Zebrastreifen an Grundschulen: Wo in Hessen es oft hakt

ADAC-Check zu Zebrastreifen im Umfeld von Grundschulen in Hessen mit häufigen Mängeln bei Sicht und Querungswegen. | Foto: ADAC Hessen-Thüringen e.V.
  • ADAC-Check zu Zebrastreifen im Umfeld von Grundschulen in Hessen mit häufigen Mängeln bei Sicht und Querungswegen.
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Zebrastreifen an Grundschulen. Der ADAC-Check in Hessen zeigt, dass viele Übergänge rund um Schulen gut angelegt sind, aber vor allem zugeparkte Sichtachsen und zu breite Fahrbahnen den Schulweg unnötig riskant machen können.

Zum Start ins neue Schuljahr queren Kinder auf dem Weg zur Grundschule häufig stark befahrene Straßen. Der ADAC Hessen-Thüringen e.V. hat dafür in Frankfurt, Kassel und Hanau insgesamt 146 Zebrastreifen im Umfeld von Grundschulen überprüft. Ergebnis: 68 Prozent der Querungsstellen wurden als gut und sicher angelegt bewertet. Positiv fielen besonders Beleuchtung und Beschilderung auf, hier gab es nur selten Defizite.

Gleichzeitig zeigten sich bei 32 Prozent der geprüften Übergänge Mängel, die gerade in Schulnähe relevant sind. Genannt werden vor allem fehlende Sichtbeziehungen zwischen wartenden Fußgängern und dem Kfz-Verkehr, zu große Fahrbahnbreiten oder Markierungen, die auf der Fahrbahn kaum noch erkennbar sind.

Die häufigsten Schwachstellen im Alltag rund um Schulen

Grundschulkinder werden wegen ihrer Körpergröße hinter parkenden Autos schneller übersehen. Der ADAC ordnet deshalb vor allem die Sicht an Übergängen als entscheidend ein.

  • Sicht durch parkende Autos blockiert: An 14 Prozent der untersuchten Zebrastreifen war die Sicht so eingeschränkt, dass ein herannahender Autofahrer ein Kind nicht mehr rechtzeitig hätte erkennen können. In Frankfurt trat dieses Problem laut Check besonders häufig auf, dort waren 19 Prozent der Zebrastreifen so zugeparkt, dass die sogenannte Haltesichtweite nicht mehr gegeben war.
  • Zu breite Fahrbahn ohne Schutz: 20 Prozent der Zebrastreifen führten über sehr breite Fahrbahnen ohne Mittelinseln oder Aufstellflächen. Das verlängert den Querungsweg, was laut ADAC nicht nur für Kinder, sondern auch für geh- und sehbehinderte Menschen ungünstig ist. In Hanau wurden besonders viele Übergänge mit einer Länge von über 8,50 Meter festgestellt.
  • Barrierefreiheit nicht überall ausreichend: Bordsteinabsenkungen sind häufig vorhanden, aber nicht überall. Im Frankfurter Westend fanden die Prüfer neun Zebrastreifen ohne abgesenkte Bordsteine. Deutlich seltener waren taktile Leitsysteme für Sehbehinderte, sie wurden nur an etwa einem Viertel der Querungen gefunden.

Der ADAC-Verkehrsexperte Lukas Berkel verweist darauf, dass kleine Eingriffe oft große Wirkung haben können. Genannt werden unter anderem konsequente Kontrollen gegen Falschparken sowie gestalterische Maßnahmen wie Parkverbote, Sperrflächen, Mittelinseln oder verbreiterte Gehwege an der Querungsstelle.

Als Einordnung nennt der ADAC außerdem Verhaltensaspekte: Parkende Fahrzeuge, die Sichtbeziehungen zwischen Wartefläche und Fahrbahn blockieren, erhöhen das Risiko. Für Fußgänger gilt zwar Vorrang am Überweg, gleichzeitig bleibt eine sichere Einschätzung vor dem Betreten der Fahrbahn wichtig.

Die Methodik des Checks: Die Begutachtung lief von März bis Mai, an Wochentagen außerhalb der Schulferien zwischen 8 und 15 Uhr. Untersucht wurden Zebrastreifen innerhalb ausgewählter Grundschulbezirke in Frankfurt, Kassel und Hanau. Ausgenommen waren Querungen in Kombination mit Fußgängerampeln sowie Zebrastreifen an Kreisverkehren. Grundlage waren Regelungen im deutschen Verkehrsrecht und technische Empfehlungen der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen.

Weitere Details zum Check finden sich beim ADAC unter https://www.adac.de/der-adac/regionalclubs/hessen-thueringen/sicherheit-mobilitaet/zebrastreifen-check.

Unterm Strich zeigt der Check: Viele Zebrastreifen rund um Grundschulen sind gut gelöst, aber freie Sicht und kurze Querungswege bleiben die Stellschrauben, die im Alltag am meisten Sicherheit bringen.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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