Lebensgefühl auf vier Rädern
Auf dem Highway durch die Pfalz

Ein 1959er Cadillac Eldorado Biarritz mit gefährlich spitzen Heckflossen
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  • Ein 1959er Cadillac Eldorado Biarritz mit gefährlich spitzen Heckflossen
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Sondernheim. Walter Aschbacher importiert Straßenkreuzer und Sportwagen aus den USA – vor allem Oldtimer. Die Autos der amerikanischen Soldaten in Germersheim begeisterten ihn bereits als Kind.

Der Zwölfzylinder blubbert ruhig, sanft schaltet die Automatik hoch, der Tempomat wird bei 50 Meilen justiert, während im Radio Eddie Cochrans „Summertime Blues“ läuft. Ob man jetzt mit dem amerikanischen Straßenkreuzer aus den späten 50er Jahren auf der Route 66 von Chicago nach Santa Monica unterwegs ist oder auf der Bundesstraße B 10 in der Südpfalz, ist eher unerheblich – man hat in diesen Autos immer das Highway-Gefühl. Äußerlich erkennt man sie an den ausladenden Heckflossen, die gerne in dolchartigen Rückleuchten enden und auch in Europa in kleinerem Maßstab kopiert wurden.
Die amerikanischen Autos boten damals bereits einen Komfort, der in Europa erst in den 80er/90er Jahren erreicht wurde. Die Straßenkreuzer hatten damals schon Servolenkung, elektrische Fensterheber und Verdecke, Klimaanlage und Scheibenbremsen, schwärmt Walter Aschbacher aus Sondernheim, der heute mit historischen US-Fahrzeugen handelt. „In den Staaten legen die Menschen ganz andere Distanzen zurück“, erklärt er. Und Platz ist dort drüben kein Problem. Die Geschwindigkeit ist auf höchstens 75 Meilen, also rund 120 Stundenkilometer begrenzt. Deshalb sind die Fahrzeuge schon früh auf Komfort und Größe und nicht auf Geschwindigkeit ausgelegt. Und weil die Straßen kaum Kurven aufweisen, ist auch die Straßenlage im europäischen Vergleich eher komfortabel ausgelegt. Der Autojournalist Fritz B. Busch schrieb einmal, dass es genauso viel Spaß mache mit einer Corvette mit 50 Stundenkilometer um die Kurve zu fahren, die er mit einem Porsche mit 100 Sachen nimmt.

Mit 30 Jahren die erste Corvette

„Ich habe die amerikanischen Autos als Kind bei den in Germersheim stationierten Soldaten immer gesehen“, erinnert sich Aschbacher. Von jeher war er fasziniert. Mit 30 Jahren hatte er sich dann seine erste Corvette gekauft, fand aber nie die Zeit, selbst in die Vereinigten Staaten zu reisen. Irgendwann hat er sich die Zeit genommen. „Ich habe häufig in den USA Urlaub gemacht und habe dort ein Auto gekauft“, berichtet er. Dies ist er dann eine Zeit lang gefahren und hat sie dann im Bekanntenkreis verkauft. Irgendwann nahm das Überhand und er machte ein richtiges Geschäft daraus. Seine Metzgerei hat er mittlerweile verpachtet. Zwar arbeitet er dort noch mit, hat aber jetzt mehr Zeit für die amerikanischen Automobile.
In seiner Corvette Stingray aus dem Jahr 1967 fühlt er sich auch in der Pfalz wie auf dem Highway. „Das ist für mich Freiheit“, sagt er. Auch wenn man sich bei solch alten Autos etwas umstellen muss: Das Lenkrad hat schon einmal etwas Spiel, auf das Bremspedal muss man schon einmal kräftiger treten, da die Autos noch keinen Bremskraftverstärker haben. „Man muss das wollen“, sagt Aschbacher. Entweder man liebt es oder eben nicht. rk

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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