins Gebäude durchgesägt. Dadurch konnte das Gebäude zur Terrasse hin geöffnet werden. Im 2. OG erfuhr man etwas über die Historie und das Denkmal, das verschiedene Epochen erlebt hat. Der Turm wurde 1942 als Bunker zum Schutz der Bevölkerung gebaut und dann wurde auf den Bunker der Wasserturm aufgebaut. Nach dem Krieg bis 2010 befanden sich sagenhafte 2,26 Millionen Liter Wasser hier drin. 1942 war es also ein Bunkerbau, 1950 ein Turmhotel und 1953 als Wasserturm benutzt worden. Man erfuhr, dass Herr Albert historische Fluchtwegschilder sammelt, worauf er hinwies als wir an einem entsprechenden Raum vorbei kamen. Er erzählte, dass während des Krieges die Fluchtwegschilder nicht wie heute nach draußen sondern nach innen ausgerichtet waren. Als wir an den kleinen Bunkerzimmern vorbei kamen, konnte man in die Geschichte „eintauchen“ und sich in die Lage versetzen, wie das wohl damals gewesen war.

In der vorletzten Etage befinden sich die Wasserzuleitungen für das städtische Wassernetz, die noch bis 2010 in Betrieb waren. Man hatte hier den Stadtteil mit Wasser versorgt. Das Turmhotel Bürgerbräu war bis in die 70er Jahre bewirtschaftet.

Der Turmsockel ist nicht mit der Außenwand verbunden, sondern mit einem Spalt dazwischen versehen, deshalb gibt es ganz oben einen besondere Klangatmosphäre. Herr Albert führte an verschiedenen Objekten diese Klänge mit einem 360-Grad-Blick über Ludwigshafen vor.

Seit 2001 hat die Familie Albert das Gebäude PRIVAT finanziert und zum kulturellen Highlight als Lost Place zum Leben erweckt und seit 2008 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Turm hatte etliche Jahre einen vegetarischen Kultur- und Cafebetrieb und sei nun als Veranstaltungshaus auf Anfrage zugänglich. Als zweiköpfiger Familienbetrieb, also er und seine Frau, suche man immer noch einen seriösen professionellen Partner um dahingehend einen dauerhaften Betrieb zu ermöglichen und das Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Weiterhin besteht die großartige Chance den kulTurm als touristisches Highlight weiter auszubauen. Ein Turm der Sinne mit historischem Flair, der Jung und Alt begeistert. Dies könne sich Familie Albert sehr gut vorstellen für die Stadt. Denn der kulTurm bietet noch so viele weitere Möglichkeiten im Ausbau. Investoren und Sponsoren dürfen sich gerne melden.
www.kulturm.de (mel)

Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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