Infektionsquellen oft nicht zu ermitteln
Ausgangssperre im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

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Karlsruhe. Trotz Ziehung der sogenannten „Notbremse“ nach Überschreiten der Inzidenzschwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sind die Infektionszahlen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe weiter gestiegen. Seit Donnerstag gilt in Stadt- und Landkreis, so die entsprechende Verordnung, die nächste Stufe der Beschränkungen - die Allgemeinverfügung ist befristet bis zum 29.04.2021.

Ausgangssperre
Für diesen Fall ordnet das Gesetz für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe nächtliche Ausgangsbeschränkungen in der Zeit von 21 Uhr bis 5.00 Uhr an.

Zudem: Die angekündigte "Notbremse" der Bundesregierung wird vom Land Baden-Württemberg schon mit der Aktualisierung der Corona-Verordnung des Landes ab Montag, 19. April, umgesetzt, so Gesundheitsminister Manfred Lucha: "Jeder Tag zählt in der Pandemiebekämpfung und wir wollen den Menschen in einer Woche nicht schon wieder eine neue Verordnung präsentieren.“

Diffuses Infektiongeschehen
Die erhebliche Gefährdung liegt aufgrund der Zusammenschau der genannten Gründe vor: "Im Landkreis Karlsruhe ist ein diffuses Infektionsgeschehen zu verzeichnen". Ein diffuses Infektionsgeschehen liegt dann vor, wenn es sich um eine flächendeckende Ausbreitung des Virus im gesamten Landkreismit kleineren Ausbruchsgeschehen in verschiedenen Settings handelt. "Bei der Betrachtung des Infektionsgeschehens wurde festgestellt, dass die Erhöhung der Infektionszahlen und damit der Inzidenz nicht maßgeblich auf ein Ausbruchsgeschehen zurückzuführen ist."

Bei der Betrachtung des Infektionsgeschehens im Landkreis Karlsruhe kann durch das zuständige Gesundheitsamt kein solches singuläres Ausbruchsgeschehen ausgemacht werden. Vielmehr ist das Infektionsgeschehen derzeit geprägt von multiplen kleinen oder mittleren Infektionsherden und Ausbrüchen und keineswegs von einigen wenigen großen Ausbruchsgeschehen. "Zwischenzeitlich treten vermehrt Infektionsherde, so genannte "Cluster" auf, die auch Einrichtungen, beispielsweise Kindertagesstätten betreffen", so der Landkreis.

Viele Infektionsquellen nicht zu ermitteln
Weiterhin muss festgestellt werden, dass trotz intensiver Ermittlungen seitens des Gesundheitsamtes bei 30% und damit knapp einem Drittel der Fälle eine Infektionsquelle nicht zu ermitteln ist, so dass von einem relevanten Anteil nicht bekannter Virenträger ausgegangen werden muss. Daneben machen private Zusammenkünfte in Familien (45%) und mit Freunden (4%) einen Großteil der Infektionsquellen aus!

Virusmutation
In den vergangenen Wochen wurden dem Gesundheitsamt mit steigender Tendenz Nachweise von Virusmutationen der SARS-CoV-2 Infektionen gemeldet. Betrug der Anteil der Virusvarianten bei den Neuinfektionen Ende Januar 2021, in der Kalenderwoche 4, noch knapp 7%, so ist diese im Landesdurchschnitt auf mittlerweile 90%, in der Kalenderwoche 13, angestiegen.

Es handelt sich dabei um eine Virusvariante, die sich in ihren Erregereigenschaften wie beispielsweise der Übertragbarkeit und der Virulenz relevant von den herkömmlichen Virusvarianten unterscheidet! Nach derzeitigem Kenntnisstand sind diese noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar und weisen eine höhere Reproduktionszahl auf, so dass ihre Ausbreitung schwerer einzudämmen ist, teilt das Gesundheitsamt mit.

Aufgrund der vorliegenden Daten hinsichtlich einer erhöhten Übertragbarkeit der Varianten und potentiell schwererer Krankheitsverläufe droht die Gefahr einer schnelleren Zunahme der Fallzahlen und der Verschlechterung der Lage.

Mehr personeller Aufwand
Aufgrund der Entwicklung des Infektionsgeschehens ist zur Fallermittlung und Kontaktpersonennachverfolgung bereits jetzt eine enorme Bündelung an Personalressourcen erforderlich. Dazu müssen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes von ihren eigentlichen Aufgabenbereichen abgezogen werden, weitere Mitarbeiter der Stadt Karlsruhe und des Landratsamtes zur Unterstützung an das Gesundheitsamt abgeordnet werden. Mittlerweile wurden 40 Soldaten der Bundeswehr im Rahmen der Amtshilfe hinzugezogen.

Krankenhäuser fast ausgelastet
Nach Angaben des Staatsministeriums Baden-Württemberg sind die „Intensivkapazitäten zu 87,2 Prozent belegt“. In nackten Zahlen: An Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind diese Woche 486 COVID-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensiv-medizinischer Behandlung, davon werden 284 invasiv beatmet! Auch der Platz wird knapp: Insgesamt sind derzeit 2.098 Intensivbetten "von betreibbaren 2.405 Betten belegt", das sind 87,2 %!

Autor:

Jo Wagner

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